Bundesbank, Direktinvestitionen

Bundesbank: Direktinvestitionen in Deutschland eingebrochen

22.10.2024 - 13:34:10 | dpa.de

AuslĂ€ndische Direktinvestitionen sind wichtig fĂŒr den Standort. Bundesbank-Daten zeigen, dass in den vergangenen Jahren weniger Geld nach Deutschland floss. Ein Grund: die gestiegenen Energiepreise.

Die Konjunktur in Deutschland schwĂ€chelt - auch auslĂ€ndische Direktinvestitionen fließen laut Bundesbank-Daten weniger ĂŒppig (Archivbild). - Foto: Christian Charisius/dpa

Die Direktinvestitionen nach Deutschland sind einer Analyse der Bundesbank zufolge eingebrochen. Im Wettbewerb um auslĂ€ndische Direktinvestitionen habe die Bundesrepublik im Vergleich zu europĂ€ischen Industrienationen wie Frankreich oder Spanien an Boden verloren, heißt es in einem Fachaufsatz, der vorab aus dem Monatsbericht der Bundesbank veröffentlicht wurde. 

«ZusĂ€tzliches Beteiligungskapital aus anderen LĂ€ndern des Euroraums wurde seit Ende 2021 per saldo kaum noch bereitgestellt», schrieben die Autoren. Die ZuflĂŒsse aus DrittlĂ€ndern seien immer noch positiv, «haben sich aber im Vergleich zu den Jahren zwischen Ende 2019 und Ende 2021 signifikant abgeflacht.» Investierten auslĂ€ndische Unternehmen 2020 und 2021 zusammen knapp ĂŒber 100 Milliarden Euro Beteiligungskapital in Deutschland, flossen demnach anschließend bis Mitte 2024 nur noch 62 Milliarden Euro an Beteiligungskapital. AuslĂ€ndische Direktinvestitionen sind wichtig fĂŒr den Standort: Investieren Unternehmen Geld in Deutschland, sichern sie ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand. 

Bundesbank: Keine gÀnzliche Abkehr internationaler Investoren

«TatsĂ€chlich lĂ€sst sich 2022 ein statistisch signifikanter Strukturbruch feststellen, der zu einem deutlich niedrigeren Aufkommen von Direktinvestitionen in Deutschland fĂŒhrte», schrieb die Bundesbank. Zugleich betonte sie: «Eine gĂ€nzliche Abkehr internationaler Investoren von Deutschland kann aus den vorliegenden Zahlen nicht abgelesen werden.»

WĂ€hrend Direktinvestoren aus den USA und den Niederlanden «sowohl vor als auch nach diesem Strukturbruch» eine zentrale Rolle spielten, seien die MittelzuflĂŒsse aus dem Vereinigten Königreich in den vergangenen zweieinhalb Jahren spĂŒrbar gesunken. Dabei dĂŒrfte laut Bundesbank auch der Brexit im Januar 2020 eine Rolle gespielt haben.

Deutschland im internationalen Standortwettbewerb

GrĂŒnde fĂŒr die gesunkenen DirektinvestitionszuflĂŒsse nach Deutschland ließen sich «noch nicht mit Gewissheit» identifizieren, hieß es. «Allerdings könnten – wie bei den deutschen Direktinvestitionen im Ausland – hohe Energiepreise hierzulande eine Rolle spielen.»

Von Bedeutung sei sicher auch der intensive Standortwettbewerb um auslĂ€ndische Investitionen. «Hier mĂŒssen Deutschland und Europa in den kommenden Jahren beweisen, dass sie international weiterhin wettbewerbsfĂ€hig und in der Lage sind, auslĂ€ndisches Kapital anzuziehen.»

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