Umfrage: Berichterstattung in China bleibt voller HĂŒrden
18.08.2025 - 05:28:45Der jÀhrliche Bericht des Clubs der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) spricht von einer "alarmierenden Ausweitung" der Themen, die von den Behörden als sensibel eingestuft werden.
WĂ€hrend sich nach dem Ende der Corona-Pandemie noch leichte Verbesserungen abgezeichnet hĂ€tten, seien staatliche Kontrollen nun wieder spĂŒrbarer, heiĂt es in dem in Peking veröffentlichten Bericht fĂŒr das Jahr 2024. So gab rund die HĂ€lfte der 92 an der Umfrage beteiligten Journalisten an, dass die Zahl der roten Linien im vergangenen Jahr gestiegen sei.
Interviews abgesagt, Reisen behindert
Neben der Berichterstattung ĂŒber politisch heikle Regionen wie Xinjiang, Tibet und Hongkong sowie ĂŒber Staats- und Parteichef Xi Jinping gelten inzwischen auch Routine-Themen als sensibel. Dazu gehörten etwa die Wirtschaft, Zölle, Technologiepolitik, Arbeitslosigkeit oder Veranstaltungen wie Halloween.
Laut der Umfrage erlebten 86 Prozent der Korrespondenten, dass Interviews abgesagt oder verweigert wurden. 38 Prozent berichteten von EinschĂŒchterungen oder Schikanen gegenĂŒber chinesischen Mitarbeitern, fast jeder Zehnte gab an, körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. Vier von zehn Befragten sagten, sie hĂ€tten Reisen oder Interviews wegen offiziellen Drucks abgesagt. 42 Prozent seien auf Reisen von Beamten behindert worden, ebenso viele durch unbekannte Personen.
Internationale Standards weit verfehlt
Auch bei Visa gab es demnach weiterhin HĂŒrden: Ein Viertel der KorrespondentenbĂŒros bleibe unterbesetzt, obwohl sich die Bearbeitungszeiten teils verkĂŒrzt hĂ€tten. Zu den Drohungen gehörten eingeschrĂ€nkte Visa, Klagen sowie offizielle Beschwerden bei den Zentralen der Medien.
Zwar hĂ€tten sich in einigen Bereichen auch Verbesserungen eingestellt. So meldeten weniger Korrespondenten als im Vorjahr Behinderungen durch die Polizei oder Angriffe in sozialen Medien. Dennoch erklĂ€rten 98 Prozent der Befragten, die Bedingungen in China entsprĂ€chen selten oder nie internationalen Standards fĂŒr Berichterstattung.

