Geldanlagen, Frauensache

Sind Geldanlagen (k)eine Frauensache? / Studie zeigt: Frauen investieren zwar weniger als MÀnner, planen ihre Finanzen aber hÀufiger in Eigenregie

07.02.2024 - 09:55:12

Berlin - Wie halten es die Deutschen mit ihren Finanzen? Die Ergebnisse einer Umfrage von Readly, Deutschlands grĂ¶ĂŸtem digitalen Kiosk fĂŒr Zeitungen und Magazine, zeigen, wo und wie Frauen und MĂ€nner ihr Geld aktuell anlegen.

Finanzen gelten gemeinhin nicht als Frauensache. Gender Pay Gap, Gender Wealth Gap und Gender Pension Gap sind nur einige Schlagworte, wenn es um Vermögen und Finanzen von Frauen und MĂ€nnern geht. Geringere Einkommen, geringere Vermögen, niedrigere Renten. Finanzielle Gleichberechtigung? In Deutschland Fehlanzeige! Von 12,1 Millionen Aktienbesitzer:innen in Deutschland sind im Jahr 2021 nur etwa 4 Millionen Frauen.[1] 2022 haben Frauen 18 Prozent weniger pro Stunde verdient als MĂ€nner.[2] Damit beziehen sie auch weniger Rente: 2021 waren die AlterseinkĂŒnfte fast ein Drittel niedriger als die der MĂ€nner.[3] Wie sorgen sie finanziell der sogenannten Gender-Pension-Gap im Alter vor? Im Rahmen einer aktuellen YouGov-Umfrage hat Readly genau das herausgefunden.

Das Selbstbild der Frau

Wenn es um die Bewertung der eigenen Finanzkompetenz geht, zeigt die von Readly in Auftrag gegebene YouGov-Umfrage: Frauen schĂ€tzen sich eher schlecht ein. Nur etwas mehr als die HĂ€lfte von ihnen (54 Prozent)[4] hĂ€lt sich fĂŒr finanziell kompetent, wĂ€hrend ĂŒber zwei Drittel der MĂ€nner (67 Prozent) sich selbstbewusst in Sachen Finanzwissen geben. Im europĂ€ischen LĂ€ndervergleich fĂ€llt jedoch auf, dass sich die deutschen Frauen am kompetentesten einschĂ€tzen, wĂ€hrend z. B. nur 38 Prozent der Italienerinnen[4] und 45 Prozent der Schwedinnen[4] angeben, sich gut mit Finanzthemen auszukennen. Dies steht im Gegensatz zu den europĂ€ischen MĂ€nnern, die sich viel hĂ€ufiger als finanziell gebildet betrachten (ca. 50-65 Prozent). Hier bestĂ€tigt das Selbstbild der Frauen das Vorurteil, Finanzen seien MĂ€nnersache. Doch entspricht es auch der RealitĂ€t?

"Readlys Umfrage hat gezeigt, dass Frauen den MĂ€nnern in Sachen Finanzen in nichts nachstehen mĂŒssen. Viele Frauen managen ihr Geld selbst und investieren. Wir freuen uns ĂŒber diese ermutigenden Ergebnisse und möchten noch mehr Frauen animieren, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, um der Gender Pension Gap vorzubeugen. Wirtschaftsjournalismus unterstĂŒtzt bei diesem Lernprozess ganz besonders. Es gibt so viele Magazininhalte, die Finanzen verstĂ€ndlich machen", sagt Marie-Sophie von Bibra, Chief Marketing Officer bei Readly.

Selbstbestimmte Finanzen: Wer hat die Macht?

Selbst ist die Frau: Mehr Frauen (43 Prozent) als MĂ€nner (37 Prozent) planen ihr monatliches Finanz-Budget allein. Auch bei der Verwaltung der Ausgaben beweisen sie mehr SelbststĂ€ndigkeit: 60 Prozent der Frauen managen ihre Ausgaben fĂŒr EinkĂ€ufe, FreizeitaktivitĂ€ten etc. selbst, wĂ€hrend es bei den MĂ€nnern nur etwas mehr als die HĂ€lfte (55 Prozent) sind. Mehr als ein Viertel tut dies gemeinsam mit dem:der Partner:in (Frauen 28 Prozent; MĂ€nner, 30 Prozent). In den Niederlanden sind Finanzen hĂ€ufiger Partnersache, denn fast 50 Prozent der Frauen dort verwalten gemeinsam mit ihrer:ihrem Partner:in die Finanzen.[4]

Wer ist hier der Sparfuchs?

Die Mehrheit der Deutschen legt Geld beiseite (74 Prozent). 23 Prozent der Sparer:innen legen monatlich Summen zwischen 101 und 500 Euro beiseite, weitere 17 Prozent sogar noch höhere BetrĂ€ge. In puncto Sparen zeigen sich auch geschlechtsspezifische Unterschiede: WĂ€hrend 47 Prozent der MĂ€nner Summen ĂŒber 101 Euro monatlich zurĂŒcklegen, tun dies nur 32 Prozent der Frauen.

Aktien, Anteile, Sparkonten - die beliebtesten Anlagestrategien

Bei der Art der Investitionen sind sich beide Geschlechter recht einig: Die beliebteste Anlageform ist das risikoarme Sparkonto (Frauen: 34 Prozent, MĂ€nner 32 Prozent). Wertpapiere sind - in Deutschland - klare MĂ€nnersache (17 Prozent), nur 7 Prozent der Frauen tun es ihnen gleich. In Schweden sieht dieses Bild ganz anders aus: Dort investieren 41 Prozent der Frauen und die HĂ€lfte der MĂ€nner in Wertpapiere.[4] Insgesamt zeigt sich aber dennoch, dass bei risikobehafteten Anlagen wie Aktien MĂ€nner deutlich investitionsfreudiger sind: 26 Prozent der MĂ€nner investieren in diese Anlageformen, wohingegen es bei den Frauen nur 12 Prozent sind. Besorgniserregend ist, dass 46 Prozent der Frauen angeben, nicht zu investieren, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen. Bei den MĂ€nnern geben diesen Grund lediglich 31 Prozent der Befragten an. Leider fehlen auch vielen Frauen in Italien (48 Prozent) und Frankreich (45 Prozent)[4] diese Mittel. Nur in Schweden liegt der Anteil der Frauen, die keine finanziellen Mittel zum Investieren zur VerfĂŒgung haben, unter 25 Prozent.

"Frauen sollten sich trauen, so frĂŒh wie möglich die Vorteile des Aktienmarkts fĂŒr ihre Altersvorsorge zu nutzen," betont auch die Finanzberaterin und Bloggerin Hava Misimi. "Denn der Zinseszins-Effekt geht eher auf Zeit als auf die Summe, die man investiert. FrĂŒh anfangen lohnt sich daher sehr stark - auch mit kleinen Summen."

Vor der Anlage ist nach der Recherche

Jeder zweite Mann informiert sich online (50 Prozent) ĂŒber seine Investitionen. Nahezu jeder Dritte (30 Prozent) lĂ€sst sich bei seiner Bank beraten. Auch Finanz- und Wirtschaftsmagazine und Zeitungen sind eine beliebte Informationsquelle (28 Prozent). Frauen informieren sich etwas anders: Zwar steht bei ihnen ebenfalls die Bankberatung (37 Prozent) und die Online-Recherche hoch im Kurs (35 Prozent), Fachmagazine werden jedoch seltener zur Hand genommen (15 Prozent)[4].

"AuffĂ€llig ist, dass nur 15 Prozent der befragten Frauen sich in den Fachmagazinen ĂŒber Finanzen informieren. Dabei bietet gerade QualitĂ€tsjournalismus geprĂŒfte und zuverlĂ€ssige Quellen, die bei Vertrauensthemen enorm wichtig sind und eine gute Basis fĂŒr Investitionen bilden. Wir von Readly bieten mit 60 Magazinen aus dem Bereich Wirtschaft und Finanzen eine breite Palette an Informationen, um sich Wissen anzueignen und gute Finanzentscheidungen fĂŒr die Zukunft zu treffen", so Marie-Sophie von Bibra.

Ebenfalls bemerkenswert: Auf Freund:innen und Familie setzt jede vierte Frau (26 Prozent), wĂ€hrend dies nur jeder fĂŒnfte Mann (20 Prozent) tut. So scheint das weibliche Geschlecht persönliche Zweitmeinungen leicht zu bevorzugen.

Die Top-Quellen fĂŒr Finanzwissen der Frauen:

Die Top-Quellen fĂŒr Finanzwissen der MĂ€nner:

[1] Deutsches Aktieninstitut, www.dai.de/detail/breakthebias-finanzen-sind-auch-frauensache

[2] Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 036 vom 30. Januar 2023

[3] Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N 015 vom 7. MĂ€rz 2023

[4] YouGov-Umfrage im Auftrag von Readly vom 28. August 2023 bis 31. August 2023, durchgefĂŒhrt von YouGov, rund 1.000 Befragte in Deutschland zwischen 18 und 60 Jahren.

Über Readly

Readly ist der europĂ€ische MarktfĂŒhrer fĂŒr digitale Zeitschriften. Das Unternehmen bietet einen digitalen Abonnementservice an, bei dem die Kund:innen unbegrenzten Zugang zu ĂŒber 7.600 Magazinen und Zeitungen haben, einschließlich des Katalogs von Press. Readly hat Abonnent:innen in mehr als 50 LĂ€ndern und bietet Inhalte in 17 verschiedenen Sprachen an. In Zusammenarbeit mit 1200 Verlegern weltweit digitalisiert Readly die Zeitschriften- und Zeitungsbranche. Im Jahr 2022 belief sich der Umsatz auf 592 Millionen SEK. Seit November 2023 ist die Readly Aktie am Nasdaq First North Growth Market notiert. FĂŒr weitere Informationen besuchen Sie bitte https://corporate.readly.com

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