Baerbock erwartet von Israel mehr Schutz von Zivilisten
08.12.2023 - 13:22:40"Wir erwarten, dass Israel sein militĂ€risches Vorgehen anpasst, um ziviles Leid zu lindern, dass es mehr humanitĂ€re Hilfe zulĂ€sst, gerade auch in den Norden, dass es militĂ€risch gezielter vorangeht und weniger zivile Opfer in Kauf nimmt", sagte die GrĂŒnen-Politikerin am Freitag am Rande der Weltklimakonferenz in Dubai. "Der Kampf gilt der Hamas und nicht den unschuldigen PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinensern."
Dem Konflikt seien schon zu viele Zivilisten in Gaza zum Opfer gefallen, betonte Baerbock. Wie Israel den Kampf fĂŒhre, sei auch zentral, "um die Perspektive auf eine politische Lösung zu erhalten". Sie erklĂ€rte: "Es gehört zur Wahrheit dazu: Der Krieg ist nicht gewonnen, wenn man den Frieden dabei verliert."
HumanitĂ€re HilfsgĂŒter kĂ€men kaum noch ĂŒber Rafah an der Grenze zu Ăgypten hinaus und im Norden Gazas schon seit Tagen nicht mehr an. "FĂŒr die Menschen in Gaza, insbesondere die Kinder, ist das Leben einfach nur die Hölle." Zugleich wies sie auf die Raketenangriffe auf Israel durch die Hamas, die Hisbollah und die Huthi-Rebellen hin. Angehörige in Israel sorgten sich um Geiseln in den HĂ€nden der Hamas.
"Da lĂ€uft auch eine emotional nahe liegende Forderung, wie die nach einer generellen WaffenbrĂŒche de facto ins Leere, weil sie gerade keine Antwort darauf gibt, wie der Terror der Hamas aufhört, wie die Hamas ihre Waffen niederlegt, wie Israel wieder sicher sein kann", sagte Baerbock. "Zugleich kann es so wie es jetzt ist nicht weitergehen." Israel habe das Recht, sich im Rahmen des Völkerrechts zu verteidigen.
Baerbock hatte zuvor nach Angaben aus ihrer Delegation knapp anderthalb Stunden mit dem AuĂenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, vor allem ĂŒber die Lage in Nahost gesprochen. Auch Baerbock erwĂ€hnte das Treffen und sagte, man stimme sich eng mit jenen "moderaten arabischen Staaten" ab, die humanitĂ€r helfen wollten und sich als Vermittler engagierten.

