Auslandsschulden, EntwicklungslÀnder

Auslandsschulden der EntwicklungslÀnder steigen auf Rekord

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Auslandsverschuldung der EntwicklungslÀnder hat nach Daten der Weltbank 2025 einen Rekord erreicht.

Private GlĂ€ubiger kehrten in großer Zahl zurĂŒck und die Ă€rmsten LĂ€nder hĂ€tten wieder Zugang zu den AnleihemĂ€rkten, schrieb die Weltbank in ihrem "International Debt Report", doch ihre Kreditkosten seien so hoch wie seit Jahrzehnten nicht.

Die Verschuldung der EntwicklungslĂ€nder bei auslĂ€ndischen GlĂ€ubigern wuchs demnach 2025 gegenĂŒber dem Vorjahr um 5,5 Prozent auf den Höchststand von 9,4 Billionen Dollar (knapp 8,4 Billionen Euro) - das schnellste Wachstum seit 2021. Der Zugang zu internationalen Geldern habe sich zwar verbessert, die Finanzierungskosten aber nicht. Die hohe Schuldenlast in den Ă€rmsten LĂ€ndern drohe, unverzichtbare Investitionen fĂŒr die Menschen zu verdrĂ€ngen.

Die Kreditaufnahme bei privaten GlĂ€ubigern stieg laut Weltbank sprunghaft, und die Ausgabe von Anleihen öffentlicher Stellen wuchs um gut ein Drittel auf 251 Milliarden Dollar. Das war der höchste Stand seit fĂŒnf Jahren.

"Die RĂŒckkehr privater Kreditvergabe an LĂ€nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist zu begrĂŒĂŸen, doch diese LĂ€nder nehmen mehr Kredite auf, zahlen mehr Zinsen und haben in vielen FĂ€llen weniger Mittel fĂŒr die langfristige Entwicklung ĂŒbrig", sagte Haishan Fu, Direktor fĂŒr Entwicklungsdaten der Weltbank.

Mit Inflationssorgen im Zuge des Iran-Kriegs, höheren Leitzinsen und einer steigenden Verschuldung von Staaten sind die Kapitalmarktzinsen zuletzt weltweit geklettert. Die Renditen von Staatsanleihen notieren so hoch wie seit Jahren nicht. Das erhöht den Druck selbst auf IndustrielÀnder wie die USA, Frankreich und Deutschland und verteuert global die Neuverschuldung von Staaten.

Viele Regierungen gaben Anleihen aus, um Schulden zu tilgen - aber oft zu höheren Zinsen, schrieb die Weltbank, die sich fĂŒr ArmutsbekĂ€mpfung und die Entwicklungsarbeit einsetzt.

Daten von Anfang 2026 zeigten eine hohe Nachfrage nach Finanzierungen seitens armer LĂ€nder. Bis Mitte August hĂ€tten mehr als zehn LĂ€nder ihr Emissionsvolumen fĂŒr das gesamte Jahr 2025 bereits ĂŒberschritten.

Der Druck beim Schuldendienst bleibe angesichts weltweit hoher Zinsen groß, so die Weltbank. LĂ€nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zahlten 2025 rund 1,4 Billionen US-Dollar an Tilgung und Zinsen - der fĂŒnfte jĂ€hrliche Anstieg in Folge.

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