BAG stärkt Arbeitgeberrechte: Künftig Auskunft über Stellenangebote
14.06.2026 - 01:18:33 | boerse-global.de
Alstom in Kassel bangt um die Zukunft, TeleBielingue baut massiv ab, und das Bundesarbeitsgericht stärkt Arbeitgeberrechte. Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung.
Alstom Kassel: Zukunft ungewiss
Die Belegschaft des Alstom-Werks in Kassel wartet weiter auf Klarheit. Auf einer Betriebsversammlung am 13. Juni 2026 gab es für die rund 930 Mitarbeiter keine Entscheidung über die Zukunft des Standorts. Ein möglicher Verkauf an einen Rüstungskonzern steht im Raum. Die Auftragsbücher für 2026 und 2027 sind zwar gefüllt, doch der Standort schreibt rote Zahlen.
Medienbranche: TeleBielingue schrumpft drastisch
Nach einem Konzessionsverlust einigte sich der Sender TeleBielingue mit der Gewerkschaft Syndicom auf einen Sozialplan. Dieser tritt Ende Juni 2026 in Kraft. Von ursprünglich über 50 Stellen bleiben maximal 17 erhalten. Ab Juli startet ein Übergangsprogramm, im Herbst folgt das neue Konzept „TeleBielingue 2.0".
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BAG-Urteil: Arbeitgeber dürfen nachfragen
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat den Auskunftsanspruch von Arbeitgebern gestärkt. Verlangt ein gekündigter Arbeitnehmer Annahmeverzugslohn, dürfen Arbeitgeber nun Informationen über Vermittlungsvorschläge der Bundesagentur für Arbeit einfordern.
Lehnt ein Arbeitnehmer zumutbare Stellenangebote ohne triftigen Grund ab, kann der Arbeitgeber die Höhe des Annahmeverzugslohns begrenzen. Das ist vor allem bei langwierigen Kündigungsschutzprozessen relevant, in denen hohe Nachzahlungen drohen.
Pieper gerettet: 115 von 122 Filialen bleiben
Für die insolvente Parfümerie-Kette Pieper gibt es eine Lösung. Die seit 1931 bestehende Firma, seit November 2025 in Eigenverwaltung, wird von der AIH Holding (Groupe Bogart) übernommen. 115 der 122 Filialen bleiben erhalten. Von den rund 770 Stellen fallen etwa 30 weg. Die Marke Pieper wird fortgeführt.
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Chemieindustrie: Lohnplus nach zähen Verhandlungen
Nach acht Verhandlungsrunden und begleitenden Streiks einigten sich die Sozialpartner in der österreichischen Chemieindustrie auf einen neuen Kollektivvertrag für rund 50.000 Beschäftigte. Rückwirkend zum 1. Mai 2026 steigen die Ist-Löhne und Gehälter um 1,8 Prozent, maximal jedoch um 100 Euro pro Monat. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 300 Euro oder wahlweise einen zusätzlichen freien Tag. Die Mindestlöhne und Lehrlingseinkommen steigen um 2 Prozent.
Reformgipfel: Kein Durchbruch im Kanzleramt
Beim Reformgipfel im Kanzleramt am 10. Juni 2026 prallten die Positionen hart aufeinander. Gewerkschaften machten hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie den Wettbewerbsdruck aus China für die wirtschaftliche Schwäche verantwortlich. Arbeitgebervertreter verwiesen auf hohe Arbeitskosten, Bürokratie und den Fachkräftemangel. Ein Konsens in zentralen Fragen der Renten-, Steuer- und Arbeitsrechtspolitik blieb aus.
ILO: Neue Standards für Gig-Worker
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat verbindliche Standards für Gig-Worker festgelegt. Plattformbetreiber wie Lieferdienste können ihre Mitarbeiter künftig nicht mehr pauschal als Selbstständige einstufen. Die Umsetzung erfordert die Ratifizierung durch die nationalen Regierungen. Das könnte langfristig Auswirkungen auf die Absicherung in der Plattformökonomie haben.
Steuertipps: Werbungskosten und Homeoffice
Die durchschnittliche Steuererstattung lag 2025 bei 1.172 Euro, so das Statistische Bundesamt. Die Werbungskostenpauschale beträgt 1.230 Euro, die Homeoffice-Pauschale maximal 1.260 Euro.
In Österreich sieht eine Regierungsvorlage zum Budgetbegleitgesetz vom 10. Juni 2026 Änderungen bei der Altersteilzeit vor. Ab 2027 entfallen die Telearbeits- und Arbeitsplatzpauschalen. Gleichzeitig steigt die Sozialversicherungs-Höchstbeitragsgrundlage schrittweise auf 7.080 Euro (2027) und 7.130 Euro (2028).
