Personenverkehr, Schlichtungsstelle

Schlichtungsstelle rechnet mit mehr BeschwerdefÀllen

05.07.2023 - 07:39:17

Ausgefallene FlĂŒge, verspĂ€tete ZĂŒge: Nicht immer lĂ€uft auf Reisen alles nach Plan. Wer bei einer Erstattung nicht weiter kommt, kann sich an die Schlichtungsstelle. Viele haben das bereits getan.

Die Schlichtungsstelle fĂŒr den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) rechnet angesichts des wieder deutlich wachsenden Reiseaufkommens insbesondere im Luftverkehr fĂŒr dieses Jahr mit einem deutlichen Anstieg der StreitfĂ€lle.

Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen bei der Verbraucherstelle fast 18.700 BeschwerdeantrĂ€ge ein, wie die SÖP mitteilte. Das waren demnach mehr als 10.000 FĂ€lle mehr als im ersten Halbjahr 2022.

Insgesamt rechnet die Schlichtungsstelle fĂŒr 2023 mit rund 37 100 Beschwerden. «Das wĂ€ren rund 22 Prozent mehr als 2022 - ein Jahr, dessen Falleingang im ersten Halbjahr noch von der zurĂŒckhaltenden ReisetĂ€tigkeit geprĂ€gt war», teilte die SÖP mit.

Rund 86 Prozent der AntrÀge betrafen den Flugverkehr

Hauptgrund fĂŒr den deutlichen Anstieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war demnach noch das Reisechaos an mehreren deutschen FlughĂ€fen im vergangenen Sommer. Betroffene Reisende mussten sich fĂŒr ErstattungsantrĂ€ge zunĂ€chst an die Luftfahrtgesellschaften wenden. Erst wenn sie dort nicht weiter kamen, konnten sie einen Antrag bei der Schlichtungsstelle einreichen. Zwischen dem Ereignis und einer Beschwerde bei der SÖP könnten deshalb manchmal mehrere Monate vergehen, hieß es.

Rund 86 Prozent der eingegangenen AntrĂ€ge betrafen der Schlichtungsstelle zufolge den Flugverkehr. GrĂŒnde seien vor allem annullierte Reisen und Flug-VerspĂ€tungen, aufgrund derer Reisende ihr Geld zurĂŒck haben wollten. Allerdings können sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch wegen Konflikten bei Bahnfahrten an die SÖP wenden. Rund 13 Prozent aller AntrĂ€ge bezogen sich auf Bahnunternehmen. Auch hier ergaben sich die StreitfĂ€lle vor allem aus ZugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen.

Bus- und Schiffsreisen machen geringsten Anteil aus

Die SÖP kĂŒmmert sich seit 2010 um Probleme bei Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Zum grĂ¶ĂŸten Teil geht es um eine EntschĂ€digung bei VerspĂ€tungen oder AusfĂ€llen von FlĂŒgen und Bahnfahrten. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren. KonfliktfĂ€lle rund um Bus- und Schiffsreisen machen regelmĂ€ĂŸig den geringsten Anteil aller FĂ€lle bei der SÖP aus.

Die meisten Beschwerden innerhalb eines Jahres gingen bei der Stelle bislang im Jahr 2020 ein. Damals bearbeitete die SÖP rund 40.000 AntrĂ€ge. Aufgrund der Pandemie war der Reiseverkehr innerhalb kĂŒrzester Zeit zum Erliegen gekommen, und zahlreiche FlĂŒge wurden kurzfristig gestrichen.

@ dpa.de