Baugenehmigungen, Wohnungsbau

Baugenehmigungen: 20.600 Wohnungen im August bewilligt

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 10:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im August wurden 20.600 Wohnungen genehmigt, deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Ob daraus tatsÀchlich neue Wohnungen entstehen, hÀngt nun vor allem von Finanzierungskosten und der geplanten Bundesbaugesellschaft ab.

MehrfamilienhÀuser tragen den Anstieg

  • Von Januar bis August genehmigten Behörden 90.600 Neubauwohnungen in MehrfamilienhĂ€usern.
  • Bei ZweifamilienhĂ€usern stieg die Zahl der Bewilligungen um 21,7 Prozent.
  • Ende 2025 lagen laut Baugewerbeverband rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis.
  • Es gibt Bewegung beim Wohnungsbau in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
  • Bauministerin Hubertz will den Bau beschleunigen. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Die Baugenehmigungen steigen deutlich, allerdings von eher niedrigem Niveau aus. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Es gibt Bewegung beim Wohnungsbau in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa Bauministerin Hubertz will den Bau beschleunigen. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa Die Baugenehmigungen steigen deutlich, allerdings von eher niedrigem Niveau aus. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Deutschland genehmigt im August 20.600 Wohnungen

In Deutschland wurden im August deutlich mehr Wohnungen bewilligt als ein Jahr zuvor. Insgesamt genehmigten die Behörden 20.600 Wohnungen, 6,8 Prozent oder 1.300 mehr als im August des Vorjahres.

Der AufwÀrtstrend bei den Baugenehmigungen hÀlt damit an, zugleich plant die Bundesregierung eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft mit Start im Jahr 2027.

AufwÀrtstrend setzt sich fort

Von Januar bis August wurden Baugenehmigungen fĂŒr 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden GebĂ€uden erteilt. Das entspricht einem Plus von gut 12 Prozent oder 18.300 Wohnungen gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum.

In neu zu errichtenden GebĂ€uden wurden 137.500 Wohnungen bewilligt, 12,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Genehmigungen fĂŒr EinfamilienhĂ€user stiegen um knapp acht Prozent, bei ZweifamilienhĂ€usern gab es ein Plus von 21,7 Prozent.

MehrfamilienhÀuser besonders gefragt

In MehrfamilienhĂ€usern, der zahlenmĂ€ĂŸig wichtigsten GebĂ€udeart, genehmigten die Behörden 90.600 Neubauwohnungen. Das waren 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklung nÀhrt die Hoffnung auf eine bessere Auftragslage im Wohnungsbau. Eine genehmigte Wohnung ist jedoch noch nicht gebaut: Ende 2025 lagen nach Angaben des Baugewerbeverbands rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis.

Höhere Zinsen bremsen die Erholung

FĂŒr Bauherren und Investoren verteuern sich die Finanzierungen. Die zehnjĂ€hrigen Bauzinsen stiegen wegen Inflationssorgen ĂŒber die Marke von 4 Prozent, wĂ€hrend sich Materialien und Energie im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg verteuerten.

Das Ifo-Institut registrierte im September eine wieder skeptischere EinschÀtzung der kommenden Monate im Wohnungsbau. Die Aussichten auf höhere Finanzierungskosten belasteten die Branche.

Bundesbaugesellschaft soll 2027 starten

Bundesbauministerin Verena Hubertz kĂŒndigte den Start einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft fĂŒr 2027 an. Das Konzept soll im Herbst vorgestellt werden.

Der Bund soll 51 Prozent der Anteile halten, 49 Prozent sollen auf externe Partner entfallen. Vorgesehen ist keine neue Baufirma, sondern ein schlankes Konstrukt, das mit Unternehmen sowie kommunalen und landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zusammenarbeitet.

Mit grĂ¶ĂŸeren AuftrĂ€gen und dem AAA-Rating des Bundes sollen gĂŒnstigere Finanzierungskonditionen erreicht werden. In Deutschland fehlen nach SchĂ€tzungen mehr als eine Million Wohnungen; im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt, so wenige wie seit 2012 nicht mehr.

Die Genehmigungszahlen markieren eine Verbesserung gegenĂŒber dem schwachen Vorjahresniveau, lösen das Wohnungsbauproblem aber noch nicht. Zwischen Januar und August wurden 169.400 Wohnungen genehmigt; zugleich wurden im vergangenen Jahr nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Genehmigungen bilden daher lediglich den Vorlauf fĂŒr spĂ€tere Bauleistungen und hĂ€ngen davon ab, ob Projekte finanziert und wirtschaftlich umgesetzt werden können.

Genehmigungen und Fertigstellungen

Besonders relevant ist der Zuwachs bei MehrfamilienhĂ€usern. Dort wurden im Zeitraum Januar bis August 90.600 Neubauwohnungen genehmigt, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. FĂŒr angespannte MietmĂ€rkte in StĂ€dten zĂ€hlt jedoch letztlich, wann diese Wohnungen tatsĂ€chlich bezugsfertig werden.

Die von Verena Hubertz angekĂŒndigte Bundesbaugesellschaft soll ab 2027 mit staatlicher Beteiligung und dem AAA-Rating des Bundes gĂŒnstigere Finanzierungen und grĂ¶ĂŸere AuftrĂ€ge ermöglichen. Das könnte die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte verbessern, ersetzt aber weder verfĂŒgbare GrundstĂŒcke noch Planungs- und BaukapazitĂ€ten.

Zinsen bleiben entscheidend

Die Finanzierung bleibt der zentrale Belastungsfaktor. Steigende Bauzinsen verteuern sowohl den Erwerb fĂŒr private Haushalte als auch die Kalkulation privater und kommunaler Investoren. Eine aktuelle Analyse zum Mietmarkt hebt ebenfalls hervor, dass höhere Finanzierungskosten Neubauprojekte bremsen können, wenn Mieten die zusĂ€tzlichen Kosten nicht ausgleichen.

FĂŒr Wohnungssuchende bedeutet der Anstieg der Genehmigungen deshalb zunĂ€chst keine schnelle Entlastung. Entscheidend werden die Fertigstellungen, die Entwicklung der Zinsen und die konkrete Ausgestaltung der Bundesbaugesellschaft sein.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70338498 |