Beiersdorf, Nivea

Beiersdorf: Nivea-Umsatz sinkt im dritten Quartal um 4,9 Prozent

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 10:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Umsatz der wichtigsten Beiersdorf-Marke schrumpfte im dritten Quartal weiterhin, allerdings weniger stark als im Frühjahr. Wachstum bei Dermatologie-Produkten und La Prairie stützte den Konzern.

Beiersdorf stärkt weitere Markenbereiche

  • Der Nivea-Umsatz sank im dritten Quartal organisch um 4,9 Prozent auf nahezu 1,3 Milliarden Euro.
  • Beiersdorf erzielte konzernweit annähernd 2,4 Milliarden Euro Umsatz, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Die Jahresprognose sieht weiterhin einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich vor.
Zur Marke Nivea gehören etwa Deodorants. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Nivea-Umsatz sinkt im dritten Quartal weniger stark

Der Umsatz der Beiersdorf-Kernmarke Nivea ist im dritten Quartal organisch um 4,9 Prozent auf nahezu 1,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Im Vorquartal hatte das Minus noch 6,7 Prozent betragen.

Der Hamburger Dax-Konzern teilte zugleich mit, dass die Nivea-Umsätze im weltweiten Einzelhandel gewachsen seien und sich die Dynamik verbessert habe.

18-monatiger Umbauplan soll Marke stärken

Beiersdorf hatte im Sommer einen 18-monatigen Umbauplan für die kriselnde Markenfamilie angekündigt. Teil des Wachstumsplans sind höhere Werbeausgaben und neue Vertriebs- und Produktinitiativen.

Für die Sonnenschutzlinie Nivea Sun schloss das Unternehmen eine Partnerschaft mit der Tour de France ab. Im September brachte Beiersdorf zudem die für Schwellenländer entwickelte, reduzierte Produktlinie Face+ nach Europa.

Dermatologie-Marken wachsen stärker

Auf Nivea entfällt mehr als die Hälfte des Beiersdorf-Umsatzes. Der Konzern erzielte im dritten Quartal insgesamt annähernd 2,4 Milliarden Euro, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Abgeschwächt wurde der Rückgang durch ein beschleunigtes Wachstum der Dermatologie-Marken, deren Produkte üblicherweise in Apotheken verkauft werden. Auch die Luxusmarke La Prairie entwickelte sich dank einer deutlich höheren Nachfrage in China besser.

Jahresprognose bleibt unverändert

Beiersdorf bestätigte die im Sommer gesenkte Jahresprognose. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und eine operative Marge von mindestens 11,8 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte die Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern 14 Prozent betragen. Beiersdorf beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Menschen; deutsche Werke stehen in Hamburg, Berlin und Leipzig.

Beiersdorf steht bei Nivea vor der Aufgabe, eine globale Kernmarke zugleich zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Der Rückgang aus eigener Kraft fiel im dritten Quartal mit 4,9 Prozent zwar geringer aus als im Vorquartal, blieb aber deutlich. Weil Nivea mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet, prägt die Entwicklung der Marke maßgeblich die Gesamtleistung des Hamburger Unternehmens.

Der angekündigte 18-monatige Umbau setzt auf höhere Werbeausgaben, neue Produkte und eine stärkere Präsenz in wichtigen Märkten. Die Partnerschaft von Nivea Sun mit der Tour de France soll die Sichtbarkeit der Sonnenschutzlinie erhöhen. Mit Face+ bringt Beiersdorf zudem ein für Schwellenländer entwickeltes, reduziertes Sortiment nach Europa.

Breitere Konzernbasis

Die Zahlen zeigen zugleich, dass Beiersdorf nicht allein von Nivea abhängt. Das Wachstum der Dermatologie-Marken beschleunigte sich, und La Prairie profitierte von einer besseren Nachfrage in China. Diese Bereiche können den Druck auf die Kernmarke abfedern, ersetzen deren Größenordnung aber nicht.

Für den Konzern bleibt deshalb entscheidend, ob aus der verbesserten Dynamik im Einzelhandel ein nachhaltiger Umsatzanstieg wird. Die bestätigte Prognose eines niedrigen einstelligen organischen Umsatzrückgangs und einer Marge von mindestens 11,8 Prozent macht deutlich, dass Beiersdorf zunächst mit einer Erholung unterhalb des früheren Ertragsniveaus rechnet.

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