Tabaksteuer bricht im 1. Halbjahr um 15 Prozent ein / BVTE warnt vor weiterem Drehen an der Steuerschraube
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:10 Uhr | presseportal.de
Bereits zum 1. Januar 2026 war die Tabaksteuer um 15 Cent je 20er-Packung Zigaretten erhöht worden. Die Entwicklung der Einnahmen zeigt nach Auffassung des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), dass die Belastungsgrenze des legalen Marktes erreicht ist. Der Verband warnt deshalb eindringlich vor weiteren Steuererhöhungen.
BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke erklärt: "Sowohl der Gesetzentwurf der Bundesregierung als auch die Pläne der Regierungskoalition für eine weitere drastische Erhöhung der Tabaksteuer sind finanzpolitischer Wahnsinn. Die derzeit diskutierte Steuererhöhung von 80 Cent je Packung würde den Preis einer Zigarettenschachtel bereits im kommenden Jahr auf rund 9,10 Euro und bis 2030 auf fast 12 Euro steigen lassen.
Die aktuellen Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Wenn bereits eine Steuererhöhung um 15 Cent mit einem Rückgang der Tabaksteuereinnahmen von 15 Prozent einhergeht, muss die Politik die Folgen weiterer drastischer Steuererhöhungen sorgfältig abwägen. Eine verantwortungsvolle Steuerpolitik spielt nicht der organisierten Kriminalität in die Hände, sondern orientiert sich an den wirtschaftlichen Realitäten.
Nach fest kommt ab. Wer die Tabaksteuerschraube überdreht, zerstört sichere und stabile Steuereinnahmen und überlässt einen gut überwachten Markt zunehmend der organisierten Kriminalität. Wer in einem bereits stark rückläufigen Markt nochmals drastisch höhere Steuern plant, begeht finanzpolitisches Harakiri. Je höher die Besteuerung ausfällt, desto größer werden die Gewinne der organisierten Kriminalität und desto höher sind die Steuerausfälle."
Nach Auffassung des BVTE würden derartige Steuererhöhungen den legalen Markt massiv schwächen und weiter Marktanteile an den illegalen Handel verlieren. Die Folge wären eine zunehmende Verlagerung des Konsums auf den Schwarzmarkt, mehr Schmuggel und Produktfälschungen sowie weiter sinkende Steuereinnahmen.
Dass diese Entwicklung keineswegs theoretisch ist, zeigen nach Auffassung des BVTE die Beispiele Frankreich und Niederlande. In Frankreich entgehen nach einer aktuellen Studie der Zollverwaltung bereits 17,7 Prozent des Tabakkonsums der nationalen Besteuerung. Rund vier von zehn konsumierten Zigaretten stammen inzwischen aus illegalen Quellen. Auch in den Niederlanden ist der grenzüberschreitende Einkauf nach den Steuererhöhungen des Jahres 2024 sprunghaft gestiegen; inzwischen werden rund 60 Prozent der konsumierten Tabakwaren im Ausland gekauft.
Mücke abschließend: "Schon heute ist absehbar, dass der Bund weiter erhebliche Einnahmen aus der Tabaksteuer verlieren wird, weil Verbraucher beliebig hohe Steuersätze nicht akzeptieren. Diese Steuerpolitik ist unverantwortlich. Das entstehende Milliardenloch im Bundeshaushalt ist die Folge einer Gesundheitspolitik, die die Risiken von Schmuggel und Produktfälschungen systematisch unterschätzt."
Der BVTE appelliert an Bundesregierung und Bundestag, die geplanten Tabaksteuererhöhungen grundlegend zu überdenken. Ziel müsse eine verlässliche Fiskalpolitik sein, die stabile Staatseinnahmen sichert, den legalen und streng regulierten Markt erhält und den illegalen Handel nicht weiter begünstigt.
Über den BVTE
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) vertritt die Interessen der Hersteller von Tabakwaren, E-Zigaretten und verwandten Produkten in Deutschland. Der Verband setzt sich für eine evidenzbasierte Regulierung, einen wirksamen Jugendschutz und einen fairen Wettbewerb ein.
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