KORREKTUR / ROUNDUP 2: USA schicken Milliardenpaket mit MilitĂ€rhilfe fĂŒr Ukraine
24.04.2024 - 19:28:06(Berichtigt im vorletzten Absatz, dass die Gesamtsumme der UnterstĂŒtzung fĂŒr Israel in dem Gesetz 26 Milliarden US-Dollar betrĂ€gt, darunter unter anderem auch 9 Milliarden US-Dollar fĂŒr humanitĂ€re Hilfe weltweit.)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach der Freigabe neuer Ukraine-Hilfen durch den Kongress hat US-PrĂ€sident Joe Biden ein sofortiges neues MilitĂ€rpaket fĂŒr das von Russland angegriffene Land angekĂŒndigt. "In den nĂ€chsten Stunden" werde man damit beginnen, AusrĂŒstung fĂŒr die Flugabwehr, Artillerie, Raketensysteme und gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine zu schicken, sagte Biden am Mittwoch bei einer Rede im WeiĂen Haus. Es handle sich dabei nicht nur um eine Investition in die Sicherheit der Ukraine, sondern auch in die Sicherheit Europas.
Das neue Paket mit einem Wert von rund einer Milliarde US-Dollar enthĂ€lt einer vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Ăbersicht zufolge dringend benötigte Artilleriegranaten verschiedener Kaliber und Raketen fĂŒr Flugabwehrsysteme. Zudem erhĂ€lt die Ukraine neben anderen Fahrzeugen auch weitere Bradley-SchĂŒtzenpanzer. Im Unklaren blieb, ob zu der aufgefĂŒhrten Munition fĂŒr die Himars-Mehrfachraketenwerfer auch weitreichende ATACMS-Raketen mit circa 300 Kilometer Reichweite gehören werden. Das Paket speist sich den Angaben zufolge aus BestĂ€nden des US-MilitĂ€rs.
Biden: Amerika steht an der Seite seiner Freunde
Nach einer monatelangen innenpolitischen HĂ€ngepartie hatte der US-Kongress am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) mit der Zustimmung des Senats milliardenschwere Hilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine gebilligt - und damit den Weg fĂŒr neue Waffenlieferungen erst freigemacht. Das Gesetz sieht Hilfen im Umfang von rund 61 Milliarden US-Dollar (57 Milliarden Euro) fĂŒr Kiew vor. Die US-Regierung hatte die Freigabe der Mittel vom Parlament lange und vehement gefordert.
Die bisherigen US-Hilfen fĂŒr die Ukraine waren ausgelaufen. Seit Ende des vergangenen Jahres blieb neue UnterstĂŒtzung aus den USA weitgehend aus. Dabei ist Kiew dringend auf die Hilfen angewiesen. "Amerika steht an der Seite unserer Freunde. Wir stellen uns gegen Diktatoren", sagte Biden in seiner Rede. Die USA wĂŒrden vor Kremlchef Wladimir Putin nicht klein beigeben. Biden warnte, dass Russland als nĂ€chsten Schritt einen Nato-Partner angreifen könnte. "Wir hĂ€tten keine andere Wahl, als ihnen zu Hilfe zu kommen, so wie unsere Nato-VerbĂŒndeten uns nach den AnschlĂ€gen vom 11. September zu Hilfe gekommen sind."
Einigung zu ATACMS soll erzielt worden sein
Das vom Kongress gebilligte und von Biden unterzeichnete Gesetz mit den Milliardenhilfen sieht unter anderem Mittel fĂŒr die Aufstockung von Waffen und Munition im Bestand des US-MilitĂ€rs vor. Dieses Geld geht somit nur indirekt an die Ukraine, da die USA das von Russland angegriffene Land in der Regel mit AusrĂŒstung aus eigenen BestĂ€nden ausstatten - was hĂ€ufig schneller geht, als bei der Industrie neu zu bestellen.
Der Rest des Hilfspakets ist fĂŒr weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung und Finanzhilfe vorgesehen, teilweise auch in Form von Darlehen. Der Text dringt auĂerdem auf die Lieferung der weitreichenden Raketensysteme vom Typ ATACMS. Bisher haben die USA ATACMS mit einer Reichweite von rund 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wĂŒnscht sich aber Systeme mit einer Reichweite von 300 Kilometern.
Am Montag hatten Biden und der ukrainische PrÀsident Wolodymr Selenskyj miteinander telefoniert. Selenskyj sagte im Anschluss, es seien Details zur Lieferung neuer reichweitenstarker Raketen vom Typ ATACMS "finalisiert" worden. Selenskyj machte aber noch keine Angaben dazu, welches Modell ATACMS die USA liefern wollten.
Die USA gelten als wichtigster UnterstĂŒtzer der Ukraine. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 hat Bidens Regierung militĂ€rische Hilfe im Umfang von mehr als 44 Milliarden US-Dollar fĂŒr Kiew bereitgestellt. Hinzu kommen noch weitere Milliarden an nichtmilitĂ€rischer Finanzhilfe.
Auch Hilfen fĂŒr Israel und Taiwan im Gesetz
Das Gesetz, das durch Bidens Unterzeichnung am Mittwoch in Kraft trat, enthĂ€lt neben der Hilfen fĂŒr die Ukraine gut 26 Milliarden US-Dollar an UnterstĂŒtzung fĂŒr Israel, davon rund 9 Milliarden Dollar fĂŒr humanitĂ€re Hilfe - unter anderem fĂŒr die Menschen im Gazastreifen. Mit der MilitĂ€rhilfe fĂŒr Israel sollen zum Beispiel Israels Raketenabwehr sowie die laufenden MilitĂ€reinsĂ€tze der USA in der Region finanziert werden. In dem Paket sind zudem rund acht Milliarden US-Dollar an UnterstĂŒtzung fĂŒr Taiwan und den Indopazifik-Raum enthalten.
Der Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus vorausgegangen war eine monatelange Blockade. Wegen der Ukraine-Hilfen tobte in der von den Republikanern dominierten Kammer ein Machtkampf. Der Vorsitzende Mike Johnson stand unter groĂem Druck vom rechten Rand seiner Partei und verhinderte die Abstimmung lange Zeit. Die Hardliner drohten ihm mit einem Misstrauensvotum. Sie lehnen weitere US-Hilfen fĂŒr die Ukraine vehement mit der Argumentation ab, Steuergelder sollten zuallererst fĂŒr den Schutz der eigenen Grenze ausgegeben werden und nicht fĂŒr den Schutz anderer LĂ€nder./trö/DP/he

