Studie, BeschÀftigte

Studie: Viele BeschÀftigte erleben sexuelle BelÀstigung

20.05.2025 - 11:58:51

Auch Betriebe berichten von VorfÀllen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Branchen.

20 Prozent der BeschĂ€ftigten haben laut einer Befragung selbst oder in ihrem Arbeitsumfeld sexuelle BelĂ€stigung erlebt. Das geht aus einer jĂŒngst veröffentlichten Studie des NĂŒrnberger Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Der Anteil der betroffenen Frauen war demnach mit 24 Prozent deutlich höher als der der MĂ€nner mit 15 Prozent. 

Die Studie beruht auf zwei Befragungen, sowohl unter BeschÀftigten als auch unter Betrieben mit 50 oder mehr Mitarbeitenden. Sexuelle BelÀstigung werde hÀufig aus Angst vor negativen Konsequenzen oder Scham nicht gemeldet, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie. Deshalb sei es wichtig, auch die Perspektive der BeschÀftigten zu erfassen. 

Vermutlich hohe Dunkelziffer

Rund 13 Prozent der befragten Betriebe gaben demnach an, dass es in den vergangenen zwei Jahren bei ihnen zu mindestens einem Fall von sexueller BelĂ€stigung am Arbeitsplatz gekommen sei. Der Großteil waren dabei FĂ€lle unter den BeschĂ€ftigten. Darauf folgten FĂ€lle, in denen die sexuelle BelĂ€stigung von Externen wie Kundinnen und Kunden oder Patientinnen und Patienten ausging. In einem Prozent der FĂ€lle war eine FĂŒhrungskraft involviert. 

Der Großteil der befragten Betriebe mit mindestens einem Fall von sexueller BelĂ€stigung berichtete der Studie zufolge von negativen Folgen vor allem fĂŒr Arbeitsmoral und ProduktivitĂ€t. Aber auch Abwesenheitszeiten und Personalfluktuation nahmen zu. 

Unterschiede zwischen Frauen und MĂ€nnern

Die Studie ergab auch, dass die Wahrscheinlichkeit fĂŒr MĂ€nner, sexuelle BelĂ€stigung selbst oder im Arbeitsumfeld zu erleben, stĂ€rker vom Wirtschaftszweig abhĂ€ngt als bei Frauen: Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in geringerem Maße in der öffentlichen Verwaltung, Erziehung und im Unterricht berichteten diese deutlich hĂ€ufiger davon als in anderen Branchen. 

Einen weiteren Unterschied zeigt die Studie zwischen Frauen und MĂ€nnern: Demnach vertrauen Frauen deutlich weniger auf betriebliche Gegenmaßnahmen bei BelĂ€stigungsvorwĂŒrfen als MĂ€nner. Der Unterschied betrage gut 7 Prozentpunkte bei der Frage, ob die FĂŒhrungskraft die VorwĂŒrfe aufklĂ€ren und notwendige Maßnahmen ergreifen wĂŒrde. 14 Prozentpunkte sind es bei der Frage nach der EinschĂ€tzung, ob die GeschĂ€ftsfĂŒhrung zu Maßnahmen wie eine Abmahnung oder KĂŒndigung greifen wĂŒrde.

@ dpa.de