BaFin prüft Eckert & Ziegler: Bilanzierungsfehler bei Abspaltung
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der heutige Handelstag steht im Zeichen weitreichender Finanzierungsentscheidungen und juristischer Auseinandersetzungen bei mehreren deutschen Aktiengesellschaften. Während die CHAPTERS Group AG und die Pentixapharm Holding AG erfolgreiche Kapitalerhöhungen vermelden, sieht sich Volkswagen mit einer neuen Anfechtungsklage konfrontiert. Auch die Finanzaufsicht wird aktiv: Sie nimmt die Bilanzierung einer Abspaltung bei Eckert & Ziegler unter die Lupe.
CHAPTERS Group sammelt 64 Millionen Euro ein
Die CHAPTERS Group AG hat eine Barkapitalerhöhung durchgeführt und bereits abgeschlossen. Im Rahmen einer Privatplatzierung ohne Bezugsrecht gingen bis zu 1,52 Millionen neue Aktien an institutionelle Investoren. Der Platzierungspreis lag bei 42 Euro je Aktie.
Das Grundkapital steigt von knapp 23,84 Millionen auf bis zu 25,36 Millionen Euro. Das Unternehmen will die Mittel nutzen, um sein Wachstum zu beschleunigen. Der Aufsichtsrat hatte dem Schritt zugestimmt.
SdK zieht gegen VW vor Gericht
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat beim Landgericht Hannover Klage eingereicht – gegen Beschlüsse der VW-Hauptversammlung vom 18. Juni. Im Fokus: der Haftungsvergleich mit Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und ein neuer D&O-Deckungsvergleich.
Der Vergleich mit Winterkorn sieht eine Zahlung von 11,2 Millionen Euro vor. Im Gegenzug würde VW auf weitere Ansprüche verzichten. Der Deckungsvergleich mit Versicherern umfasst rund 278 Millionen Euro. Die SdK bemängelt eine unzureichende Informationsgrundlage für Aktionäre. Konkret fehle es an Transparenz über Winterkorns Vermögensverhältnisse und spezifische Prozessrisiken.
Bereits 2025 hatte der Bundesgerichtshof einen früheren Zustimmungsbeschluss teilweise für nichtig erklärt. Daraufhin ließ VW den Vergleich auf der jüngsten Hauptversammlung erneut abstimmen – und holte über 99 Prozent Zustimmung. Ob das reicht, entscheidet nun das Gericht.
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Pentixapharm: Bezugsangebot läuft – BaFin prüft Ex-Mutter
Die Pentixapharm Holding AG hat den Abschluss ihres Bezugsangebots vermeldet. Rund 82,5 Prozent des Volumens – etwa 9,1 Millionen neue Aktien – wurden von den Aktionären gezeichnet. Das entspricht einem Bruttoemissionserlös von 16,8 Millionen Euro.
Die restlichen 1,92 Millionen Aktien sollen bis zum 28. Juli zu 1,85 Euro pro Stück platziert werden. Das Geld fließt in eine klinische Phase-3-Studie und die Expansion in den US-Markt.
Parallel dazu prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Konzernabschluss der ehemaligen Muttergesellschaft Eckert & Ziegler zum 31. Dezember 2024. Hintergrund: Mögliche Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften bei der Abspaltung der Pentixapharm AG. Konkret geht es um die Frage, ob Sachausschüttungen fälschlicherweise erfolgsneutral bilanziert wurden. Eine erfolgswirksame Erfassung hätte laut Prüfern zu einem höheren Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen führen müssen.
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ARI Motors: Hauptversammlung im September
Die ARI Motors Industries SE hat für den 4. September zu einer ordentlichen Hauptversammlung nach Borna geladen. Auf der Tagesordnung steht eine umfassende Neuausrichtung der Kapitalstruktur. Geplant ist eine Kapitalherabsetzung durch Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital soll von 14 Millionen auf 1,4 Millionen Euro schrumpfen.
Zusätzlich sind neues genehmigtes und bedingtes Kapital von jeweils bis zu 700.000 Euro vorgesehen. Auch Satzungsänderungen für virtuelle Hauptversammlungen stehen zur Abstimmung.
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