BAföG-Reform in Gefahr: Spahn blockiert Erhöhungen wegen Wirtschaft
29.05.2026 - 22:01:42 | boerse-global.de
CDU-Politiker Jens Spahn lehnt geplante Sozialleistungs-Erhöhungen ab. Grund sei die fehlende Wirtschaftskraft.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Jens Spahn, hat sich deutlich gegen die geplanten Anhebungen von BAföG, Wohngeld, Elterngeld und BĂŒrgergeld ausgesprochen. In einem Interview am 28. und 29. Mai 2026 begrĂŒndete er seine Haltung mit der angespannten Wirtschaftslage. Die Kaufkraft sei seit 2019 nicht gestiegen, die Industrie verliere monatlich rund 10.000 ArbeitsplĂ€tze. Solange kein Wirtschaftswachstum erkennbar sei, mĂŒssten Sozialleistungs-Erhöhungen pausieren.
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Geplante Reformen in Gefahr
Erst im April 2026 hatte die Koalition eine umfassende BAföG-Reform vereinbart. FĂŒr das Wintersemester 2026/2027 war unter anderem eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro vorgesehen. Zudem sollte der Grundbedarf von 475 Euro langfristig an das Niveau der neuen Grundsicherung angepasst werden. Auch die Digitalisierung des Antragsverfahrens stand auf dem Plan. Spahn stellt diese BeschlĂŒsse nun infrage â mit Verweis auf die konjunkturelle Flaute.
Empörung bei StudierendenverbÀnden
Die Aussagen des CDU-Politikers lösten am 28. Mai 2025 scharfe Reaktionen aus. Der LHG (Liberaler Hochschulverband) bezeichnete die Blockadehaltung als âSchlag ins Gesicht der Studierendenâ. Matthias Anbuhl, Chef des Deutschen Studierendenwerks, warnte: âSparen am BAföG schadet dem Bildungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig.â
Die Linken-Politikerin Nicole Gohlke kritisierte, Studierende wĂŒrden als Druckmittel in Haushaltsverhandlungen missbraucht. Der Internationale Bund (IB) wies darauf hin, dass selbst das Taschengeld im Freiwilligendienst mit rund 400 Euro oft nicht zum Leben reiche. DRK-PrĂ€sident Hermann Gröhe schlug einen maximalen BAföG-Satz von 990 Euro plus vergĂŒnstigtem Nahverkehrsticket vor.
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Grundsicherung und neue SparplÀne
Zum 1. Juli 2026 wird das BĂŒrgergeld durch eine neue Grundsicherung abgelöst. Die RegelsĂ€tze bleiben 2026 unverĂ€ndert â fĂŒr Alleinstehende bei 563 Euro. Parallel diskutiert die Bundesregierung ĂŒber eine KĂŒrzung des Unterhaltsvorschusses. Zur Diskussion steht eine RĂŒckkehr zum Modell von 2017: UnterstĂŒtzung nur bis zum 12. Lebensjahr und maximal 72 Monate. Allein in Rheinland-Pfalz wĂ€ren davon rund 24.000 Kinder betroffen.
WĂ€hrend die Union auf SozialkĂŒrzungen drĂ€ngt, fordern GrĂŒne und Linke ein Zeichen der SolidaritĂ€t: Die fĂŒr den 1. Juli 2026 geplante automatische Erhöhung der AbgeordnetendiĂ€ten um 4,2 Prozent solle ausgesetzt werden â bei gleichzeitigen Einsparungen fĂŒr die BĂŒrger.
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