Automobilzulieferer, Jobs

Automobilzulieferer: 726.000 Jobs gefÀhrdet durch EU-Klimaziele

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 20:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Fraunhofer-Studie prognostiziert bis 2040 den Verlust von 726.000 ArbeitsplÀtzen in Europas Automobilzulieferindustrie durch strenge EU-Klimavorgaben.

Fraunhofer-Studie: EU-Klimaziele bedrohen 726.000 Jobs in Autobranche
Ein besorgter Automobilzulieferer mit unscharfen Maschinen im Hintergrund, der die Herausforderungen der EU-Klimaziele symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Studie „ELAB 2040“ rechnet mit einem drastischen Wertschöpfungs- und BeschĂ€ftigungsrĂŒckgang – verursacht durch die strengen EU-Klimaziele.

Besonders hart trifft es LĂ€nder mit starkem Fokus auf Verbrennungstechnologien.

375.000 Stellen könnten schon 2030 wegfallen

Den Berechnungen zufolge könnten bis 2040 rund 726.000 ArbeitsplÀtze in der europÀischen Automobilproduktion verschwinden. Bei aktuell 1,6 Millionen BeschÀftigten und einer jÀhrlichen Wertschöpfung von 250 Milliarden Euro wÀre das ein gewaltiger Umbruch.

Schon bis 2030 droht der Verlust von etwa 375.000 Stellen. Bis 2035 könnte die Zahl auf 660.000 ansteigen.

Laut den Experten spielt es kaum eine Rolle, ob ein striktes Verbrenner-Verbot kommt oder der Kompromiss einer 90-prozentigen CO2-Reduktion. Große Hersteller wie Volkswagen, Porsche, BMW, Audi und Opel planen bereits Stellenabbau. Bei Volkswagen steht sogar ein weltweiter Abbau von 100.000 Jobs und die Schließung von vier deutschen Werken im Raum.

Österreich: Wertschöpfung bricht um 94 Prozent ein

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Besonders dĂŒster sieht es fĂŒr die österreichische Zulieferindustrie aus. Hier rechnen die Forscher mit einem Verlust von 13 Milliarden Euro Wertschöpfung – das entspricht einem Einbruch von 94 Prozent.

Auch andere LĂ€nder trifft es hart: Italien muss mit einem Minus von 90 Prozent rechnen, Frankreich mit 73 Prozent und Deutschland mit 64 Prozent.

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer fordert als Reaktion eine nachgebesserte EU-Politik. Er plĂ€diert fĂŒr mehr Technologieoffenheit und die Anrechnung erneuerbarer Kraftstoffe. Nötig seien außerdem Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China und „Made-in-Europe“-Vorgaben. Eine StĂ€rkung der Halbleitertechnologie könnte die Wertschöpfung bis 2035 immerhin um 200 Milliarden Euro steigern – vorausgesetzt, die Standortbedingungen verbessern sich.

EU reformiert Emissionshandel – 100 Milliarden fĂŒr Klimaumbau

Flankierend plant die EU-Kommission eine Reform des Emissionshandels (ETS). Gratiszertifikate sollen bis in die 2040er Jahre verlĂ€ngert werden, um die Industrie wĂ€hrend der Transformation zu entlasten. Seit EinfĂŒhrung 2005 hat das ETS die Emissionen bereits halbiert.

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ZusĂ€tzlich ist eine „Industrial Decarbonisation Bank“ mit 100 Milliarden Euro geplant – finanziell abgesichert fĂŒr den ökologischen Umbau.

Experten warnen jedoch: Betriebliche Instrumente wie Zukunftsvereinbarungen stoßen angesichts des Kostendrucks an ihre Grenzen. Entscheidend fĂŒr eine erfolgreiche Transformation seien wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise und ein schnellerer Infrastrukturausbau.

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