Baerbock Israel, Völkerrecht

Baerbock: Israel muss humanitÀres Völkerrecht in Gaza einhalten

05.12.2023 - 14:20:55

Außenministerin Annalena Baerbock hat Israel angesichts der dramatischen humanitĂ€ren Lage im Gazastreifen zur Einhaltung des Völkerrechts aufgerufen.

"Israel hat das Recht, seine Bevölkerung im Rahmen des Völkerrechts zu schĂŒtzen. Entscheidend ist aber, wie Israel in dieser neuen Phase vorgeht", sagte die GrĂŒnen-Politikerin am Dienstag nach einem Treffen mit der slowenischen Außenministerin Tanja Fajon in der Hauptstadt Ljubljana. "Israel hat die Verantwortung, das humanitĂ€re Völkerrecht einzuhalten, ziviles Leid zu lindern und die zivile Bevölkerung dabei zu schĂŒtzen", ergĂ€nzte Baerbock. "Denn diesem Konflikt sind schon zu viele PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinenser zum Opfer gefallen."

Man arbeite "mit vereinten KrĂ€ften fĂŒr eine erneute Feuerpause", sagte Baerbock. Nötig sei vor allem der Schutz der Menschen. Zugleich brauche es "das Eintreten von arabischen LĂ€ndern, dass die andauernde Sicherheitsgefahr auf Israel durch Hamas so nicht weitergehen kann". Deswegen sei es wichtig, dass immer wieder auch der politische Horizont einer Zweistaaten-Lösung aufgezeigt werde.

Nach der Aufforderung durch Israel seien Hunderttausende von Menschen in den SĂŒden des Gazastreifens gegangen, sagte Baerbock. "Deswegen mĂŒssen sie dort im SĂŒden auch sicher sein." Sie fĂŒgte hinzu: "Israel trĂ€gt die Verantwortung dafĂŒr, dass die Menschen eine Chance haben, sich aus der Gefahrenzone zu begeben. Und das muss nicht nur theoretisch so sein, sondern das muss faktisch so sein." Dass es von der islamistischen Hamas aus ziviler Infrastruktur heraus fortdauernd Angriffe auf Israel gebe, entbinde "Israel nicht von der Verantwortung, dieses unglaubliche Leid in Gaza zu lindern und die Zivilbevölkerung - Kinder, Familien - zu schĂŒtzen". HumanitĂ€re Hilfe mĂŒsse auch weiterhin die Gebiete im Norden erreichen.

Fajon sagte laut offizieller Übersetzung, sie habe vergangene Woche im UN-Sicherheitsrat in New York auf die katastrophale Situation in Gaza hingewiesen - und auf die Tatsache, dass die Menschen praktisch nirgends hingehen könnten. "Das ist wirklich ein Ausmaß an Katastrophe, wo ich sagen kann, dass die Welt bei dieser PrĂŒfung der HumanitĂ€t wirklich durchgefallen ist." Anders als Baerbock sprach sich Fajon fĂŒr einen andauernden humanitĂ€ren Waffenstillstand aus. Slowenien sei sehr besorgt "wegen der humanitĂ€ren VerstĂ¶ĂŸe gegen das Völkerrecht und gegen die Menschenrechte in Gaza" durch Israel. Sie sprach sich zudem fĂŒr ein stĂ€rkeres EU-Engagement und der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde aus.

@ dpa.de