Azure-Leak, Millionen

Azure-Leak: 3,64 Millionen DatensÀtze von McDonald's, TCS, Vodafone

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle bieten Millionen DatensĂ€tze aus Cloud-Systemen namhafter Firmen an. Experten halten die Daten fĂŒr echt, Unternehmen bestreiten EinbrĂŒche.

Darknet-Leak: 3,64 Mio. DatensĂ€tze aus Azure-Umgebungen großer Konzerne zum Verkauf
Dunkler Serverraum eines großen Unternehmens mit blau leuchtenden LED-Anzeigen an den ServerschrĂ€nken. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass ein Cyberkrimineller unter dem Pseudonym „TheHatman“ umfangreiche DatensĂ€tze aus den Azure- und Entra-Umgebungen namhafter Großunternehmen zum Verkauf anbietet.

Laut Berichten aus dem Zeitraum zwischen dem 16. und 18. August 2026 umfasst das Angebot rund 3,64 Millionen EintrĂ€ge, die bereits seit dem 31. Juli 2026 im Darknet zirkulieren. Zu den betroffenen Organisationen gehören globale BranchenfĂŒhrer aus verschiedenen Sektoren.

Umfang und betroffene Unternehmen

Die zum Verkauf stehenden Daten stammen aus den sogenannten Tenants – den abgeschlossenen Cloud-Umgebungen – großer Konzerne. Den grĂ¶ĂŸten Anteil nimmt dabei der Systemgastronomie-Riese McDonald's mit etwa 1,7 Millionen DatensĂ€tzen ein. Ebenfalls stark betroffen ist der IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) mit 800.000 EintrĂ€gen sowie der Telekommunikationsanbieter Vodafone mit 425.000 DatensĂ€tzen.

Weitere betroffene Unternehmen sind HCL mit 250.000, die InterContinental Hotels Group (IHG) mit 185.000 sowie der IT-Infrastrukturdienstleister Kyndryl mit 170.000 DatensÀtzen. Die Modekette Gap ist mit 80.000 EintrÀgen gelistet, gefolgt vom IT-Unternehmen Hexaware mit 20.000 und dem Hotelkonzern Wyndham mit 9.000 DatensÀtzen.

Technische HintergrĂŒnde und AuthentizitĂ€t

Sicherheitsexperten des Unternehmens Hudson Rock haben ein Sample von 8.000 EintrĂ€gen analysiert und halten die Daten fĂŒr authentisch. Die technischen Merkmale des Stichproben-Datensatzes wĂŒrden deutlich auf die Echtheit der Informationen hindeuten.

Interessanterweise gehen die Analysten nicht davon aus, dass eine SicherheitslĂŒcke (Zero-Day-Exploit) in Microsoft Azure selbst die Ursache fĂŒr den Datenabfluss ist. Stattdessen wird eine breit angelegte Infostealer-Kampagne als Ursprung vermutet, bei der Zugangsdaten direkt an den EndgerĂ€ten entwendet wurden.

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Berichten von Unit42 zufolge wird diese Kampagne ebenfalls beobachtet. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die exfiltrierten Informationen nicht tagesaktuell sind. Hudson Rock wies darauf hin, dass die Daten möglicherweise bereits einige Jahre alt sein könnten.

Dennoch enthalten sie sensible Informationen aus den Mitarbeiterverzeichnissen, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Personalnummern. Auch Jobtitel, Angaben zu Vorgesetzten sowie Namen von Service-Accounts und Global-Admins sind in den Listen enthalten. Passwörter sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht Teil des Leaks.

Reaktionen der Unternehmen und Gefahrenpotenzial

Trotz der im Darknet angebotenen Datenmengen bestreiten einige der genannten Konzerne eine aktuelle Kompromittierung ihrer Systeme. Sowohl Tata Consultancy Services (TCS) als auch die Bekleidungsmarke Gap gaben an, dass sie keine Hinweise auf einen Einbruch in ihre Infrastruktur sehen.

Sicherheitsexperten warnen dennoch vor den Folgen der Veröffentlichung dieser Mitarbeiterverzeichnisse. Da detaillierte Organisationsstrukturen und Kontaktinformationen offenliegen, bestehe ein erhebliches Risiko fĂŒr Social-Engineering-Angriffe.

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Die Daten könnten als Grundlage fĂŒr prĂ€zises Spear-Phishing oder Business Email Compromise (BEC) dienen, bei denen Angreifer die IdentitĂ€t von Vorgesetzten oder Administratoren vortĂ€uschen, um weitere Zugriffe auf Unternehmensnetzwerke zu erlangen. Die genaue Identifizierung von Personen mit Administrator-Rechten macht diese Informationen fĂŒr kĂŒnftige Cyberangriffe besonders wertvoll.

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