Bauausbildung, Berufe

Bauausbildung: 19 Berufe erhalten neue Ordnung ab August

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab August 2026 modernisierte Ausbildungsordnungen in 19 Bauberufen: Klimaschutz wird Pflichtstoff, die Zwischenprüfung entfällt zugunsten einer gestreckten Prüfung.

Bauausbildung reformiert: Klimaschutz und neue Prüfungen ab August
Auszubildender auf einer modernen Baustelle bei der Arbeit, Fokus auf zukunftsorientierte und nachhaltige Ausbildung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. August 2026 gelten für 19 Bauberufe grundlegend überarbeitete Ausbildungsordnungen. Die Reform integriert Klimaschutz und Nachhaltigkeit in die Lehrpläne und führt ein neues Prüfungsverfahren ein.

Erste große Reform seit 1999

Im Zentrum stehen Kompetenzen für das Bauen im Bestand, Ressourceneffizienz und Maßnahmen zum Klimaschutz. Damit reagiert die Branche auf die Energiewende und den steigenden Bedarf an Sanierungen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), bezeichnete die neuen Verordnungen als entscheidenden Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Sektors.

Prüfungen werden umstrukturiert

Die bisherige Zwischenprüfung fällt weg. Stattdessen gibt es eine gestreckte Prüfung: Der erste Teil findet bereits im vierten Halbjahr statt, der zweite am Ende der Ausbildung. So sollen Auszubildende kontinuierlicher geprüft und früher auf den Abschluss vorbereitet werden.

Mindestens 30 Wochen überbetriebliche Ausbildung bleiben Pflicht. In speziellen Bildungszentren lernen die Azubis praktische Fertigkeiten gewerkeübergreifend – unabhängig vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb.

Fachkräftemangel bleibt groß

Die Reform kommt nicht zu früh: Laut DIHK-Umfrage unter mehr als 14.000 Betrieben bleiben rund 53 Prozent der Ausbildungsplätze im Baugewerbe unbesetzt. Gründe sind unter anderem regionale Mobilitätshürden und fehlende Grundkompetenzen bei Bewerbern.

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Die tariflichen Vergütungen steigen im Ausbildungsjahr 2025/26 durchschnittlich um 3,9 Prozent. Doch: Rund 45 Prozent der Azubis ohne Tarifvertrag erhalten nur die gesetzliche Mindestvergütung von 724 Euro im ersten Lehrjahr.

Virtual Reality im Klassenzimmer

Ein Schulversuch an der Berufsschule Regen setzt auf VR-Training: In Kooperation mit der TÜV Süd Akademie simulieren Azubis der Fachrichtungen Metalltechnik sowie Bau und Holz Lastaufnahmen und Fahrparcours digital, bevor sie die praktische Prüfung unter Realbedingungen ablegen. Das schafft standardisierte Trainingsbedingungen und erhöht die Sicherheit im Umgang mit schweren Maschinen.

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Handwerksorganisationen melden derweil wachsendes Interesse junger Menschen an handwerklichen Berufen – sie gelten als krisensicher gegenüber KI-Entwicklungen. In Ostbrandenburg stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zuletzt leicht an.

Neue Gesetze erhöhen Druck

Flankiert wird die Bildungsreform durch neue Vorgaben: Seit dem 29. Juli 2026 ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft – es regelt neue Standards für Energieausweise und die Lebenszyklusbilanzierung. In Nordrhein-Westfalen tritt zudem am 1. September ein neuer BauCode in Kraft, der Genehmigungsverfahren digitalisiert und Umbauten im Bestand erleichtert.

Die Betriebe brauchen dafür qualifiziertes Personal. Die neuen Ausbildungsordnungen sollen genau das liefern. Ein Transformationsbarometer zur Überprüfung der Branchenkompetenzen ist bereits für 2027 geplant.

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