Berlin: 380 LehrkrĂ€fte dauerhaft krankgeschrieben â Urlaubsabgeltung im Fokus
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Berlin sorgt der Fall einer Lehrerin fĂŒr Aufsehen, die seit 17 Jahren ununterbrochen krankgeschrieben ist. Berichten zufolge besteht fĂŒr die PĂ€dagogin die Möglichkeit, eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr nicht genommenen Urlaub, die sogenannte Urlaubsabgeltung, zu erhalten. Dieser Einzelfall ist Teil einer umfassenderen Statistik des Berliner Senats ĂŒber langzeiterkrankte LehrkrĂ€fte im Schuldienst der Hauptstadt.
Hohe Zahl an Langzeiterkrankungen im Berliner Schuldienst
Wie aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des BSW hervorgeht, ist die Zahl der LehrkrĂ€fte, die sich im dauerhaften Krankenstand befinden, signifikant. Stand Mitte August 2026 sind in Berlin insgesamt 225 verbeamtete und 155 angestellte LehrkrĂ€fte seit mindestens einem Jahr krankgeschrieben. Die Daten verdeutlichen, dass Langzeiterkrankungen ĂŒber mehrere Jahre hinweg kein isoliertes PhĂ€nomen darstellen.
Von den betroffenen Personen befinden sich 50 LehrkrĂ€fte seit zwei Jahren im Krankenstand. Bei 14 weiteren hĂ€lt die ArbeitsunfĂ€higkeit bereits seit fĂŒnf Jahren an, wĂ€hrend 18 LehrkrĂ€fte seit mindestens zehn Jahren als krankgeschrieben gemeldet sind. Der Fall der seit 17 Jahren abwesenden Lehrerin stellt dabei die Spitze der statistischen Erhebung dar.
Verteilung ĂŒber alle Schulformen hinweg
Die AusfĂ€lle durch Langzeiterkrankungen betreffen das gesamte Spektrum des Berliner Bildungswesens. Den Daten des Senats zufolge entfĂ€llt der gröĂte Anteil auf die Grundschulen, an denen 98 langzeiterkrankte LehrkrĂ€fte registriert sind. An den Sekundarschulen sind 54 Personen betroffen, gefolgt von den Gymnasien mit 34 FĂ€llen.
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Auch in anderen Bildungsbereichen sind entsprechende AusfÀlle zu verzeichnen: An berufsbildenden Schulen sind 27 LehrkrÀfte seit mindestens einem Jahr krankgemeldet, an Förderschulen liegt die Zahl bei 12. Ein kleiner Teil der Betroffenen strebt eine VerÀnderung an; laut Senatsverwaltung befinden sich 29 der langzeiterkrankten LehrkrÀfte derzeit in einer beruflichen Neuorientierung.
Diskussion ĂŒber rechtliche Rahmenbedingungen und Systematik
Die Veröffentlichung der Zahlen und der Fall der seit 17 Jahren krankgeschriebenen Lehrerin haben eine Debatte ĂŒber den Umgang mit dauerhafter ArbeitsunfĂ€higkeit im öffentlichen Dienst ausgelöst. In öffentlichen Diskussionen und Leserbriefen wird vermehrt die Frage nach der EffektivitĂ€t bestehender MaĂnahmen zur Wiedereingliederung oder zur DienstfĂ€higkeitsprĂŒfung gestellt.
Kritiker bemĂ€ngeln in diesem Zusammenhang fehlende Konsequenzen und eine mögliche Ausnutzung des Systems. Die rechtliche Situation bei der Urlaubsabgeltung fĂŒr Langzeitkranke ist dabei ein zentraler Aspekt. GrundsĂ€tzlich können AnsprĂŒche auf UrlaubsentschĂ€digung entstehen, wenn UrlaubsansprĂŒche aufgrund einer dauerhaften Erkrankung bis zum Ende des Arbeits- oder DienstverhĂ€ltnisses nicht realisiert werden konnten.
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Der Senat von Berlin steht nun vor der Herausforderung, die Balance zwischen der FĂŒrsorgepflicht gegenĂŒber erkrankten Mitarbeitern und der Sicherstellung eines geordneten Schulbetriebs zu wahren, wĂ€hrend gleichzeitig die finanzielle Belastung durch Urlaubsabgeltungen bei extrem langen Ausfallzeiten im Fokus der Kritik steht.
