Baltenstaaten fordern EU-Transitverbot für russisches Getreide
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Russland bombardiert ukrainische Häfen und verhindert, dass ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt gelangt, will aber gleichzeitig vom Transport seines eigenen Getreides durch die Europäische Union profitieren. Unsere Infrastruktur darf Russland nicht dabei helfen, seinen Krieg zu finanzieren", hieß es in dem Brief an EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die EU dürfe Russland nicht erlauben, die wirtschaftlichen Folgen seiner Aggression auszugleichen. Auch müsse sie verhindern, dass aus besetzten Gebieten der Ukraine gestohlenes Getreide durch die EU exportiert werde. "Wir müssen den Druck auf den Aggressor erhöhen und der Ukraine helfen, ihre Waren auf den Weltmarkt zu bringen", betonten Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda und die Regierungschefs Kristen Michal (Estland) und Andris Kulbergs (Lettland).
Estland hatte in der Vorwoche ein Transitverbot für russisches Getreide verhängt. Auch Lettland und Litauen versuchen, durch verschiedene Maßnahmen wie höhere Tarife und strengere Kontrollen die Getreidelieferungen zu unterbinden. Die drei an Russland grenzenden EU- und Nato-Staaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt.

