Baustellenunglück, Gronau

Baustellenunglück in Gronau: Zwei Arbeiter tot, Ursache noch unklar

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem tödlichen Einsturz von Betonteilen untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft die Ursache; zwei Verletzte sind außer Lebensgefahr.
Rohbau eines Gebäudes mit leeren Treppenschächten und Betonwänden auf einer Baustelle. Illustration mit AI erstellt.

Nach einem schweren Baustellenunfall am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Gronau haben die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Am 29. Oktober 2026 waren bei Montagearbeiten im Treppenhaus eines Erweiterungsbaus an der Laubstiege tonnenschwere Betonteile abgestürzt. Zwei Arbeiter verloren dabei ihr Leben, zwei weitere erlitten schwere Verletzungen. An den Untersuchungen ist auch das Amt für Arbeitsschutz beteiligt.

Ablauf des Unglücks im Rohbau

Das Unglück ereignete sich am 29. Oktober 2026 gegen 12 Uhr. Beim Montieren vorgefertigter Treppenaufstiege mithilfe eines Krans in einem Schacht des Neubaus stürzten massive Betonteile über mehrere Geschosse hinweg herab. Bislang ist unklar, ob sich ein Treppenteil vom Kran löste oder das bereits errichtete Konstrukt in sich zusammenbrach.

Zum Unfallzeitpunkt befanden sich insgesamt 15 Personen auf dem Areal. Die beiden getöteten Arbeiter stammten aus Osnabrück und waren 44 sowie 46 Jahre alt. Zwei weitere Männer – ein 54-Jähriger aus Rheine und ein 28-Jähriger aus Hamburg – wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser transportiert; für sie besteht nach behördlichen Angaben keine Lebensgefahr.

Die elf weiteren auf der Baustelle anwesenden Handwerker blieben körperlich unversehrt und wurden vor Ort von Notfallseelsorgern betreut. Da der Unfall in die Herbstferien fiel, hielten sich weder Lehrkräfte noch Schulkinder auf dem Schulgelände auf.

Umfangreicher Rettungseinsatz und Sperrungen

Zahlreiche Rettungs- und Einsatzkräfte rückten unmittelbar nach dem Einsturz an die Laubstiege aus. Rund 35 Feuerwehrleute, drei Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Polizei und die Kriminalpolizei waren vor Ort. Zudem unterstützten zwei Fachberater des Technischen Hilfswerks die Maßnahmen. Ein angeforderter Rettungshubschrauber landete zwar am Einsatzort, war für den Transport der Verletzten jedoch nicht erforderlich.

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Die an das Schulgelände angrenzende Straße Laubstiege wurde für den Verkehr gesperrt. Gegen 20 Uhr am Unfalltag konnten die Einsatzkräfte die Bergungsarbeiten sowie die Identifizierung der verunglückten Bauarbeiter abschließen, woraufhin die Angehörigen benachrichtigt wurden. Über das Geschehen wurden zudem die Leitungen des Gymnasiums und der benachbarten Gesamtschule in Kenntnis gesetzt.

Ursachenforschung und weiteres Vorgehen

Bürgermeister Jörg von Borczyskowski sprach den Hinterbliebenen der Opfer sein Mitgefühl aus und bezeichnete den Vorfall als sehr ungewöhnlich. Der Erweiterungsbau sollte zusätzlichen Raum für zehn Schulklassen schaffen und wurde bislang bei laufendem Betrieb realisiert.

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Wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster mitteilte, werden die Untersuchungen zur genauen Rekonstruktion des Unfallhergangs längere Zeit in Anspruch nehmen. Die formelle Freigabe des Geländes für den Unterricht obliegt der Kriminalpolizei. Es ist vorgesehen, das Baustellengelände ab dem 2. November 2026 wieder freizugeben, sodass der Schulbetrieb im Anschluss an die Herbstferien regulär fortgesetzt werden kann.

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