Arbeitsmarkt, Immobilien

Kampf um FachkrÀfte: Wie die Eigenmietwert-Abstimmung den Druck auf das Handwerk verschÀrft

Veröffentlicht am: 09.06.2026 um 08:20 Uhr | presseportal.de

Belp - In der Schweiz sorgt die jĂŒngste Eigenmietwert-Abstimmung fĂŒr massive Bewegung im Bau- und Renovierungsmarkt. Weil die neuen Regelungen direkten Einfluss auf Umbauprojekte haben, rechnen Experten landesweit mit einer deutlich steigenden Nachfrage und das bis mindestens 2028. FĂŒr viele EigentĂŒmer heisst das jetzt: schnell handeln, bevor es noch teurer wird. Doch genau das verschĂ€rft ein anderes Problem dramatisch: den ohnehin harten Kampf um qualifizierte Handwerker, der nun höher sein dĂŒrfte als je zuvor.

Kampf um FachkrÀfte: Wie die Eigenmietwert-Abstimmung den Druck auf das Handwerk verschÀrft - Bild: presseportal.de
Kampf um FachkrÀfte: Wie die Eigenmietwert-Abstimmung den Druck auf das Handwerk verschÀrft - Bild: presseportal.de

Die Abstimmung trifft auf einen Markt, der schon am Limit lĂ€uft. Wer jetzt umbauen oder renovieren will, braucht starke Nerven und vor allem frĂŒhzeitige Planung. Gute FachkrĂ€fte werden zur Mangelware, und das wird die Preise weiter antreiben. Dieser Beitrag zeigt, was das fĂŒr das Handwerk und fĂŒr Endverbraucher bedeutet.

Vorzieheffekte bis 2028: Warum der Markt jetzt unter Druck gerÀt

Der politische Entscheid wirkt wie ein Beschleuniger fĂŒr Investitionen. Bis zur vollstĂ€ndigen EinfĂŒhrung der neuen Regelung ziehen viele Eigenheimbesitzer geplante Umbauten, Renovationen und Sanierungen bewusst vor. Solange Unterhalts- und Investitionskosten steuerlich abziehbar sind, erscheinen auch umfangreichere Projekte wirtschaftlich sinnvoll. Entsprechend nimmt die Zahl der Offertanfragen und Projektstarts spĂŒrbar zu. Diese Entwicklung dĂŒrfte den Markt ĂŒber mehrere Jahre stark beanspruchen und die KapazitĂ€ten im Bau- und Renovationsbereich weiter verdichten.

Gleichzeitig zeichnet sich bereits ab, dass diese Phase zeitlich begrenzt ist. Nach der Umstellung verliert der steuerliche Abzug fĂŒr selbstbewohntes Eigentum weitgehend an Bedeutung. Investitionen in KĂŒche, Bad, Heizung oder GebĂ€udehĂŒlle werden kritischer hinterfragt und hĂ€ufiger aufgeschoben oder reduziert. FĂŒr viele Betriebe entsteht damit ein Spannungsfeld aus kurzfristiger Überlastung und langfristiger Unsicherheit.

FachkrÀftemangel als limitierender Faktor

Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Personal. Die stark steigende Nachfrage trifft auf einen Arbeitsmarkt, der seit Jahren angespannt ist. Viele erfahrene FachkrÀfte erreichen das Pensionsalter, wÀhrend der Nachwuchs den Bedarf nicht annÀhernd deckt. ZusÀtzlich wechseln qualifizierte ArbeitskrÀfte vermehrt in andere Branchen, in denen Arbeitszeiten planbarer sind und die körperliche Belastung geringer ausfÀllt.

Am stĂ€rksten betroffen sind jene Gewerke, die fĂŒr Unterhalt und Erneuerung von Liegenschaften unverzichtbar sind. Dazu zĂ€hlen SanitĂ€r-, Heizungs- und Elektroinstallationen ebenso wie Dach-, Ausbau- und Innenausbauarbeiten. In diesen Bereichen entscheidet zunehmend nicht mehr der Preis, sondern die VerfĂŒgbarkeit darĂŒber, ob und wann ein Projekt umgesetzt werden kann.

Was jetzt fĂŒr EigentĂŒmer, Bauherren und Betriebe zĂ€hlt

FĂŒr EigentĂŒmer und Bauherren wird eine vorausschauende Planung zum zentralen Erfolgsfaktor. Kurzfristige Umbauten lassen sich kaum mehr realisieren, da viele Betriebe ĂŒber Monate hinweg ausgebucht sind. Wer Projekte umsetzen will, sollte frĂŒhzeitig planen, klare Vorgaben definieren und schnell verbindliche Entscheide treffen. Je besser ein Vorhaben vorbereitet ist, desto eher lassen sich passende Zeitfenster sichern.

Auch Handwerksbetriebe stehen vor strategischen Entscheidungen. Um im Wettbewerb um FachkrĂ€fte bestehen zu können, gewinnen verlĂ€ssliche Arbeitsstrukturen, gute Organisation und WertschĂ€tzung im Alltag weiter an Bedeutung. Gleichzeitig wird eine glaubwĂŒrdige PrĂ€senz nach aussen wichtiger, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Sichtbarkeit allein reicht dabei nicht aus – entscheidend ist, dass sie durch reale Einblicke und konsistente Arbeitsbedingungen gestĂŒtzt wird.

Insgesamt zeigt sich, dass die Eigenmietwert-Abstimmung weit ĂŒber steuerliche Fragen hinaus wirkt. Sie verstĂ€rkt bestehende EngpĂ€sse im Handwerk und verschiebt die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse im Markt spĂŒrbar. Wer diese Dynamik frĂŒh erkennt und entsprechend handelt, kann Risiken besser abfedern. FĂŒr alle anderen dĂŒrfte der zunehmende Druck deutlich spĂŒrbar werden.

Über Luca TschĂ€ppeler:

Luca TschĂ€ppeler ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer der TschĂ€ppeler Solutions GmbH und Experte fĂŒr nachhaltiges Wachstum im Mittelstand. Mit seinem Team unterstĂŒtzt er Schweizer KMUs dabei, FachkrĂ€fte zu gewinnen und Neukunden strategisch zu erreichen. Sein Fokus liegt auf datenbasierten Marketingstrategien und tiefem ZielgruppenverstĂ€ndnis, um langfristige Erfolge zu erzielen. Mehr Informationen unter: https://tschaeppeler-solutions.ch/

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Ruben SchÀfer
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