DDR-Renten, AntrÀge

DDR-Renten: Meiste AntrÀge auf HÀrtefallfonds abgelehnt

11.09.2024 - 05:28:32

Aus dem HĂ€rtefallfonds fĂŒr bedĂŒrftige Rentner haben bisher rund 1.500 Antragsteller mit AnsprĂŒchen aus DDR-Zeiten Geld bekommen - die allermeisten bearbeiteten AntrĂ€ge wurden hingegen abgelehnt.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann hervor. Der Leipziger kritisierte die langsame Bearbeitung der AntrĂ€ge und die zu hohen HĂŒrden fĂŒr Antragsteller.

Der Fonds mit 500 Millionen Euro war fĂŒr drei verschiedene Gruppen aufgelegt worden: SpĂ€taussiedler, sogenannte jĂŒdische KontingentflĂŒchtlinge aus der frĂŒheren Sowjetunion sowie Menschen mit bestimmten RentenansprĂŒchen aus DDR-Zeiten, die 1991 nicht ins bundesdeutsche System ĂŒbernommen wurden.

Gemeint sind Zusatzrenten zum Beispiel fĂŒr ehemalige BeschĂ€ftigte von Reichsbahn oder Post sowie AnsprĂŒche von zu DDR-Zeiten geschiedenen Frauen. Die Einmalzahlung von 2.500 bis 5.000 Euro können nur Menschen mit gesetzlichen Renten nahe der Grundsicherung bekommen.

34.289 von 168.054 AntrÀgen aus ostdeutschen LÀndern

Insgesamt wurden nach Angaben des Bundessozialministeriums 168.054 AntrĂ€ge bei der fĂŒr den Fonds zustĂ€ndigen Stiftung gestellt - die Frist dafĂŒr lief bereits Ende Januar 2024 aus. Davon kamen 34.289 aus den ostdeutschen LĂ€ndern, die ĂŒbrigen aus Westdeutschland oder dem Ausland.

Aus der Gruppe "Ost-West-RentenĂŒberleitung" wurde den Angaben zufolge bis Ende August 12.046 ĂŒber AntrĂ€ge entschieden. Davon wurden 1.534 bewilligt und 10.512 abgelehnt. Von den bewilligten AntrĂ€gen kamen 421 aus Sachsen, 289 aus Mecklenburg-Vorpommern, 271 aus ThĂŒringen, 233 aus Sachsen-Anhalt, 144 aus Brandenburg und 61 aus Berlin.

Pellmann: Fonds lÀsst viele ostdeutsche Rentner im Stich

Die Bundesregierung ging zum Start des Fonds 2023 von 180.000 bis 190.000 Menschen mit berechtigten AnsprĂŒchen aus, darunter 50.000 bis 70.000 ostdeutsche Rentnerinnen und Rentner. Pellmann schĂ€tzte hingegen, dass etwa 500.000 Rentnerinnen und Rentner AnsprĂŒche aus DDR-Zeiten hĂ€tten.

Der Fonds sei ein Hohn, meinte der Linken-Politiker. "Er lĂ€sst viele ostdeutsche Rentnerinnen und Rentner im Stich, die jahrzehntelang in der DDR gearbeitet haben und nun mit einer niedrigen Rente auskommen mĂŒssen." Die Kriterien fĂŒr die Bewilligung mĂŒssten gelockert werden, forderte Pellmann. Auch werde die Bearbeitung "endlos verschleppt". Das sei eine "weitere DemĂŒtigung".

@ dpa.de