Vierte, DRV-ErnteschÀtzung

Vierte DRV-ErnteschÀtzung 2024 / NiederschlÀge wirken sich nicht auf Erntemenge aus

19.06.2024 - 11:16:41

Berlin - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet durch die regionalen Starkregenereignisse der vergangenen Wochen keine nennenswerten Auswirkungen auf die bundesweite Erntemenge beim Getreide. "Die teilweise sintflutartigen RegenfĂ€lle haben regional zu erheblichen SchĂ€den gefĂŒhrt. Dies wirkt sich jedoch nicht auf die Gesamtmenge aus", erklĂ€rt DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler. Im Gegenteil: In vielen Regionen Deutschlands haben sich die BestĂ€nde aufgrund ausreichender NiederschlĂ€ge und milder Temperaturen weiterhin positiv entwickelt.

Was fehlt, ist Sonne. Seedler: "Das Pflanzenwachstum und damit auch die Erntemenge und -qualitĂ€t werden stark von der Anzahl der Sonnenstunden beeinflusst. Diese fĂ€llt in diesem Jahr geringer als in den Vorjahren aus." Unterm Strich geht der DRV derzeit von einer geringfĂŒgig höheren Ernteprognose als im Vormonat aus. Konkret erwartet der Verband aktuell gut 42 Millionen Tonnen Getreide und rund 3,9 Millionen Tonnen Raps.

Gefahr von Fusarium-Befall steigt

Mit Blick auf die QualitĂ€t der Ernte betont Seedler: "Aufgrund der feuchtwarmen Witterung können wir nicht ausschließen, dass es zu einem höheren Befall mit Schadpilzen wie zum Beispiel Fusarium kommt." Der Weizen als wichtigste Getreideart in Deutschland besitzt eine hohe AnfĂ€lligkeit fĂŒr diesen Pilz, Roggen und Gerste sind weniger betroffen. "Die Raiffeisen-Genossenschaften nehmen dieses Risiko sehr ernst und prĂŒfen die Situation auf den Äckern regelmĂ€ĂŸig durch Vorerntemonitorings. DarĂŒber hinaus bereiten sie ihre Mitarbeitenden durch zusĂ€tzliche Schulungen auf die besondere Situation vor. So stellen sie sicher, dass bei der Annahme des Ernteguts belastete von unbelasteten Partien sicher getrennt und eingelagert werden", verdeutlicht der DRV-Experte.

MÀhdrescher stehen in den Startlöchern

Sollte das Wetter warm und sonnig werden, wird in den FrĂŒhdruschgebieten die Ernte in den kommenden Tagen starten. Als erstes wird die Wintergerste gedroschen. Sie reift bundesweit zĂŒgig ab. Im Norden und Osten, wo die Ernte witterungsbedingt spĂ€ter beginnt, dĂŒrfte sie in nennenswertem Umfang Anfang Juli starten.

Nach der Wintergerste werden Raps, Weizen und Roggen sowie anschließend das Sommergetreide gedroschen. Seedler: "Der konkrete Erntezeitpunkt wird vom Witterungsverlauf bestimmt. Alle erhoffen sich nun warmes und sonniges Wetter, das das Getreide schnell reifen lĂ€sst."

Details zur SchÀtzung: Siehe Tabellen

Hier gelangen Sie zum Video-Interview zur vierten DRV-ErnteschÀtzung mit Guido Seedler.

Weitere Informationen: Guido Seedler, DRV-Warenwirtschaft,

Tel. 030 856214-410, E-Mail: [email protected]

Über den DRV

Der DRV ist der politische Spitzenverband aller Genossenschaften und genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.656 Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung pflanzlicher und tierischer Produkte mit 114.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 6.000 Menschen in Ausbildung einen Umsatz von 82,6 Milliarden Euro. Landwirte, GĂ€rtner und Winzer sind die Mitglieder und damit EigentĂŒmer der Genossenschaften.

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