Gesetzliche, Unfallversicherung

Gesetzliche Unfallversicherung: deutlich weniger Berufskrankheiten im vergangenen Jahr / VorlÀufige Jahreszahlen 2023 der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen

27.03.2024 - 10:00:10

Berlin - Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (BK) ist 2023 um mehr als 60 Prozent zurĂŒckgegangen. Entsprechend sank auch die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten auf 72.747 (-63,5 Prozent). Das geht aus vorlĂ€ufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen fĂŒr das vergangene Jahr hervor, die ihr Verband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute veröffentlicht hat.

"Dieser RĂŒckgang geht fast vollstĂ€ndig auf Corona zurĂŒck", sagt DGUV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Stefan Hussy. "Die UnfallversicherungstrĂ€ger erhalten inzwischen erheblich weniger Verdachtsanzeigen auf berufsbedingte Coronainfektionen von BeschĂ€ftigten." Eine regelmĂ€ĂŸige Sondererhebung zu COVID-19 als Berufskrankheit habe ergeben, dass im vergangenen Jahr 64.733 Verdachtsanzeigen eingingen. Im selben Zeitraum hĂ€tten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 53.592 FĂ€lle anerkannt. Das waren deutlich weniger als in den Jahren zuvor. "Dieser RĂŒckgang folgt dem allgemeinen Trend beim Infektionsgeschehen und ĂŒberrascht daher nicht."

Die Verdachtsanzeigen zu allen anderen Berufskrankheiten lÀgen damit auf dem Niveau von 2019.

Zahl der ArbeitsunfÀlle sinkt leicht

Laut DGUV-Statistik ereigneten sich im vergangenen Jahr 785.164 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle in deutschen Betrieben. Das entspricht einem leichten RĂŒckgang von 0,3 Prozent. Eine Zunahme war hingegen bei den WegeunfĂ€llen zu verzeichnen. Mit 184.189 UnfĂ€llen ereigneten sich 6,3 Prozent mehr UnfĂ€lle auf dem Weg zur Arbeit als im Vorjahr. Die Zahl der tödlichen UnfĂ€lle bei der Arbeit und auf dem Weg dorthin fiel dagegen auf den niedrigsten Wert in der Geschichte der gesetzlichen Unfallversicherung: 2023 waren es 610, im Jahr zuvor noch 671.

Zahl der SchulunfĂ€lle ĂŒbersteigt eine Million

Auch in der SchĂŒlerunfallversicherung knĂŒpfen die Zahlen von 2023 an die Zeit vor Corona an. Die Zahl der SchulunfĂ€lle ĂŒberstieg erstmals seit 2020 wieder die Marke von einer Million. Die Zahl der SchulwegunfĂ€lle stieg auf etwas ĂŒber 90.000.

Die Zahl der tödlichen UnfÀlle in der Schule und auf dem Weg dorthin stieg von 25 im Jahr 2022 auf 31 im vergangenen Jahr.

Hinweis: In der SchĂŒlerunfallversicherung ist die Schwelle fĂŒr die Meldepflicht deutlich niedriger als bei ArbeitsunfĂ€llen. WĂ€hrend ArbeitsunfĂ€lle erst ab einer ArbeitsunfĂ€higkeit von vier Tagen meldepflichtig sind, reicht es bei einem SchĂŒlerunfall aus, dass die versicherte Person eine Ă€rztliche Behandlung in Anspruch genommen hat.

Pressekontakt:

Stefan Boltz
Pressesprecher
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
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