Der Notstand in deutschen OP-SĂ€len spitzt sich zu
24.07.2024 - 11:10:03Kliniken entscheiden sich in dieser angespannten Lage fĂŒr unterschiedliche Strategien: Einige HĂ€user gehen auf konsequenten Sparkurs und sagen OPs ab oder sperren Betten, statt externes Personal zu buchen, das den reibungslosen Betrieb aufrechterhalten wĂŒrde. Andere Kliniken setzen auf ArbeitnehmerĂŒberlassung als notwendige MaĂnahme, um OPs dennoch durchfĂŒhren zu können. Letzteres zeigt sich deutlich in der Nachfrageentwicklung nach OP-Personal.
Neue Daten Insights von doctari, Deutschlands fĂŒhrendem Personaldienstleister fĂŒr PflegekrĂ€fte und Ărzte, bestĂ€tigen den Personalmangel. FĂŒr die ersten fĂŒnf Monate dieses Jahres verzeichnet doctari ein Wachstum der Anfragen von Kliniken nach OP-Pflegepersonal um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal des Jahres liegen die Zahlen zudem um fast 50 Prozent höher als noch im ersten Quartal. Die stetig steigenden Anfragen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend auch im zweiten Halbjahr 2024 fortfĂŒhren dĂŒrfte.
"Seit Anfang des Jahres erleben wir eine steigende Nachfrage fĂŒr den Bereich der OP-Pflege. Die Personalnot im OP-Saal dĂŒrfte sich im Verlauf der derzeitigen Urlaubssaison weiter verschĂ€rfen", warnt Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO von doctari.
WÀhrend die Anfragen der KrankenhÀuser nach OP-Personal steigen, stellt die Beschaffung von FachkrÀften eine Herausforderung dar. "Trotz steigender Nachfrage verzeichnen wir keine prozentual gestiegene Anzahl neu registrierter FachkrÀfte in dem Bereich", erklÀrt Susanne Grube, die Leiterin der Personalvermittlung bei doctari. FachkrÀfte mit einer OP-Spezialisierung sind besonders rar. Gerade sie sind deshalb sehr umworben, weil sie die verschiedenen und komplexen AblÀufe wÀhrend einer Operation kennen.
Der Ausfall von Operationen geht fĂŒr die Kliniken mit enormen UmsatzeinbuĂen einher. Dadurch verschlechtert sich die ohnehin schon angespannte finanzielle Lage der Kliniken wie es neulich beispielsweise das Berliner Krankenhaus CharitĂ© bekannt gegeben hatte. Auch die CharitĂ© hatte als Grund fĂŒr einen Millionenverlust den Mangel an Personal genannt. Mitte Juni hatte das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) eine Umfrage veröffentlicht, wonach nur noch sieben Prozent der Kliniken ihre wirtschaftliche Lage als gut einschĂ€tzen. Als Grund wurden die Auswirkungen der geplanten Krankenhausreform genannt. 61 Prozent halten ihre wirtschaftliche Lage fĂŒr "schlecht" oder "sehr schlecht", hieĂ es in dem Index.
Viele Kliniken sagen Operationen ab, statt die personellen LĂŒcken mit ZeitarbeitskrĂ€ften zu schlieĂen. Grund: ZeitarbeitskrĂ€fte kosten die Kliniken zunĂ€chst mehr Geld, da ihre GehĂ€lter im Durchschnitt höher sind als die GehĂ€lter festangestellter FachkrĂ€fte nach Tarifvertrag. Deshalb wird angenommen, dass Kliniken durch den Einsatz von ZeitarbeitskrĂ€ften ihre Kosten nicht mehr decken können. Dabei ist oft das Gegenteil der Fall: Zeitarbeit kann sowohl zum Kostenmanagement als auch zur Erlössteigerung genutzt werden. Fixkosten können mit dem Einsatz reduziert werden und die DeckungsbeitrĂ€ge maximiert werden.
Durchschnittlich 2.406 Euro pro Tag werden durch den Einsatz von Zeitarbeit auf den Deckungsbeitrag erzielt. Auch beim Einsatz mehrerer doctari-FachkrĂ€fte kann der Deckungsbeitrag positiv sein. "Ohne den Einsatz externer FachkrĂ€fte wĂŒrden die Personalkosten bei Entfall der OPs im 4-stelligen negativen Bereich liegen", so Cai-Nicolas Ziegler.
Ăber doctari
doctari ist die Nummer 1 fĂŒr Zeitarbeit in der Medizin in Deutschland und vermittelt ĂrztInnen und PflegefachkrĂ€fte aller Fachbereiche an Einrichtungen. Dabei greift doctari auf einen Pool von ĂŒber 80.000 FachkrĂ€ften zurĂŒck und vermittelt diese sowohl fĂŒr den kurzfristigen, zeitweisen Einsatz, als auch in Festanstellung. Somit schlieĂt doctari kurz- und langfristig PersonallĂŒcken im medizinischen Bereich und bedient dabei insgesamt ein Netzwerk von etwa 5.000 medizinischen Einrichtungen.
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