Barclays, Künstliche Intelligenz

Barclays streicht 5.000 Jobs wegen KI und Sparprogramm

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die britische Großbank Barclays streicht weltweit rund fünf Prozent ihrer Stellen. Der Abbau betrifft vor allem interne Funktionen und ist Teil eines Sparprogramms, das mit Investitionen in Technologie und höherer Produktivität begründet wird.

Barclays beendet Sparprogramm

  • Barclays will bis Jahresende weltweit 5.000 Stellen abbauen.
  • Ein Fünftel des Abbaus ist bereits umgesetzt, 4.000 Stellen sollen folgen.
  • Die Bank erwartet bis Jahresende Einsparungen von rund 300 Millionen Pfund.
Die britische Großbank Barclays baut nach Investitionen in KI-Technologie 5000 Stellen ab. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa

Barclays baut weltweit 5.000 Stellen ab

Die britische Großbank Barclays will bis Ende des Jahres 5.000 Stellen abbauen und begründet den Schritt unter anderem mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ein Fünftel der Jobs ist bereits weggefallen, die übrigen 4.000 Stellen sollen bis Jahresende gestrichen werden.

Vor allem zentrale Funktionen betroffen

Der Abbau entspricht etwa fünf Prozent der weltweit 93.000 Beschäftigten und ist Teil größerer Sparmaßnahmen. Der Großteil der Einsparungen betrifft das Privatkundengeschäft, teilweise aber auch das Investmentbanking.

Überwiegend betroffen sind interne Unterstützungs- und Zentralfunktionen. Dazu zählt auch der Abbau von Entwicklerstellen, weil Künstliche Intelligenz nach Darstellung der Bank die Produktivität erhöht.

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Technologie bestimmt den Umbau

Barclays-Chef C.S. Venkatakrishnan bezeichnete die Maßnahmen als Ergebnis mehrjähriger Investitionen in Technologie. Die Bank will Künstliche Intelligenz nach seinen Angaben in großem Umfang einsetzen, sieht sie aber als Ergänzung zu den grundlegenden technologischen Investitionen.

300 Millionen Pfund Einsparungen

Bis Ende des Jahres will Barclays rund 300 Millionen Pfund einsparen, umgerechnet etwa 358 Millionen Euro. Damit endet ein dreijähriges Maßnahmenpaket, das Einsparungen und Investitionen in Technologie miteinander verbindet.

Im dritten Quartal erzielte die Großbank einen Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden Pfund. Das waren zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Schritt bei Barclays steht für einen Strukturwandel, der Europas Banken seit Jahren prägt. Institute investieren zugleich in digitale Plattformen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz und versuchen, ihre Kostenbasis an veränderte Arbeitsabläufe anzupassen. Besonders betroffen sind dabei häufig zentrale Funktionen, interne Dienstleistungen und Tätigkeiten, bei denen sich Prozesse standardisieren oder technisch unterstützen lassen.

Technologie senkt Kosten nicht automatisch

Barclays verbindet den Stellenabbau mit einem dreijährigen Spar- und Technologieprogramm. Die Bank will bis Jahresende rund 300 Millionen Pfund einsparen; der Abbau von etwa fünf Prozent der weltweit Beschäftigten macht sichtbar, dass Produktivitätsgewinne kurzfristig auch über weniger Personal erzielt werden können. Zugleich bleibt der Einsatz von KI in Banken an hohe Anforderungen gebunden, etwa bei Datenschutz, Nachvollziehbarkeit, IT-Sicherheit und der Kontrolle automatisierter Entscheidungen.

Folgen für Beschäftigte und Kunden

Für Beschäftigte in Unterstützungsfunktionen steigt der Anpassungsdruck, während Entwicklerstellen trotz wachsender Technologieinvestitionen unter Druck geraten können. Für Kunden muss der Umbau nicht zwingend unmittelbar spürbar sein: Entscheidend wird, ob Einsparungen in stabilere digitale Angebote und schnellere Abläufe fließen oder ob der Abbau die Erreichbarkeit und interne Kontrollstrukturen belastet.

Barclays bleibt profitabel

Der Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden Pfund im dritten Quartal zeigt, dass der Stellenabbau nicht mit einer akuten Verlustlage begründet wird. Vielmehr verbindet Barclays die Maßnahmen mit langfristiger Effizienz und dem Abschluss eines größeren Investitions- und Sparprogramms. Der Fall dürfte deshalb auch über die Bank hinaus als Signal gelten, wie Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen generativer KI gegen die sozialen und organisatorischen Kosten des Umbaus abwägen.

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