ROUNDUP, Ampel-Aus

Bundestagswahl fĂŒr 23. Februar geplant

12.11.2024 - 12:12:50

BERLIN - Nach dem Platzen der Ampel-Koalition soll am 23.

(neu: Details)

BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Platzen der Ampel-Koalition soll am 23. Februar ein neuer Bundestag gewĂ€hlt werden. Nach tagelangem Ringen einigten sich SPD und Union darauf, diesen Termin anzustreben. Er ist auch mit den GrĂŒnen als Juniorpartner der SPD in der rot-grĂŒnen Minderheitsregierung abgestimmt.

ZunÀchst wird Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 16. Dezember die Vertrauensfrage im Bundestag stellen. Sollte er wie erwartet keine Mehrheit bekommen, wird der Wahltermin vom Kabinett formell BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen, der dann entscheidet. Das ist dann aber nur noch Formsache.

Scholz wollte ursprĂŒnglich Ende MĂ€rz, die Union Mitte Januar

Scholz wollte die Vertrauensfrage ursprĂŒnglich am 15. Januar stellen, um eine Neuwahl Ende MĂ€rz herbeizufĂŒhren. Nach öffentlichem Druck hatte er sich kompromissbereit gezeigt. Wenn es eine Übereinkunft der Fraktionschefs von SPD und CDU/CSU - Rolf MĂŒtzenich und Friedrich Merz - dazu gebe, werde er diese beachten und sei zur Vertrauensfrage vor Weihnachten bereit, sagte er am Sonntag.

Die Union wollte ursprĂŒnglich den 19. Januar als Wahltermin. Am Montag und Dienstag fĂŒhrten Merz und MĂŒtzenich GesprĂ€che ĂŒber einen Kompromiss. Das Ergebnis ist nun der 23. Februar. Um diesen herbeizufĂŒhren, wird Scholz am 16. Dezember im Bundestag die Vertrauensfrage stellen. Bekommt er dort keine Mehrheit, hat der BundesprĂ€sident 21 Tage Zeit, den Bundestag aufzulösen. Danach gibt eine 60-Tage-Frist, bis zu der die Neuwahl stattfinden muss. In dieser Frist liegt der 23. Februar.

Ferien in zwei BundeslÀndern

Es ist kein idealer Termin, weil dann in Sachsen Schulferien sind. Im Saarland ist es das Wochenende unmittelbar vor den Ferien, wo viele schon verreist sein dĂŒrften. Im ersten Quartal sind aber der 19. Januar und der 30. MĂ€rz die einzigen Termine ganz ohne Ferien. Das waren die ursprĂŒnglichen VorschlĂ€ge von Union und SPD, die jetzt als zu frĂŒh, beziehungsweise zu spĂ€t erachtet worden sind. In Sachsen und dem Saarland leben aber nur rund sechs Prozent der Wahlberechtigten. Und es gibt die Briefwahl als Option.

Bundeswahlleiterin hĂ€lt 23. Februar fĂŒr machbar

Bis zum 23. Februar mĂŒssen nun umfassende Vorbereitungen getroffen werden. Es mĂŒssen WahlausschĂŒsse auf Kreis- und Landesebene berufen, Wahlhelferinnen und Wahlhelfer geworben und geschult, WahlrĂ€ume gefunden und ausgestattet werden. An ĂŒber 60 Millionen WĂ€hlerinnen und WĂ€hler werden Wahlbenachrichtigungen verschickt. Hinzu kommen der Versand der Briefwahlunterlagen und die Einrichtung von Briefwahlbezirken - 25.000 waren es 2021.

Bundeswahlleiterin Ruth Brand sieht den Termin trotzdem als unkritisch an. Die in den Medien genannten möglichen Termine im Februar "halte ich sehr wohl fĂŒr rechtssicher durchfĂŒhrbar", sagte Brand in einer Sondersitzung des WahlprĂŒfungsausschusses des Bundestags noch vor Bekanntwerden der Entscheidung.

Vor Neuwahl keine Landtagswahl

Bis zur Bundestagswahl wird es nun keine Landtagswahlen mehr geben. Die BĂŒrgerschaftswahl in Hamburg findet eine Woche spĂ€ter am 2. MĂ€rz statt. Die SPD hatte auch deswegen mit einem Termin erst im MĂ€rz sympathisiert. Sie geht davon aus, dass sie in Hamburg mit ihrem Ersten BĂŒrgermeister Peter Tschentscher wieder stĂ€rkste Kraft wird und hĂ€tte den Schwung gerne mit in die Bundestagswahl genommen. Die Union wollte das verhindern. Die Sozialdemokraten liegen derzeit in den Umfragen zwischen 15 und 18 Prozentpunkte hinter CDU und CSU.

Neuwahl in 109 Tagen - schneller als 2005

Die Neuwahl findet nun noch schneller statt als bei dem jĂŒngsten historischen Beispiel 2005, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Vertrauensfrage stellte. Damals lagen zwischen der Entscheidung fĂŒr eine Neuwahl und dem Termin 119 Tage, jetzt sind es 109 Tage.

@ dpa.de