Krankenversicherung, Sicherheit

Unfallrisiko bei der Arbeit 2025 erneut gesunken / Durchschnittlicher Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften stabil

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Berlin - Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist im vergangenen Jahr weiter zurĂŒckgegangen. Das geht aus den GeschĂ€fts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute veröffentlicht hat. Je 1.000 VollzeitĂ€quivalente (ehemals Vollarbeiter) ereigneten sich demnach 19,9 meldepflichtige UnfĂ€lle bei der Arbeit. Das entspricht einem RĂŒckgang um 3,2 Prozent. Bei den meldepflichtigen WegeunfĂ€llen und den SchulunfĂ€llen sind die Zahlen 2025 hingegen leicht gestiegen. Der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften blieb stabil bei 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme.
Unfallrisiko bei der Arbeit 2025 erneut gesunken / Durchschnittlicher Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften stabil - Bild: presseportal.de

PrÀvention lohnt sich

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 689.922 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle von abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten und Unternehmern (- 3,1 Prozent) sowie 170.306 meldepflichtige WegeunfĂ€lle (+ 1,0 Prozent), also UnfĂ€lle von der Arbeit zum Wohnort und von dort zur Arbeit. 299 Versicherte verloren aufgrund eines Arbeitsunfalls ihr Leben, 231 aufgrund eines Wegeunfalls. 12.645 Versicherte erhielten 2025 erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls. HĂ€ufigste Ursache fĂŒr meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle war der Verlust der Kontrolle ĂŒber ein Werkzeug oder einen Gegenstand (171.638), gefolgt von Stolper-, Rutsch- und SturzunfĂ€llen (163.430). Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr einen tödlichen Arbeitsunfall war der Kontrollverlust ĂŒber ein Transportmittel (101), gefolgt von AbsturzunfĂ€llen (53).

"PrĂ€vention lohnt sich!", sagt Dr. Stephan Fasshauer, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: "Das belegen erneut die Arbeitsunfallzahlen fĂŒr das Jahr 2025. Das Risiko einen Unfall bei der Arbeit zu erleiden, ist abermals zurĂŒckgegangen. Das ist eine sehr gute Nachricht. Damit hĂ€ngt eine andere gute Nachricht zusammen: Die durchschnittliche Beitragsbelastung der Betriebe ist stabil geblieben, trotz allseits gestiegener Kosten. Die aktuelle Bilanz zeigt: Investitionen in PrĂ€vention tragen dazu bei, schwere ArbeitsunfĂ€lle zu verhindern und das entlastet auch die Solidargemeinschaft."

Stabile BeitrÀge dank sinkender Unfallzahlen

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen finanzieren sich durch die BeitrĂ€ge der Unternehmen. Sie erzielen dabei keine Gewinne. Berechnungsgrundlage fĂŒr die BeitrĂ€ge sind der Finanzbedarf, die Arbeitsentgelte der Versicherten sowie - bei den Berufsgenossenschaften - die Gefahrklassen.

Der Betrag, den die Berufsgenossenschaften auf die versicherten Unternehmen umlegen, heißt Umlagesoll. Dieses Umlagesoll belief sich 2025 auf 14,7 Mrd. Euro und lag damit rund 2,7 Prozent höher als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs ging der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft von 1,09 auf 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme zurĂŒck. Grund hierfĂŒr war ein weiterer Anstieg des beitragspflichtigen Entgelts in der gewerblichen Wirtschaft auf 1,4 Billionen Euro.

UnfÀlle weiterer Versichertengruppen

Neben Arbeitnehmenden und versicherten Unternehmern sind auch verschiedene andere Gruppen gesetzlich unfallversichert, zum Beispiel Teilnehmende an Rehabilitationsmaßnahmen, Feuerwehrleute, pflegende Angehörige und verschiedene ehrenamtlich TĂ€tige. Insgesamt registrierten die UnfallversicherungstrĂ€ger in dieser Gruppe 40.651 ArbeitsunfĂ€lle sowie 4.836 WegeunfĂ€lle. 686 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund eines Versicherungsfalls. 35 im Ehrenamt Versicherte verloren bei einem Unfall das Leben.

Berufskrankheiten: Zahlen stabilisieren sich nach Pandemie

Die Berufskrankheitenzahlen stabilisieren sich nach der COVID-19-Pandemie wieder. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen erhielten 2025 insgesamt 91.250 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (+ 0,6 Prozent). Hauptgrund hierfĂŒr waren unter anderem vermehrte Anzeigen wegen Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen. In 24.340 FĂ€llen wurde eine Berufskrankheit anerkannt - dies sind 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. HĂ€ufigste anerkannte Berufskrankheit war die lĂ€rmbedingte Schwerhörigkeit. Sie wurde bei 9.819 Versicherten anerkannt. Bei 3.899 Versicherten wurde Hautkrebs durch natĂŒrliche UV-Strahlung (Plattenepithelkarzinome) bzw. dessen Vorstufen (aktinische Keratosen) als Berufskrankheit anerkannt. Infektionskrankheiten machten mit 2.656 ErkrankungsfĂ€llen die dritthĂ€ufigste Berufskrankheit aus. Hauptgrund hierfĂŒr sind Erkrankungen an COVID-19. 5.413 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund ihrer Berufskrankheit (+ 4,3 Prozent). 1.772 Menschen verstarben infolge einer Berufskrankheit (- 6,1 Prozent).

Leichter Anstieg bei den SchulunfÀllen

Auch Kinder in Tagesbetreuung, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler und Studierende stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Meldepflicht besteht fĂŒr diese Gruppe, wenn Versicherte getötet oder so verletzt werden, dass sie Ă€rztliche Behandlung in Anspruch nehmen mĂŒssen.

TrĂ€ger der SchĂŒlerunfallversicherung sind die Unfallkassen. Sie meldeten fĂŒr das vergangene Jahr 1.032.546 meldepflichtige SchulunfĂ€lle. Dies entspricht einem Anstieg um 2,0 Prozent. Auch die meldepflichtigen SchulwegunfĂ€lle nahmen 2025 zu auf 90.663 zu (+3,8 Prozent). 30 Versicherte verunglĂŒckten tödlich, fĂŒnf wĂ€hrend des Besuchs der Bildungseinrichtung und 25 auf dem Weg dorthin beziehungsweise von dort nach Hause.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der UnfallversicherungstrÀger der öffentlichen Hand
Glinkastraße 40, 10117 Berlin

Pressesprecher Stefan Boltz
Tel.: +49 30 13001-1414
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