Wechsel, Chef

Überraschender Wechsel: Neuer Chef bei Vodafone Deutschland

15.03.2024 - 08:26:39 | dpa.de

Auf Deutschlands Mobilfunk-Markt ringen die Platzhirsche Telekom, O2 und Vodafone um Marktanteile. Vodafone verlor zuletzt an Boden. 2022 kam deshalb ein neuer Chef, der nun schon wieder geht.

Philippe Rogge ist noch Vodafone-Deutschlandchef - aber nicht mehr lange. - Foto: Federico Gambarini/dpa
Philippe Rogge ist noch Vodafone-Deutschlandchef - aber nicht mehr lange. - Foto: Federico Gambarini/dpa

Nach nicht einmal zwei Jahren verlĂ€sst der Chef des Telekommunikationsanbieters Vodafone Deutschland, Philipp Rogge (54), ĂŒberraschend das Unternehmen. Der Belgier habe sich entschieden, von seiner Funktion zurĂŒckzutreten und die Firma zum 31. MĂ€rz zu verlassen, teilte Vodafone in DĂŒsseldorf mit.

Sein Nachfolger wird der bisherige Privatkunden-Vorstand Marcel de Groot (56). Der NiederlÀnder ist seit 2008 im Vodafone-Konzern tÀtig, unter anderem in Irland und den Niederlanden. «Wir werden weiter unsere Hausaufgaben machen» und «auf Angriff schalten», sagte de Groot nach seiner Beförderung zum Chef.

Wer war Rogge?

Der scheidende CEO Rogge ist Sohn des ehemaligen PrĂ€sidenten des Olympischen Komitees, Jacques Rogge. Philippe Rogge war zunĂ€chst Segler, einmal verpasste er das Olympia-Ticket nur knapp. Im Berufsleben war er zuletzt bei Microsoft tĂ€tig, bevor er im Juli 2022 den Chefsessel von Vodafone Deutschland ĂŒbernahm. Die Firma war damals in einer schwierigen Phase: WĂ€hrend die DĂŒsseldorfer im Mobilfunk-GeschĂ€ft schwĂ€chelten, zogen die Konkurrenten O2 TelefĂłnica und Deutsche Telekom mit krĂ€ftigen Zugewinnen davon.

Von seinem öffentlichkeitsaffinen VorgĂ€nger, dem Marketing-Spezialisten Hannes Ametsreiter, unterschied sich der eher bedĂ€chtige Rogge wesentlich. Er beschloss, dass sich Vodafone von vollmundigen Werbeversprechen verabschiedet, damit beim Kunden keine ĂŒberzogenen Erwartungen entstehen und dieser spĂ€ter frustriert kĂŒndigt.

Rogge setzte sich dafĂŒr ein, die Vodafone-Netze zu verbessern und die Zahl der Kundenbeschwerden zu verringern. Preiserhöhungen im Festnetz fĂŒhrten zu einem Kunden-Minus, aber einem Umsatz-Plus. Im Mobilfunk-GeschĂ€ft verbuchte Vodafone in den vergangenen Quartalen zwar wieder Kunden-ZuwĂ€chse, die Konkurrenz legte aber deutlich krĂ€ftiger zu - der Marktanteil von Vodafone sinkt also weiter.

Dass Vodafone seine Probleme in den Griff bekam und auf Wachstumskurs zurĂŒckkam, war ein Pluspunkt fĂŒr Rogge. Dass die Wachstumskurve nicht steiler nach oben ging, als sie es derzeit tut, und dass der RĂŒckstand zur Konkurrenz noch immer wĂ€chst, war ein Minuspunkt. Vodafone hat in Deutschland rund 15.000 BeschĂ€ftigte, etwa ein Drittel davon in DĂŒsseldorf. Die Deutschlandtochter gehört dem gleichnamigen britischen Telekommunikationskonzern.

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