Deutschland, Millionen

Deutschland könnte auf 2-3 Millionen neue Smartphones jedes Jahr verzichten - neue Methodik zeigt mögliche Auswirkungen von zirkulÀren GeschÀftsmodellen

29.04.2025 - 13:57:16

Berlin - Circularity, der Do Tank fĂŒr die Kreislaufwirtschaft, hat heute seinen Praxisreport "Measuring Circular Impact" veröffentlicht, der die erste umfassende Methode zur realistischen Bewertung der Umweltauswirkungen von zirkulĂ€ren GeschĂ€ftsmodellen vorstellt. Der Report wurde von Circularity in Zusammenarbeit mit 12 fĂŒhrenden Industriepartnern (Vodafone, Telekom, Assurant, rebuy, Grover, FixFirst, re!commerce, Foxway, Ingram Micro Lifecycle, Reverse Logistics Group, circulee, Everphone) sowie Systemiq, Fraunhofer IZM und Deloitte entwickelt und zeigt, wie zirkulĂ€re GeschĂ€ftsmodelle, wie z. B. der Verkauf und die Vermietung von Gebrauchtwaren, die Umweltbelastung erheblich reduzieren können.

Basierend auf einer Kombination von GeschĂ€ftsdaten, die von den Industriepartnern zur VerfĂŒgung gestellt wurden, und Marktstudien, die von Circularity durchgefĂŒhrt wurden, spiegelt die im Report vorgestellte Circular Business Modell Impact (CBMI)-Methode reale Nutzungsmuster, Kaufentscheidungen von B2C- und B2B-Konsument:innen sowie realistische Unternehmensentscheidungen in Bezug auf Flottenmanagement, Aufarbeitung und Reparatur sowie Wiederverkauf von GerĂ€ten wider.

"Was die CBMI-Methode so einzigartig macht, ist ihre Beachtung der realen GerÀtenutzung", sagt Marina Proske, Gruppenleiterin Life Cycle Modelling, Fraunhofer IZM. "Sie ermöglicht es Unternehmen, datenbasierte Erkenntnisse zu schaffen und nach messbaren Ergebnissen zu handeln."

Ein defektes System - sind zirkulÀre GeschÀftsmodelle die Lösung?

In Deutschland sind nur 14 % der im Umlauf befindlichen Smartphones und Laptops gebraucht, die Reparaturquoten nach wie vor niedrig und nur 30 % der GerĂ€te werden formell recycelt - wertvolle Ressourcen wie seltene Erden, Metalle und Kunststoffe gehen verloren, anstatt in den Kreislauf zurĂŒckgefĂŒhrt zu werden.

"Der Elektroniksektor ist immer noch sehr linear", sagt Manuel Braun, Senior Director, Systemiq. "Aber mit den richtigen Anreizen können Kreislaufmodelle uns dabei helfen, RessourcenkreislĂ€ufe in großem Umfang zu schließen. Was bisher fehlte, ist ein klarer Überblick darĂŒber, wie sich GerĂ€te tatsĂ€chlich durch das System bewegen. Die System Map in diesem Report liefert genau das - sie bietet eine gemeinsame Ausgangsbasis, um zu verstehen, wo Eingriffe am nötigsten sind."

ZirkulĂ€re GeschĂ€ftsmodelle bieten eine potenzielle Lösung, indem Produkte so lange wie technisch möglich im Kreislauf gefĂŒhrt werden. Bislang fehlten Unternehmen, Investoren und politischen EntscheidungstrĂ€gern praktische Instrumente, um die tatsĂ€chlichen Umweltauswirkungen von Kreislaufmodellen zu messen - insbesondere ĂŒber mehrere Nutzer und Lebenszyklen hinweg. Bestehende Rahmenwerke wie das GHG-Protokoll erfassen diese Dynamik nur in begrenzter Weise.

"Die CBMI-Methode fĂŒllt eine kritische LĂŒcke in der Nachhaltigkeitsmessung", sagt Carolin Schmid, Deloitte Topic Lead Customer Strategy in Circularity. "Indem sie sich auf die tatsĂ€chliche Nutzungsphase konzentriert, rĂŒckt sie das Kundenverhalten ins Zentrum. Dadurch ermöglicht sie eine viel realistischere Bewertung von Kreislaufstrategien - insbesondere in komplexen Branchen wie der Elektronikindustrie. Somit haben Unternehmen, Investoren und politische EntscheidungstrĂ€ger endlich die Möglichkeit, effektive Kreislauflösungen zu verfolgen, zu vergleichen und zu skalieren."

Die neue Methode zeigt, wann Kreislaufmodelle funktionieren - und was sie bremst

Die CBMI-Methode schließt diese LĂŒcke, die sich auf die tatsĂ€chliche Produktnutzung konzentriert - einschließlich der aktiven Nettonutzung von GerĂ€ten, des Reparaturverhaltens, der RĂŒckgaberaten und der Wiederverkaufsentscheidungen von B2C- und B2B-Konsumenten - um Unternehmen dabei zu helfen, festzustellen, inwieweit ihre Kreislaufmodelle Emissionen und Ressourcenverbrauch reduzieren.

Der Report zeigt, dass die Emissionen aus Logistik und Aufarbeitung nur etwa 3 % des lebenslangen Fußabdrucks eines Smartphones ausmachen - wĂ€hrend eine lĂ€ngere Nutzung die jĂ€hrlichen Emissionen um bis zu 20 % reduzieren kann. Ein professioneller Wiederverkauf aus zweiter Hand kann die Lebensdauer eines Smartphones um bis zu 33 % verlĂ€ngern und die jĂ€hrlichen COĂą''-Emissionen um etwa 20 % senken, wĂ€hrend Leihmodelle die Lebensdauer in der Regel um mehr als 17 % verlĂ€ngern und die Emissionen um etwa 11 % reduzieren. Leihmodelle senken insbesondere die Emissionen von selten genutzten GerĂ€ten wie Spielkonsolen durch eine bessere Auslastung um bis zu 19 %. Im B2B-Bereich können beispielsweise generalĂŒberholte Smartphones bis zu sieben Jahre im Einsatz bleiben und die jĂ€hrlichen Emissionen um bis zu 20 % reduzieren.

"Wir sehen ein riesiges ungenutztes Potenzial in den bereits vorhandenen GerĂ€ten", sagt Dr. Paul Wöbkenberg, MitbegrĂŒnder von Circularity. "Heute werden rund 50 % der GerĂ€te in Privatbesitz und 70 % der GerĂ€te in Unternehmen nie wiederverwendet - oft nicht wegen technischer Grenzen, sondern wegen fehlender oder unbekannter RĂŒckgabemöglichkeiten, geringer Anreize oder Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit."

"ZirkulĂ€re GeschĂ€ftsmodelle sind ungemein vielversprechend - aber bisher war es schwierig, ihre tatsĂ€chlichen Umweltauswirkungen zu messen", fĂŒgt Dr. Marianne Kuhlmann, MitbegrĂŒnderin von Circularity, hinzu. "Dieser Bericht gibt den Unternehmen die Instrumente an die Hand, um von Annahmen zu Beweisen ĂŒberzugehen - und Modelle zu entwickeln, die wirklich etwas bewirken. Er zeigt auch praktische Hebel auf, die Unternehmen nutzen können, um Emissionen zu reduzieren und die Produktnutzung zu verlĂ€ngern."

Pressekontakt:

Jakob Fidler
M +49 151 2845 6530
[email protected]
www.circularity.me | LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/circularityinitiative/

Original-Content von: Circularity ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5be5fd

@ presseportal.de