BEG-Reform: Neue Staffelung spart 2,1 Mrd. Euro bis 2030
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 18:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Einem Schreiben des Finanzministeriums zufolge sollen bis 2030 rund 2,1 Milliarden Euro eingespart werden. Der Haushaltsausschuss entscheidet bereits am Mittwoch über die Neuausrichtung.
Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage. Rund 2,7 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) fließen nun in den Kernhaushalt. Während Programme zur Strompreiskompensation und Wasserstoffförderung stabil bleiben, trifft es die Gebäudeförderung hart.
Neue soziale Staffelung für Sanierungs-Bonus
Kernstück der Reform ist eine stärkere soziale Staffelung. Haushalte mit einem Jahreseinkommen bis 30.000 Euro erhalten künftig 40 Prozent Bonus. Bei Einkommen zwischen 30.000 und 40.000 Euro sind es 30 Prozent, bis 50.000 Euro noch 10 Prozent. Pro minderjährigem Kind verschiebt sich die Einkommensgrenze um 10.000 Euro nach oben.
Die maximal förderfähigen Kosten sinken von 30.000 auf 28.000 Euro – und fallen dann alle sechs Monate um weitere 750 Euro. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus schmilzt: Er sinkt halbjährlich um vier Prozentpunkte. Ziel ist ein Anreiz zur schnellen Sanierung bei gleichzeitig sinkenden Staatsausgaben.
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Wärmepumpen-Bonus nur für europäische Fertigung
Die Technologieförderung wird umgebaut. Der Effizienzbonus für Wärmepumpen und der Emissionsminderungszuschlag für Biomasseheizungen fallen weg. Neu eingeführt wird ein 15-Prozent-Bonus für Wärmepumpen aus europäischer Produktion. Heizungsförderung gibt es künftig nur noch beim Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energien.
Ab 2027 kommt ein Fünf-Prozent-Bonus für Sanierungen nach individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP). Der iSFP-Bonus greift dann aber erst ab der zweiten Maßnahme. Bei Komplettsanierungen zum Effizienzhaus sinken die Tilgungszuschüsse um zehn Prozentpunkte.
Kritik von Verbänden und Verfassungsklage
Die Pläne stoßen auf Widerstand. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, dass der vermietete Wohnungsbestand vernachlässigt werde. Ohne klare ordnungsrechtliche Leitplanken reichten die Sanierungsanreize nicht aus, warnt die Geschäftsführung. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie pocht dagegen auf verlässliche Förderung für den Markthochlauf.
Die Linke hat Organklage und Eilantrag eingereicht. Das könnte die für September geplante Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes verzögern. Auch die Grünen melden verfassungsrechtliche Bedenken an – besonders gegen die geplante Aufweichung der 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen.
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Finanzielle Perspektiven bis 2030
Der Kabinettsbeschluss zum Haushalt 2027 sieht Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor. Die BEG-Förderung soll laut früheren Zusagen bis mindestens 2029 gesichert bleiben. Eine umfassende Evaluation ist für 2030 geplant.
Der wirtschaftliche Druck ist enorm: Laut co2online verursachen fossile Heizsysteme über 20 Jahre Mehrkosten von bis zu 42.000 Euro gegenüber einer Wärmepumpe. Die staatlichen Zuschüsse entscheiden für viele Haushalte mit über die Technologiewahl.
