Viele auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte klagen ĂŒber Diskriminierung
25.10.2024 - 11:47:19Viele ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland spĂŒren in Deutschland Diskriminierung und hohe EinwanderungshĂŒrden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in NĂŒrnberg.Â
Etwa 56 Prozent der auslĂ€ndischen FachkrĂ€fte berichten demnach von Diskriminierung in mindestens einem Lebensbereich - vor allem bei der Wohnungssuche. Weniger hĂ€ufig hĂ€tten die Befragten im Umgang mit Institutionen wie Schulen, Einrichtungen des Gesundheitssystems oder der Polizei Diskriminierungen geschildert. Gut ein FĂŒnftel fĂŒhle sich jedoch beim Umgang mit Ămtern oder Behörden benachteiligt. Es bestĂŒnden erhebliche Herausforderungen bei der sozialen Integration, folgerten die Forschenden des IAB.
BĂŒrokratische HĂŒrden weiterhin hoch
Trotz der gesetzlichen Ănderungen infolge des FachkrĂ€fte-Einwanderungsgesetzes (FEG) gebe es weiterhin bĂŒrokratische HĂŒrden bei der Visumserteilung, der Anerkennung beruflicher AbschlĂŒsse und bei familiĂ€ren Fragen: «Es ist wichtig anzuerkennen, dass Einwanderungsentscheidungen oft gemeinschaftlich von Familien getroffen werden», sagte IAB-Experte Boris Ivanov laut Mitteilung.Â
«Eine ganzheitliche Betreuung des Einwanderungsprozesses», der auch die Jobsuche von Partner oder Partnerin, die Kinderbetreuung und Wohnungssuche berĂŒcksichtige, könnte die Einwanderung nach Deutschland unterstĂŒtzen, sagte IAB-Forscherin Tanja Fendel.
Als hĂ€ufigste Quelle, um sich ĂŒber Deutschland als Einwanderungsland zu informieren, wurden persönliche Kontakte zu Menschen genannt, die bereits in Deutschland leben. «Deren Erfahrungen können damit entscheidend zur Wahrnehmung Deutschlands als attraktives Ziel fĂŒr FachkrĂ€fte beitragen», sagte Ivanov.
Hoher Anteil an jungen Menschen
Zwischen 2010 und 2019 stieg laut IAB die Erwerbsmigration aus Nicht-EU-Staaten von 30.000 auf 64.000 Menschen pro Jahr. WĂ€hrend der Pandemie gab es einen RĂŒckgang, 2023 lag die Zahl bei 72.000. Der Anteil von jĂŒngeren Menschen zwischen 18 und 31 Jahren, die nach EinfĂŒhrung des Gesetzes einen Aufenthaltstitel zu Erwerbszwecken erhielten, stieg von 42 Prozent auf 61 Prozent.Â
Das FachkrÀfte-Einwanderungsgesetz aus dem Jahr 2020 soll Menschen aus Drittstaaten die Einwanderung nach Deutschland erleichtern, um hier zu arbeiten und den FachkrÀftemangel zu dÀmpfen.


