BeschĂ€ftigung in Deutschland geht trotz Konjunkturschubs zurĂŒck
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn den Jahren 2026 und 2027 wird die Zahl der ErwerbstĂ€tigen in Deutschland um insgesamt 350.000 zurĂŒckgehen, prognostiziert das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in NĂŒrnberg.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig BeschÀftigten - und damit der Einzahler in die Kassen von Renten- und Krankenversicherung - werden im laufenden Jahr um 70.000 und im nÀchsten Jahr um 40.000 sinken. "2026 wird damit das erste Jahr seit der Weltfinanzkrise 2009 sein, in dem die sozialversicherungspflichtige BeschÀftigung nicht mehr wÀchst", erklÀrte IAB-Forscher Enzo Weber. Der demografische Wandel in Deutschland mit der Verrentung der geburtenstarken Baby-Boomer-JahrgÀnge sowie der niedrige Nettozuzug aus dem Ausland schwÀchten das Erwerbspersonenpotenzial.
Anstieg der Arbeitslosigkeit wohl gestoppt
Die Zahl der Arbeitslosen werde 2026 um 50.000 und 2027 um 20.000 Personen steigen. "Klare Verbesserungen sind nicht absehbar, aber mit stabiler Konjunktur dĂŒrfte der Anstieg der Arbeitslosigkeit zu einem Ende kommen", sagte Weber.
Allerdings entwickeln sich die Branchen unterschiedlich. WĂ€hrend in der Industrie Zehntausende Jobs wegfallen, gehen die ZuwĂ€chse auf das Konto der öffentlichen Dienste - vor allem bei der Kinder- und Altenbetreuung. "Die UmbrĂŒche der Transformation in Verbindung mit einem unsicheren AuĂenhandel aufgrund der US-amerikanischen Zollpolitik und dem Konflikt im Nahen Osten setzen vor allem das Produzierende Gewerbe unter Druck", sagte Weber.
Robuste Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft entwickele sich relativ robust, Deutschland könne wieder mehr exportieren. WĂ€hrend sich die Ausfuhren in andere EU-LĂ€nder positiv entwickelten, gingen Experte in die USA und nach China zurĂŒck, beschrieb Weber. Ein Impuls komme auch ĂŒber verstĂ€rkte Investitionen - allerdings ausschlieĂlich ĂŒber staatliches Handeln - private Investitionen gingen indes zurĂŒck.
FĂŒr 2026 wird fĂŒr die Industrie ein starker BeschĂ€ftigungsrĂŒckgang von 160.000 Personen prognostiziert, fĂŒr 2027 ein weiterer RĂŒckgang von 130.000 Personen. Die höheren Verteidigungsausgaben kĂ€men ausschlieĂlich der RĂŒstungsindustrie und deren Zulieferern zugute.
