Trump, RĂŒcktritt

Trump fordert RĂŒcktritt des Intel-Chefs

07.08.2025 - 14:45:47

Beim notleidenden Chipkonzern Intel hat der neue Chef Lip-Bu Tan gerade erst einen Kurs fĂŒr den Weg aus der Krise vorgegeben. Doch nun gibt es neue Unruhe: Der US-PrĂ€sident will, dass er sofort geht.

US-PrĂ€sident Donald Trump fordert den sofortigen RĂŒcktritt von Intel-Chef Lip-Bu Tan, nachdem ein amerikanischer Senator dem Chip-Manager zu große NĂ€he zu China vorgeworfen hat. Intel hatte den 65-JĂ€hrigen erst im MĂ€rz nach monatelanger Suche in den Chefposten gehoben. Der Branchenveteran setzte beim kriselnden Intel-Konzern den Rotstift an und gab auch die Milliarden-PlĂ€ne zum Bau einer Fabrik in Magdeburg auf.

Lip-Bu Tan fĂŒhrte zuvor den Chipentwickler Cadence. Der republikanische Senator Tom Cotton verwies nun darauf, dass Cadence unter dessen FĂŒhrung widerrechtlich Produkte an eine MilitĂ€runiversitĂ€t in China verkauft und Technologie an ein chinesisches Unternehmen weitergegeben habe. Auch gebe es Berichte, wonach Lip-Bu Tan «Dutzende» Firmen in China kontrolliere. Cotton forderte eine Antwort vom Intel-Verwaltungsrat bis Mitte August.

Trump: RĂŒcktritt einzige Lösung

Trump schrieb nun bei seiner Online-Plattform Truth Social, Lip-Bu Tan habe Interessenkonflikte und mĂŒsse sofort zurĂŒcktreten. «Es gibt keine andere Lösung fĂŒr dieses Problem.» 

Intel reagierte Stunden spÀter mit einer sehr vorsichtigen Stellungnahme. Der Konzern und Lip-Bu Tan betonten darin, dass sie den Sicherheits-Interessen der USA verpflichtet seien. Man investiere Milliarden im Heimatland - und wolle weiter mit der US-Regierung in Kontakt bleiben.

Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurĂŒck. Ein entscheidender Moment war der verlorene Kampf um den Platz in Smartphones. Intel hoffte, die StĂ€rke im PC-GeschĂ€ft auf die MobilgerĂ€te zu ĂŒbertragen - doch stromsparendere Prozessoren setzten sich durch. Smartphone-Chips kommen somit nicht von Intel, sondern von Wettbewerbern wie Qualcomm oder TSMC. Und bei Chipsystemen fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz fĂŒhrt mit großem Abstand Nvidia.

@ dpa.de