Versicherung, Sicherheit

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhöhen Deutschlands Krisenfestigkeit / DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Hohe Zustimmung fĂŒr PrĂ€vention, Zahl der ArbeitsunfĂ€lle rĂŒcklĂ€ufig

25.03.2026 - 10:00:19 | presseportal.de

Berlin - Die Zahl der meldepflichtigen ArbeitsunfĂ€lle ist 2025 erneut gesunken. Das ergibt sich aus vorlĂ€ufigen Statistiken, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin veröffentlicht hat. Danach gab es im vergangenen Jahr 730.598 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle, rund 24.000 weniger als im Jahr zuvor. 335 Menschen verstarben bei einem Arbeitsunfall - zehn weniger als im Vorjahr. 9.690 Versicherte erhielten erstmals eine Rente wegen eines Arbeitsunfalls - ein RĂŒckgang um 233. Mit den Unfallzahlen legte der Verband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 vor, eine reprĂ€sentative Befragung von ErwerbstĂ€tigen zum Stand von Sicherheit und Gesundheit in der Arbeitswelt. Nach Ansicht der Befragten erhöhen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit die Krisenfestigkeit des Standorts Deutschland. Mit Blick auf mögliche Ausnahmesituationen sehen die Befragten ihre Unternehmen am hĂ€ufigsten gut vorbereitet auf Pandemien, BrĂ€nde und Cyberangriffe, seltener dagegen auf Szenarien wie LieferkettenbeeintrĂ€chtigungen, Naturkatastrophen oder langanhaltende StromausfĂ€lle.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhöhen Deutschlands Krisenfestigkeit / DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Hohe Zustimmung fĂŒr PrĂ€vention, Zahl der ArbeitsunfĂ€lle rĂŒcklĂ€ufig - Foto: presseportal.de

Hohe Zustimmung fĂŒr PrĂ€vention

Breite Zustimmung (90 Prozent) findet unter den Befragten die Aussage, dass PrĂ€vention Unternehmen stĂ€rkt und die Krisenfestigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland erhöht. Als wichtig werden insbesondere konkrete Einzelmaßnahmen wie die Benennung und Qualifizierung von Ersthelfenden (94 Prozent), Brandschutzhelfenden (84 Prozent) und Sicherheitsbeauftragten (84 Prozent) erachtet.

Auch eine deutliche Mehrheit von FĂŒhrungskrĂ€ften stimmt der Aussage zu, dass PrĂ€vention Unternehmen stĂ€rkt. Bei den GrĂŒnden, warum sie sich persönlich fĂŒr Arbeitsschutz einsetzen, liegt ein Grund ganz vorn: 94 Prozent wollen ihren BeschĂ€ftigten ermöglichen, gesund bis zur Rente zu arbeiten. Erst danach folgen Motive wie die Einhaltung von Vorgaben, wirtschaftliche GrĂŒnde oder die AttraktivitĂ€t als Arbeitgeber. Die UnterstĂŒtzung fĂŒr PrĂ€vention spiegelt sich auch in der Entwicklung der Ausgaben fĂŒr Sicherheit und Gesundheit: Ein Drittel der befragten FĂŒhrungskrĂ€fte gibt an, ihr Unternehmen habe in den vergangenen 12 Monaten mehr fĂŒr Arbeitsschutzmaßnahmen ausgegeben.

"PrĂ€vention ist kein Extra, sondern die Grundlage dafĂŒr, dass Betriebe auch unter Druck gut funktionieren", kommentiert DGUV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Stephan Fasshauer die Ergebnisse der Befragung. "Arbeitsschutz und Sicherheitskultur helfen nicht nur dabei, UnfĂ€lle und Erkrankungen zu verhindern. Sie sind auch wichtig fĂŒr Resilienz und StabilitĂ€t von Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt."

Krisen und NotfÀlle: Unternehmen unterschiedlich gut vorbereitet

Eine große Mehrheit der Befragten (89 Prozent) hĂ€lt PrĂ€ventionsmaßnahmen fĂŒr wichtig, damit ihr Unternehmen fĂŒr KrisenfĂ€lle gewappnet ist. ZurĂŒckhaltender fallen die Antworten mit Blick auf die tatsĂ€chliche Vorbereitung des jeweiligen Unternehmens auf Krisen und StörfĂ€lle aus. Vergleichsweise am hĂ€ufigsten halten die BeschĂ€ftigten ihr Unternehmen gut auf Pandemien (64 Prozent) sowie auf BrĂ€nde oder Explosionen (60 Prozent) vorbereitet. Die HĂ€lfte vermutet das auch im Hinblick auf Cyberangriffe. Fragt man nach Szenarien wie beeintrĂ€chtigte Lieferketten, Gewaltereignisse, Naturkatastrophen oder langanhaltende StromausfĂ€lle, sehen nur rund ein Drittel der Befragten ihr Unternehmen gut gewappnet.

Um fĂŒr NotfĂ€lle oder Krisen gewappnet zu sein, treffen Unternehmen laut den Befragten am hĂ€ufigsten Vorkehrungen wie Ausbildung und Übung, zum Beispiel in den Bereichen Brandschutz, Erste Hilfe oder Notfalltraining (67 Prozent), IT-Sicherheitsmaßnahmen (61 Prozent) oder Notfall- und KrisenplĂ€ne (50 Prozent). Generell zeigt sich: Je kleiner das Unternehmen oder die Einrichtung, desto seltener wurden bereits Maßnahmen zur Krisen- oder Notfallvorsorge getroffen. Befragte aus Kleinunternehmen geben auch deutlich seltener an, dass der Betrieb eine GefĂ€hrdungsbeurteilung oder BrandschutzĂŒbungen durchfĂŒhrt, als Befragte, die in grĂ¶ĂŸeren Unternehmen arbeiten.

"Als Gesellschaft entdecken wir gerade wieder, wie wichtig die Themen Krisenvorsorge und PrĂ€vention sind", betont DGUV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Fasshauer. Zu einer guten Sicherheitskultur gehöre auch das Wissen, was im Notfall zu tun sei. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstĂŒtze die Betriebe hierbei konkret - zum Beispiel, indem sie jĂ€hrlich ĂŒber 2 Millionen Arbeitnehmende in Erster Hilfe und rund 100.000 als Sicherheitsbeauftragte qualifiziere, die diese Funktionen zusĂ€tzlich zu ihrer betrieblichen TĂ€tigkeit ĂŒbernehmen. "Krisenfestigkeit beginnt auch am Arbeitsplatz", so Fasshauer, "mit Strukturen, die im Ernstfall sofort wirken: Ersthelfende, Brandschutzhelfende, Sicherheitsbeauftragte und klare AblĂ€ufe fĂŒr NotfĂ€lle. Dieses Wissen nehmen die BeschĂ€ftigten natĂŒrlich auch mit - in den Alltag, ins Ehrenamt, ins Private. So wird nachhaltige Krisenkompetenz auch in die Breite getragen."

Weitere Ergebnisse DGUV Barometer Arbeitswelt 2026

Hintergrund zur Befragung durch forsa

Das DGUV Barometer Arbeitswelt untersucht Belastungen und Unfallrisiken im Arbeitsalltag, die Krisenfestigkeit von Unternehmen sowie VerĂ€nderungen bei den Aufwendungen fĂŒr Arbeitsschutz. Im Auftrag des Spitzenverbands der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), fĂŒhrte forsa Gesellschaft fĂŒr Sozialforschung und statistische Analysen mbH fĂŒr das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 eine bundesweite, reprĂ€sentative Befragung unter ErwerbstĂ€tigen in Deutschland durch.

Insgesamt wurden 2.015 ErwerbstĂ€tige aus Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden befragt, darunter 544 FĂŒhrungskrĂ€fte und Unternehmerinnen bzw. Unternehmer. Die Befragung fand vom 6. bis 19. Februar 2026 im Panel forsa.omninet statt. Die Ergebnisse lassen sich mit einer statistischen Fehlertoleranz von ± 2,5 Prozentpunkten auf die Grundgesamtheit ĂŒbertragen werden.

PRESSEKONTAKT:

Stefan Boltz

Pressesprecher
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der UnfallversicherungstrÀger der öffentlichen Hand
Glinkastraße 40, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 13001-1414

E-Mail: presse@dguv.de
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