Berenberg-Umbau, Hannover-Standort

Berenberg-Umbau: Hannover-Standort geschlossen, Deutschland-Chef geht

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg strafft das Wealth Management: Trennung von Deutschland-Chef Friske, Schließung des Standorts Hannover und Wegfall einer Managementebene.

Berenberg: Umbau im Wealth Management – Standort Hannover wird geschlossen
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes im Hamburger Bankenviertel während der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Hamburger Privatbank Berenberg leitet eine tiefgreifende Reorganisation ihres Wealth-Management-Sektors ein. Wie das Institut am 4. August 2026 bestätigte, umfasst der Umbau die Trennung vom bisherigen Deutschland-Chef Sven Friske sowie personelle Veränderungen in der regionalen Führungsebene. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund einer vorangegangenen Intervention der Finanzaufsicht und struktureller Anpassungen innerhalb des Hauses.

Wegfall von Managementebenen und Standortschließung

Im Zentrum der Umstrukturierung steht das Ausscheiden von Sven Friske, der bislang die Leitung des Deutschland-Geschäfts im Wealth Management innehatte. Die Bank gab bekannt, dass in diesem Zuge auch regionale Führungspositionen neu besetzt oder gestrichen werden. So verlassen die Standortleiter Ali Reza Panah-Pouri (Hannover) und André Nogat (Hamburg) das Unternehmen.

Besonders deutlich werden die Einschnitte am Standort Hannover, der nach dem Weggang von Panah-Pouri komplett geschlossen wird. Die Aufgaben in der Region sollen künftig neu verteilt werden. Als Nachfolger für die verbleibenden Leitungsfunktionen innerhalb der neuen Struktur wurde Hannes Roffmann ernannt. Ziel dieser personellen Neuordnung ist eine deutliche Straffung der internen Hierarchien. Berenberg bestätigte, dass im Zuge der Transformation eine komplette Managementebene entfällt. Künftig sollen die Regionalleiter direkt an Frederik Gottlob berichten, wodurch die Entscheidungs- und Kommunikationswege innerhalb des Hauses verkürzt werden.

Abgänge in strategischen Geschäftsbereichen

Über das klassische Wealth Management hinaus verzeichnet die Bank weitere Abgänge in strategisch relevanten Positionen. Nico Baum, der die Funktionen als Head of AI und Head of Solutions bekleidete, scheidet ebenfalls aus. Baum, der die technologische Entwicklung und den Einsatz künstlicher Intelligenz verantwortete, bestätigte diesen Schritt gegenüber Bloomberg.

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Bereits in der jüngeren Vergangenheit hatte das Haus Verluste auf Personalebene hinnehmen müssen. So verließ unter anderem Philipp Löhrhoff das Unternehmen. Diese Häufung von Abgängen verdeutlicht die aktuellen Herausforderungen bei der Mitarbeiterbindung, mit denen das Institut konfrontiert ist.

Regulatorischer Hintergrund und operative Folgen

Die aktuelle Restrukturierung erfolgt in einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit durch die Aufsichtsbehörden. Im Juni hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die bisherige Geschäftsleitung der Bank abgesetzt. Branchenkenner sehen in dieser regulatorischen Maßnahme einen wesentlichen Faktor für die aktuelle personelle Unruhe innerhalb des Instituts.

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Die Bank steht nun vor der Aufgabe, unter der neuen operativen Führung die Strukturen zu stabilisieren und die veränderten Verantwortlichkeiten im Wealth Management zu etablieren. Die Konzentration der Berichtswege auf Frederik Gottlob sowie die Schließung kleinerer Einheiten wie der in Hannover unterstreichen den Fokus auf eine effizientere Organisation. Das Institut reagiert damit auf die Notwendigkeit, nach der behördlichen Intervention im Frühsommer wieder zu einer stabilen personellen und strategischen Aufstellung zurückzufinden.

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