Wadephul will Willkommenskultur fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte
21.08.2025 - 15:38:41 | dpa.deEr wolle die Deutschen "daran erinnern, dass wir nicht nur einen technischen Weg brauchen, um Menschen nach Deutschland zu bringen, sondern wir mĂŒssen auch eine Willkommenskultur zeigen fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte, die wir bei uns erwarten", sagte der CDU-Politiker nach dem Besuch einer staatlichen Fachhochschule fĂŒr Gesundheitsberufe in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
FĂŒr eine so junge Gesellschaft wie Indonesien, in der die HĂ€lfte der Bevölkerung unter 30 Jahre alt sei, seien Arbeitsmöglichkeiten im Ausland eine echte Chance, sagte der BundesauĂenminister. Gerade in stark nachgefragten Bereichen konkurriere Deutschland aber als Zielland mit anderen LĂ€ndern. "Und viele entscheiden sich dann nicht fĂŒr uns, auch weil Deutsch nun mal nicht die einfachste Sprache ist", ergĂ€nzte er. "Es ist deshalb an uns, die Bedingungen fĂŒr kĂŒnftige FachkrĂ€fte attraktiv zu machen."
"Konkurrieren mit anderen LĂ€ndern"
"Nur der Deutschunterricht und nur eine schnelle und zĂŒgige Ausstellung eines Visums wird Menschen nicht bewegen, dauerhaft bei uns zu bleiben", begrĂŒndete Wadephul seine Forderung nach einer neuen Willkommenskultur. FĂŒr einen schnellen digitalen Visumsprozess werde die Bundesregierung Sorge tragen mĂŒssen. "Wir kennen unsere Hausaufgaben, wir wollen sie machen. Wir sind aber auch schon in der Umsetzung", versprach er.
Deutschland brauche "hĂ€nderingend FachkrĂ€fte aus dem Ausland, gerade im Gesundheitsbereich, aber auch sonst, von IT- bis zum Hotel- und GaststĂ€ttengewerbe", sagte Wadephul. Dazu gehöre, die Sprachausbildung frĂŒhzeitig in die Fachausbildung zu integrieren. Die Zusammenarbeit des Goethe-Instituts mit dem indonesischen Gesundheitsministerium nannte er hier ein Leuchtturmprojekt. Am Rande des Besuchs des Ministers wurde eine AbsichtserklĂ€rung zum weiteren Ausbau der deutsch-indonesischen Zusammenarbeit fĂŒr FachkrĂ€fte im Gesundheitsbereich unterzeichnet.
Wadephul besucht Fachhochschule fĂŒr Gesundheitsberufe
Wadephul hatte sich ĂŒber die mit Deutschkursen gekoppelte FachkrĂ€fteausbildung gemeinsam mit dem indonesischen Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin informiert. Er besuchte unter anderem einen Deutschkurs, der gemeinsam mit dem Goethe-Institut organisiert wird. Der Minister tauschte sich auch ĂŒber BerufsplĂ€ne der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus und lieĂ sich eine in deutscher Sprache vorgefĂŒhrte PflegeĂŒbung zeigen.
Mit mehr als 284 Millionen Einwohnern ist Indonesien das viertbevölkerungsreichste Land der Welt nach Indien, China und den USA und zugleich das Land mit der gröĂten muslimischen Bevölkerung weltweit. Der indonesische AuĂenminister Sugiono hatte beim Treffen mit Wadephul am Mittwoch gesagt, bislang seien 329 indonesische PflegekrĂ€fte nach Deutschland gegangen. Jakarta hoffe, dieses Programm auf den Gastgewerbesektor auszuweiten, unterstĂŒtzt durch von Deutschland finanzierte Sprachkurse.
FachkrÀftemigration bislang auf niedrigem Niveau
Bisher bewegt sich die FachkrĂ€ftemigration nach Deutschland mit insgesamt rund 1.000 Visa pro Jahr auf niedrigem Niveau. Als GrĂŒnde werden von der Bundesregierung unter anderem ein geringes Ausbildungsniveau, Sprachanforderungen und Probleme bei der Anerkennung von BerufsabschlĂŒssen genannt. Neben deutsch-indonesischen Initiativen zur FachkrĂ€ftegewinnung vor allem im Pflegebereich gibt es Ă€hnliche Anstrengungen auch im Hotel- und GaststĂ€ttengewerbe.
Wadephul besucht Moschee und Kathedrale
Wadephul besuchte in Jakarta auch die Istiqlal-Moschee, die rund 120.000 GlĂ€ubigen Platz bietet und als gröĂte Moschee in SĂŒdostasien gilt. AnschlieĂend ging er durch den sogenannten "Tunnel der Freundschaft", der die Moschee mit der Kathedrale von Jakarta verbindet und als Symbol fĂŒr Toleranz und interreligösen Dialog gilt.
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