Ausbildung 2026: Kliniken und Industrie starten mit Rekordquoten
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gesundheit Nord gGmbH (GeNo) leitet eine strukturelle Neuausrichtung ihrer Ausbildungskapazitäten ein. Durch eine Zentralisierung der Bildungsakademie am Standort des Klinikums Bremen Mitte sollen moderne Lernumgebungen geschaffen werden. Das Projekt umfasst umfangreiche Neubauten im Neuen Hulsberg-Viertel und setzt auf eine Kooperation mit privaten Investoren.
Im Rahmen einer aktuellen Bekanntmachung hat die Gesundheit Nord gGmbH (GeNo) Pläne für die Zentralisierung ihrer Bildungsakademie veröffentlicht. Kern des Vorhabens ist ein Neubau in Haus 7 sowie ein weiteres Gebäude östlich des Klinikparkhauses im Neuen Hulsberg-Viertel am Klinikum Bremen Mitte.
Ein wesentlicher Aspekt der Realisierung ist die Einbindung eines privaten Investors, der sowohl die Bauherrenfunktion als auch die Finanzierung des Projekts übernehmen soll.
Ausschreibung und Anforderungen an Planungsbeteiligte
Für das Bauvorhaben wurde eine EU-weite Ausschreibung gestartet. Interessierte Unternehmen können ihre Teilnahmeanträge bis zum 2. Oktober 2026 einreichen. Die Vertragslaufzeit für die ausgeschriebenen Leistungen ist zunächst auf 80 Tage angesetzt.
An die Bewerber werden spezifische Eignungskriterien gestellt. Gefordert wird unter anderem der Einsatz von mindestens drei Architekten oder Ingenieuren. Zudem müssen die Bieter zwei Referenzen über vergleichbare Projekte vorweisen können, die seit dem Jahr 2021 realisiert wurden. Wirtschaftlich wird ein Mindestumsatz von 0,5 Millionen Euro brutto sowie der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung in Höhe von 1,5 Millionen Euro verlangt.
Bundesweiter Trend zum Ausbau der Ausbildungsinfrastruktur
Die Initiative in Bremen ist Teil einer breiteren Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen, die auf eine Modernisierung der Ausbildungsinfrastruktur abzielt. So erfolgte Ende August der Spatenstich für den Neubau einer Pflegeschule am Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn.
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Dieser Neubau am Blumberger Damm soll Platz für 250 Auszubildende und 30 Lehrkräfte bieten. Auf einer Nutzfläche von 1,700 m² entstehen 16 Räume in nachhaltiger Holzbauweise, ausgestattet mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. Die Fertigstellung in Berlin ist für den Sommer 2028 geplant.
Ähnliche Großprojekte finden sich in Mecklenburg-Vorpommern. In Schwerin entsteht für rund 140 Millionen Euro das Regionale Berufliche Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (GeSo). Hier werden drei Standorte zusammengeführt, wobei das Land die Maßnahme mit 103,5 Millionen Euro fördert. Auch hier wird auf eine nachhaltige Bauweise gesetzt.
Der Spatenstich ist für Mai 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für den Jahreswechsel 2029/2030. In Brandenburg an der Havel wiederum wurde kürzlich eine neue Universitätszahnklinik der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) eröffnet, die jährlich 48 Studienplätze im Modellstudiengang Zahnmedizin anbietet.
Start des Ausbildungsjahres 2026 im Gesundheits- und Industriesektor
Parallel zu den baulichen Maßnahmen meldeten zahlreiche Unternehmen und Kliniken zum 1. September den Start des neuen Ausbildungsjahres. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begrüßte 308 neue Auszubildende in neun Gesundheitsfachberufen. Die größte Gruppe stellen dabei die Pflegefachpersonen mit 116 Anfängern.
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Auch in der Industrie bleibt die Ausbildungsbereitschaft hoch, wie die Zahlen namhafter Unternehmen belegen:
* BASF: Am Standort Ludwigshafen starteten 360 neue Kräfte, darunter 322 klassische Auszubildende.
Das Unternehmen verzeichnete über 10.000 Bewerbungen.
* Würth-Gruppe: In der Region Hohenlohe begannen 228 Nachwuchskräfte, während deutschlandweit rund 1.170 junge Menschen ihre Ausbildung bei der Gruppe aufnahmen.
* Bitzer: Der Spezialist für Kältetechnik setzt verstärkt auf neue Schwerpunkte und bietet erstmals duale Studiengänge in Informatik mit Fokus auf Künstliche Intelligenz an.
Innovative Konzepte und regionale Förderimpulse
Neben der physischen Infrastruktur rücken neue Ausbildungskonzepte in den Fokus. Die Universitätsmedizin Mainz startete zum September die interprofessionelle Ausbildungsstation „InSta“. Hierbei betreuen Medizinstudierende und Pflegeauszubildende gemeinsam Patienten, um die Zusammenarbeit der Berufsgruppen frühzeitig zu stärken.
Regional werden zudem neue Anreize für die Weiterbildung geschaffen. In Niedersachsen läuft ein Förderaufruf für „Future Skills“, der Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz und Transformation mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent bei Gesamtausgaben zwischen 10.000 und 100.000 Euro unterstützt. Anträge hierfür können bis zum 23. Oktober bei der NBank eingereicht werden.
