AuslÀndische Investitionen in Deutschland steigen 2025 deutlich an
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 10:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAuslÀndische Unternehmen haben 2025 rund 86 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Deutliche Erholung nach RĂŒckgang 2024
Nach einem RĂŒckgang der Investitionen um fast 32 Prozent im Jahr 2024 stabilisierten sich die Auslandsinvestitionen wieder deutlich. Der Gesamtwert fĂŒr 2025 lag um fast elf Prozent ĂŒber dem Median der Jahre 2015 bis 2024 und markiert damit eine klare Erholung gegenĂŒber dem vorherigen Jahr.
Die Berechnungen stammen vom Institut der deutschen Wirtschaft, das dafĂŒr Daten der Deutschen Bundesbank ausgewertet hat. Sie geben einen Ăberblick ĂŒber die Entwicklung der KapitalzuflĂŒsse auslĂ€ndischer Unternehmen nach Deutschland und deren regionale Herkunft.
Verschiebungen bei den HerkunftslÀndern
Die Investitionen aus den USA gingen 2025 um fast 44 Prozent zurĂŒck. Gleichzeitig steigerte das Vereinigte Königreich seine Investitionen um 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro.
Mit einem Anteil von fast 31 Prozent an allen auslĂ€ndischen Investitionen in Deutschland liegt das Vereinigte Königreich damit klar vor den USA. Die Zahlen weisen auf eine verĂ€nderte Verteilung der Kapitalströme hin, bei der GroĂbritannien eine deutlich gröĂere Rolle als bisher spielt.
Chinesische und weitere Investitionen bleiben begrenzt
Chinesische Investitionen legten zwar um rund 51 Prozent zu, blieben mit 199 Millionen Euro aber ein RandphÀnomen. Ihr Anteil an allen auslÀndischen Investitionen liegt bei gerade einmal 0,2 Prozent.
Auch die Investitionen aus Chile und Saudi-Arabien legten krĂ€ftig zu, um jeweils ĂŒber 40 Prozent. Trotz dieser ZuwĂ€chse bleiben sie im Vergleich zum Gesamtvolumen der auslĂ€ndischen Investitionen in Deutschland deutlich kleiner.
Europa bleibt wichtigster Kapitalgeber
Der gröĂte Teil des auslĂ€ndischen Investitionskapitals kam weiterhin aus Europa. Die EU-Staaten ohne Deutschland investierten rund 43 Milliarden Euro in Deutschland, was gut 50 Prozent aller auslĂ€ndischen Investitionen entspricht.
ZĂ€hlt man das Vereinigte Königreich hinzu, kommen mehr als 80 Prozent der auslĂ€ndischen Investitionen aus Europa. Damit bestĂ€tigt sich die zentrale Rolle des europĂ€ischen Umfelds fĂŒr den Standort Deutschland und seine Anbindung an internationale KapitalmĂ€rkte.
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Die neuen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft auf Basis von Bundesbank-Daten markieren eine deutliche Trendwende nach dem RĂŒckgang auslĂ€ndischer Investitionen im Jahr 2024. Der krĂ€ftige Anstieg um 50 Prozent im Jahr 2025 zeigt, dass der Standort Deutschland fĂŒr internationale Unternehmen weiterhin attraktiv ist, obwohl Energiepreise, Regulierung und geopolitische Spannungen zuletzt als Belastungsfaktoren galten. Entscheidend ist dabei nicht nur die absolute Höhe der Investitionen, sondern auch ihre Verteilung nach HerkunftslĂ€ndern.
Verschiebung der Kapitalströme
Besonders auffĂ€llig ist der starke RĂŒckgang der Investitionen aus den USA bei gleichzeitig massiven ZuflĂŒssen aus dem Vereinigten Königreich. Dass GroĂbritannien mit einem Anteil von fast 31 Prozent nun vor den USA liegt, verdeutlicht eine Verschiebung der Kapitalströme innerhalb der westlichen Industriestaaten. FĂŒr die deutsche Wirtschaft kann dies bedeuten, dass neue Unternehmensnetzwerke und Lieferketten entstehen, wĂ€hrend bestehende transatlantische Verflechtungen weniger dynamisch wachsen.
Die weiterhin geringe Rolle chinesischer Investitionen â trotz prozentual deutlicher ZuwĂ€chse â unterstreicht, wie stark Deutschland kapitalmĂ€Ăig mit Europa und anderen westlichen Partnern verflochten ist. Angesichts der politischen Debatten ĂŒber AbhĂ€ngigkeiten von China stellt der geringe Anteil von 0,2 Prozent eine Besonderheit dar, die den wirtschaftspolitischen Spielraum erhöht, aber auch zeigt, dass chinesische Unternehmen bei Investitionsentscheidungen andere Standorte bevorzugen.
Bedeutung fĂŒr Wirtschaft und Politik
Dass insgesamt mehr als 80 Prozent der auslĂ€ndischen Investitionen aus Europa stammen, festigt die Rolle Deutschlands als zentraler Standort im europĂ€ischen Binnenmarkt. FĂŒr Unternehmen bieten die Investitionen Chancen in Form neuer ArbeitsplĂ€tze, Technologieprojekte und Kooperationen, wĂ€hrend politisch die Frage im Raum steht, wie Rahmenbedingungen gestaltet werden mĂŒssen, um den Zufluss langfristig zu stabilisieren. Die Entwicklung im Jahr 2025 könnte in der Standortdebatte als Argument dienen, dass Reformen und Investitionsförderung Wirkung zeigen, zugleich bleibt offen, wie nachhaltig dieser Aufschwung ist.
