DRV, Fokussierung

DRV fordert Fokussierung auf Versorgungssicherheit I Schlechteste Getreideernte seit Jahren

16.08.2024 - 11:43:16

Berlin - Deutschland steht nach EinschĂ€tzung des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) vor der schlechtesten Getreideernte seit 2018: "Mit 39,1 Millionen Tonnen Getreide wird ein Ergebnis eingefahren, das rund acht Prozent unter der Vorjahresernte liegt. Nur im DĂŒrrejahr 2018 wurde ein schlechteres Resultat erzielt", betont der DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler. "Unser Verbrauch in Deutschland liegt bei rund 40 Millionen Tonnen Getreide. Daher können VersorgungsengpĂ€sse nicht ausgeschlossen werden, insbesondere weil die QualitĂ€ten ebenfalls oftmals enttĂ€uschen," macht Seedler deutlich. Die GrĂŒnde fĂŒr das schlechte Ergebnis liegen in einer erneut gesunkenen AnbauflĂ€che sowie in niedrigeren HektarertrĂ€gen. Diese sind auf das unbestĂ€ndige Wetter mit teilweise starken NiederschlĂ€gen sowie fehlender WĂ€rme und Sonnenschein zurĂŒckzufĂŒhren. Licht und WĂ€rme sind fĂŒr die Photosynthese und damit die Ertragsbildung von großer Bedeutung. Außerdem fĂŒhren zunehmende EinschrĂ€nkungen bei der DĂŒngung und dem Pflanzenschutz zu weiteren ErtragsrĂŒckgĂ€ngen. Die Erwartungen an die Rapsernte korrigierte der DRV ebenfalls leicht nach unten. Aktuell erwartet der Verband eine Erntemenge von 3,6 Millionen Tonnen.

Versorgungssicherheit ist zentrale Herausforderung

"Die GetreideanbauflĂ€che in Deutschland ist seit Jahren rĂŒcklĂ€ufig. Vor zehn Jahren wurden auf 6,5 Millionen Hektar Getreide erzeugt, aktuell betrĂ€gt die AnbauflĂ€che nur noch gut 5,8 Millionen Hektar", erklĂ€rt Seedler. Besonders drastisch sank die AnbauflĂ€che von Weizen, der wichtigsten Getreideart in Deutschland. Sie nahm in den vergangenen zehn Jahren um knapp ein Viertel von 3,2 Millionen auf aktuell 2,5 Millionen Hektar ab.

UrsĂ€chlich fĂŒr den RĂŒckgang der AnbauflĂ€che sind insbesondere Bau- und Klimaschutzmaßnahmen sowie der Ausbau erneuerbarer Energien. "Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Es braucht ein Umdenken in der Politik", mahnt der DRV-Experte. Der FlĂ€chenverbrauch mĂŒsse reduziert und die ProduktivitĂ€t auf den FlĂ€chen durch den Einsatz modernster ZĂŒchtungsmethoden sowie digitaler Technik bei der Anwendung von DĂŒnge- und Pflanzenschutzmitteln gesteigert werden. Seedler: "Der politische Fokus darf nicht lĂ€nger nur auf der Extensivierung liegen. Die Versorgungssicherheit durch heimische Erzeugung muss wieder mehr an Bedeutung gewinnen." Dies gelte umso mehr, da bis zum Jahr 2050 die Weltbevölkerung weiter ansteigen und die Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen nach ExpertenschĂ€tzungen um bis zu 50 Prozent zunehmen werde. "Wir mĂŒssen nachhaltig mehr produzieren. Technologien und Innovationen sind der SchlĂŒssel dazu", betont der DRV-Getreidemarktexperte.

EnttÀuschende Ergebnisse auch im Ausland

Seedler warnt davor, sich auf den internationalen Handel zu verlassen: "Dies kann sich zu einem Trugschluss entwickeln. Denn auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Frankreich oder Spanien fĂ€llt die Ernte enttĂ€uschend aus." Auch dort habe das unbestĂ€ndige Wetter mit extremen NiederschlĂ€gen Spuren hinterlassen. Und in der Schwarzmeerregion wird aufgrund von Trockenheit ebenfalls von geringeren Ernten als im Vorjahr ausgegangen. "In diesem Jahr dĂŒrften sowohl die europĂ€ische als auch weltweite Getreideversorgungsbilanz erneut sehr knapp ausfallen. Lediglich die prognostizierte gute Körnermaisernte könnte fĂŒr Entspannung sorgen", so Seedler.

Mit der vorliegenden Meldung beendet der DRV seine ErnteschĂ€tzungen fĂŒr das Jahr 2024. FĂŒr Körnermais wird der Verband voraussichtlich Anfang November eine abschließende Bewertung veröffentlichen.

Details zur SchÀtzung: Siehe Tabellen

Weitere Informationen: Guido Seedler, DRV-Warenwirtschaft, Tel. 030 856214-410, E-Mail: [email protected]

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Marcus Gernsbeck
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