Kiews, Aktion

Kiews Aktion 'Spinnennetz': Neue Zahl zerstörter Flugzeuge

03.06.2025 - 11:34:31

Bei der ukrainischen Geheimoperation "Spinnennetz" mit Drohnenattacken gegen russische MilitĂ€rflughĂ€fen weit im Hinterland sind womöglich weniger Flugzeuge zerstört worden, als ursprĂŒnglich aus Kiew genannt.

Aus neuen Angaben des ukrainischen Generalstabs geht hervor, dass die russischen StreitkrĂ€fte zwölf Flugzeuge eingebĂŒĂŸt haben sollen. Flugzeugtypen nannte der Stab nicht. Der Geheimdienst SBU hatte zuvor von 41 zumindest beschĂ€digten Flugzeugen gesprochen, darunter das FrĂŒhwarnflugzeug Berijew A-50, Tupolew Tu-95, Tu-22 und Tu-160.

Die Ukraine hatte die Drohnenangriffe auf FlughÀfen im Gebiet Irkutsk und Murmansk im Zuge der so bezeichneten Operation Spinnennetz als beispiellosen Schlag gegen die russische Luftwaffe gefeiert. Nach SBU-Angaben wurden mehr als 40 Kampf- und AufklÀrungsflugzeuge getroffen - etwa 34 Prozent der russischen Bomber, die in der Lage sind, Marschflugkörper abzusetzen.

Russland kĂŒndigt Rache an

Von russischer Seite wurde eine scharfe Reaktion angekĂŒndigt. "Rache ist unvermeidlich", schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, bei Telegram. Zugleich verwies er auf den aktiven Vormarsch der russischen Armee. "Alles, was in die Luft gesprengt werden sollte, wird in die Luft gesprengt werden, und diejenigen, die ausgelöscht werden sollten, werden verschwinden", fuhr der russische Ex-PrĂ€sident fort. Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul seien nicht nötig, um einen Kompromissfrieden zu erreichen. Vielmehr sie dienten sie dazu, den russischen Sieg nĂ€her bringen.

Auch Medien hatten weniger zerstörte Flugzeuge gezÀhlt

Das russische Verteidigungsministerium bestÀtigte, dass in den Regionen Murmansk und Irkutsk Flugzeuge durch Drohnenangriffe in Brand geraten seien, nannte aber keine Zahlen oder Typen. UnabhÀngige Medien hatten in eigenen Recherchen nach Auswertung von Videos und Satellitenbildern deutlich niedrigere Zahlen genannt als der ukrainische Geheimdienst - zwischen 9 beschÀdigten Flugzeugen und nicht mehr als 14.

Die kleinen ferngesteuerten FluggerÀte waren demnach in Holzkisten auf Lastwagen versteckt, deren Fahrer sie nichtsahnend an die MilitÀrgelÀnde heranfuhren. Dort öffneten sich die Lkw-DÀcher automatisch, und die mit Sprengstoff versehenen Drohnen begannen ihre Attacke.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj feierte den ĂŒberraschenden Angriff seines Geheimdienstes SBU als "absolut brillanten Erfolg". Anderthalb Jahre Vorbereitung seien vorausgegangen. Attackiert wurden demnach StĂŒtzpunkte in den Regionen Iwanowo, Rjasan und Murmansk im europĂ€ischen Teil Russlands, Irkutsk in Sibirien und Amur im Fernen Osten.

@ dpa.de