GKV-Reform: Höhere Tabaksteuer löst Probleme nicht / BVTE warnt vor Schwarzmarktturbo, steigender Inflation und verfehlter Strukturdebatte
30.03.2026 - 15:45:00 | presseportal.de
"Wer glaubt, die GKV mit höheren Tabaksteuern stabilisieren zu können, verwechselt politische Symbolik mit der fiskalischen Wirklichkeit", erklĂ€rt BVTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jan MĂŒcke.
Steuerschocks fĂŒhren zu Ausweichreaktionen - nicht zu Mehreinnahmen
Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass massive Tabaksteuererhöhungen vor allem eines bewirken: Ausweichbewegungen der Verbraucher und eine StĂ€rkung des Schwarzmarkts. Zwischen 2002 und 2005 wurde die Tabaksteuer in Deutschland von der damaligen rot-grĂŒnen Bundesregierung auch zur Finanzierung einer Gesundheitsstrukturreform mehrfach deutlich erhöht. Das Ergebnis war ernĂŒchternd: Der legale Absatz ging zurĂŒck, ohne dass der Konsum entsprechend sank. Stattdessen wichen Konsumenten auf gĂŒnstigere Alternativen aus, kauften verstĂ€rkt im Ausland oder griffen auf illegale Angebote vom Schwarzmarkt zurĂŒck. Die erwarteten Mehreinnahmen lösten sich in Luft auf, zeitweise gingen die Tabaksteuereinnahmen sogar zurĂŒck.
"Wer die Preise massiv erhöht, stĂ€rkt den Schwarzmarkt und nicht den Staatshaushalt", so MĂŒcke: "Alte Fehler werden durch Wiederholung nicht zu neuen Lösungen."
Inflationseffekt trifft alle Verbraucher
Hinzu kommt ein unmittelbarer Effekt auf die Verbraucherpreise: Eine Erhöhung des durchschnittlichen Preises fĂŒr eine Packung Zigaretten auf 11,60 Euro bis 2031 wĂŒrde die Inflationsrate insgesamt um etwa 0,5 Prozentpunkte erhöhen.
"Die Tabaksteuer wird hier als gesundheitspolitisches Allzweckwerkzeug missverstanden - tatsĂ€chlich wirkt sie wie ein zusĂ€tzlicher Preistreiber in ohnehin angespannten Zeiten", erklĂ€rt BVTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer MĂŒcke.
Mehr Geld löst keine strukturellen Probleme
Die finanziellen Herausforderungen der GKV sind struktureller Natur und lassen sich nicht durch zusĂ€tzliche Einnahmen aus Verbrauchsteuern lösen. Das System ist geprĂ€gt von hohen Verwaltungskosten, einer Vielzahl an Krankenkassen mit weitgehend identischen Leistungen sowie ineffizienten Strukturen. Allein die Verwaltungskosten der 93 Krankenkassenapparate mit ĂŒber 100.000 BeschĂ€ftigten belaufen sich auf jĂ€hrlich rund 10 bis 12 Milliarden Euro.
"Wer strukturelle Defizite mit immer neuen Einnahmequellen kaschieren will, betreibt keine Reformpolitik, sondern sucht nur nach vermeintlich einfachen Auswegen. Raucherinnen und Raucher in Deutschland sind aber nicht die MelkkĂŒhe der Nation", so MĂŒcke.
Grafik DZV: Steuerprognosen und -einnahmen
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Jan MĂŒcke
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