Die kolumbianische Banane strebt nach Anerkennung ihrer Nachhaltigkeit auf den europÀischen Markt
08.02.2024 - 10:00:04Um die RealitĂ€t der kolumbianischen Bananenindustrie aufzuzeigen, wurde im Rahmen der EinfĂŒhrung des deutschen Lieferkettengesetzes, gĂŒltig seit 2023, die Dialogrunde Bananos de Colombia entwickelt: ein nachhaltiger Weg auf den Weltmarkt, eine Basis, um die Zusammenarbeit und Beziehung der beiden LĂ€nder zu fördern und die Entwicklung der kolumbianischen lĂ€ndlichen Regionen und des Agrarsektors im Allgemeinen zu stĂ€rken.
Der kolumbianische Minister der Wirtschaft, des Handels und des Tourismus, der die Veranstaltung von Bogota aus verfolgte, betonte die Wichtigkeit des GesprĂ€chs zwischen Kolumbien und Deutschland als einen fruchtvollen Beitrag zu Szenarien, welche den AuĂenhandel zwischen den beiden LĂ€ndern zu Gunsten kleiner, mittlerer und groĂer Erzeuger weiter fördern.
WĂ€hrend der Eröffnung betonte die Botschafterin Kolumbiens in Deutschland, Yadir Salazar MejĂa, ihrerseits, dass Deutschland, mit einem geschĂ€tzten Gesamtwert von 420,8 Millionen US-Dollar zwischen Januar und November 2022, das Land sei, das am viertmeisten Agrarexporte Kolumbiens erwerbe. Dies bedeutet einen Wachstum von 16% im Vergleich zu 2021. Die Banane stellt hierbei das zweitmeist exportierte Agrarerzeugnis mit einer Summe von 88,7 Millionen US-Dollar dar.
Diese Initiative, organisiert von den Gremien Augura und Asbama in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Botschaft und dem HandelsbĂŒro Kolumbiens in Frankfurt am Main, konnte mit der besonderen Teilnahme von Torsten Safarik, dem PrĂ€sidenten des Bundesamtes fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zĂ€hlen. Safarik hob die Wichtigkeit der Identifizierung von Risikosituationen und Verbesserungsmöglichkeiten der gesetzlich vorgesehenen Beschwerdewege hervor.
An der Veranstaltung nahmen auch Orlando Baquero, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Lateinamerikavereins e.V. und VĂctor Bautista, Leiter des erwĂ€hnten kolumbianischen HandelsbĂŒros in Deutschland teil.
Vor einem dedizierten Publikum bestehend aus den Agrargremien, Supermarktketten, Nichtregierungsorganisationen, Ministerien und Regierungsbehörden, bot diese Veranstaltung eine strategische BĂŒhne fĂŒr die Sensibilisierung und das Aufzeigen der fortlaufenden Anpassungen an den Bedarf des europĂ€ischen Konsumenten durch den kolumbianischen Bananensektor. AuĂerdem wurden die Einhaltung der strengen QualitĂ€tsstandards im Rahmen von ökologischer, sozialer und arbeitsbedingter Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven und Herausforderungen dieser Industrie behandelt.
"Der internationale, besonders aber der europĂ€ische Markt, muss die Bananenindustrie als eine zu 100% ernstzunehmende TĂ€tigkeit, als den Motor sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts der Produktionsregionen Kolumbiens, verpflichtet zu sozialem Dialog und Arbeitnehmerbeteiligung, anerkennen. Eine TĂ€tigkeit, die innerhalb des kolumbianischen Agrarsektors die höchste Gehaltsstufe bietet, die zu 100% internationale QualitĂ€tszertifikate erfĂŒllt und die eine unbeschrĂ€nkte Begleitung der kleinen Bananenproduzenten darstellt, die einen wichtigen Teil zur landwirtschaftlichen Zukunft Kolumbiens beitrĂ€gt", ergĂ€nzt Emerson Aguirre Medina, Vorstandsvorsitzender von Augura.
In den letzten drei Jahren gab es keine deutlichen Unterschiede im Kistenpreis, er hat sich bei ca. 9 US-Dollar pro Kiste (FOB-Preis) stabil gehalten. Dennoch haben sich Begrenzungen bewiesen, wie den nicht berĂŒcksichtigten Inflationsanstieg im Land oder den steigenden Produktionsaufwand. Genauso wenig wird der Anstieg von arbeitsrechtlichen Fragen im Rahmen der 2023 unterschriebenen Tarifverhandlungen zwischen Bananenproduzenten und Unternehmern berĂŒcksichtigt. Im ersten Jahr (2024) gab es alleine bei der Arbeitskraft einen Anstieg um 14%.
"FĂŒr die gewerkschaftliche Organisation ist eine kontinuierliche BestĂ€rkung des Arbeitsfriedens fundamental. Diese Agrarindustrie ist der Hauptmotor fĂŒr den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt in UrabĂĄ, ihr Nutzen spiegelt sich im Departamento und im ganzen Land wider. Diese Abkommen haben ĂŒber 30 Jahre das Existenzminimum, Wohnraumbeschaffung und die Erbringung von Leistungen im Bereich der Gesundheit, Bildung, Freizeit, Kultur und Sport ermöglicht und somit den Arbeitern und ihren Familien LebensqualitĂ€t und dem Sektor ProduktivitĂ€t und WettbewerbsfĂ€higkeit geboten", erklĂ€rte Adela Torres, GeneralsekretĂ€rin von Sintrainagro.
"Es ist wichtig anstĂ€ndige Arbeit, verbindliche TarifvertrĂ€ge und ein Mitspracherecht zu fördern, um ein Umfeld von Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen. Das gilt sowohl fĂŒr die bestehenden Sektoren als auch fĂŒr die neuen Arbeitsstellen und Industrien", fĂŒgte Frederik Moch, Leiter der Abteilung Struktur-, Industrie- und Dienstleistungspolitik beim DGB Bundesvorstand hinzu.
Die kolumbianische Banane steht Synonym fĂŒr eine wettbewerbsfĂ€hige Entwicklung dieses Landes, die Bananen-Gremien erheben ihre Stimme stellvertretend fĂŒr die 150.000 Familien, die von dieser ProduktionstĂ€tigkeit abhĂ€ngen. Im interinstitutionellen Rahmen und in den öffentlich-privaten Beziehungen der Unternehmen wurde dieser Raum geschaffen, um deutsche Spezialisten der ProduktionstĂ€tigkeit zusammenzubringen und weiterhin mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, eine nachhaltige Zukunft fĂŒr eine der wichtigsten FrĂŒchte des Grundnahrungskorbes von Familien auf der ganzen Welt zu garantieren.
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