E-Rezepte sollen 2024 auf breiter Front zu bekommen sein
14.07.2023 - 08:28:50Elektronische Rezepte sollen bis Anfang nĂ€chsten Jahres auf breiter Front in Praxen zu bekommen sein. Vom 1. Januar 2024 an soll es fĂŒr Ărztinnen und Ărzte verpflichtend sein, Verschreibungen elektronisch auszustellen, wie es in einem Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums heiĂt. Die Praxen sollen sich schrittweise umstellen. Zum Einlösen von E-Rezepten gibt es seit dem 1. Juli bereits eine neue Möglichkeit, bei der man in der Apotheke die Versichertenkarte der Krankenkasse in ein LesegerĂ€t steckt. Bis Ende Juli sollen voraussichtlich 80 Prozent der Apotheken diesen zusĂ€tzlichen Weg anbieten können.
Ein bundesweiter Start elektronischer Rezepte in gröĂerem Stil hatte sich mehrfach verzögert, auch wegen technischer Probleme. Eigentlich bestand eine Verpflichtung fĂŒr die Praxen dazu schon ab Anfang 2022. Der neue, einfachere Einlöseweg per Karte soll nun einen Durchbruch ermöglichen. Davor waren E-Rezepte anstelle des gewohnten rosa Zettels auch schon ĂŒber eine Smartphone-App oder einen ausgedruckten QR-Code einzulösen. Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung hatte vor falschen Erwartungen gewarnt, dass vom 1. Juli an auch bereits in allen Arztpraxen E-Rezepte ausgestellt werden könnten.
Forderung nach mehr Nutzerfreundlichkeit
Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei enorm wichtig, dass mit dem Gesetz wieder Dynamik in die Digitalisierung komme. «Es gibt zwar das E-Rezept und die elektronische Patientenakte, aber kaum einer nutzt sie.» Daher brauche es dringend mehr Nutzerfreundlichkeit und echten Mehrwert fĂŒr Patienten und Ărzte, damit sie auch in der Breite genutzt wĂŒrden.
Der Referentenentwurf aus dem Haus von Minister Karl Lauterbach (SPD) sieht auch Regelungen zum geplanten Neustart fĂŒr E-Patientenakten vor. Demnach sollen alle gesetzlich Versicherten bis 15. Januar 2025 automatisch eine bekommen - es sei denn, man lehnt das aktiv ab. Als freiwilliges Angebot waren die E-Akten 2021 eingefĂŒhrt worden, aber nicht einmal ein Prozent der 74 Millionen Versicherten nutzt sie. Sie sollen Befunde, Laborwerte oder Medikamentenlisten speichern können.


