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Betriebliche Gesundheit: 95% der Firmen messen Wellness-Erfolg

30.05.2026 - 09:30:31 | boerse-global.de

Arbeitsausfälle verursachen 82 Milliarden Euro Kosten. Unternehmen investieren verstärkt in Mitarbeitergesundheit und erzielen messbare Erfolge.

Betriebliche Gesundheit: 95% der Firmen messen Wellness-Erfolg - Foto: über boerse-global.de
Betriebliche Gesundheit: 95% der Firmen messen Wellness-Erfolg - Foto: über boerse-global.de

Unternehmen reagieren mit verstärkten Investitionen in die Mitarbeitergesundheit – und ernten messbare Erfolge.

Laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verursachten Arbeitsausfälle im Jahr 2024 Kosten von rund 82 Milliarden Euro. Neben Muskel-Skelett-Erkrankungen gelten psychische Belastungen als Haupttreiber. Präventive Maßnahmen gewinnen daher an Bedeutung, um die Resilienz der Belegschaft zu stärken und die Produktivität langfristig zu sichern.

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Fast alle Firmen messen den Erfolg

Ein Bericht von Wellhub vom 28. Mai unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung von Gesundheitsangeboten. Demnach sehen 90 Prozent der deutschen Unternehmen die Bindung von Top-Performern als vorrangiges Ziel. 80 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen setzen dabei auf Wellness-Programme.

Die Studie, für die 1.500 Personalverantwortliche aus zehn Ländern befragt wurden, identifiziert chronischen Stress als größtes Gesundheitsrisiko. Rund 23 Prozent der Befragten nannten Stress als Hauptbelastung, gefolgt von allgemeiner Überlastung mit 21 Prozent. Die Folge: 76 Prozent der Unternehmen befürchten steigende Kosten durch sinkende mentale Gesundheit.

Gleichzeitig professionalisiert sich das Management dieser Programme. Etwa 95 Prozent der Unternehmen messen den Return on Investment (ROI) ihrer Wellbeing-Maßnahmen. Drei Viertel der Firmen erzielen dabei einen ROI von über 50 Prozent.

Praxisbeispiele: Vom Firmenlauf bis zum Job-Bike

Wie Unternehmen Gesundheitsprogramme konkret umsetzen, zeigten verschiedene Veranstaltungen Ende Mai. In Nordhorn betonte IHK-Vizepräsident Thomas Kolde bei einem Fachforum die Gesundheit als entscheidenden Erfolgsfaktor für die regionale Wirtschaft. Die Ringoplast GmbH berichtete über ein Job-Bike-Programm mit einem jährlich Leasingvolumen von über 70.000 Euro.

Auch sportliche Großereignisse fördern das Betriebsklima. Beim Firmenlauf in Bad Kreuznach am 29. Mai beteiligten sich 6.308 Läufer aus 380 Unternehmen. Mit 620 Teilnehmern stellte die Stiftung kreuznacher diakonie das größte Team. Pro Teilnehmer floss ein Euro an regionale Vereine und die DKMS.

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Ärzte setzen auf Prävention – digital und analog

In der medizinischen Fachwelt findet ein Umdenken statt. Eine umfrage von FOCUS-Gesundheit unter knapp 8.500 Medizinern ergab: 80 Prozent der Ärzte thematisieren regelmäßig einen gesunden Lebensstil. Obwohl 94 Prozent die mentale Gesundheit als essenziell für den Therapieerfolg einstufen, sprechen bisher nur 19 Prozent ihre Patienten aktiv darauf an. Bei Longevity-Ansätzen setzen Ärzte vor allem auf Bewegung, psychologische Unterstützung und Ernährungsberatung.

Auf dem Life Summit in Berlin wurden am heutigen Samstag technologische Trends vorgestellt, die künftig Einzug in die betriebliche Gesundheitsförderung halten könnten. Dazu gehören digitale Gesundheitschecks per Smartphone-KI, Telomerlängenmessungen sowie Angebote zur Stresskontrolle – von Klangfrequenzgeräten für besseren Schlaf bis zu Höhentraining mit Sauerstoffmasken.

Flankiert wird die Entwicklung durch neue IT-Lösungen. Der Dienstleister adesso kündigte für Anfang Juni die Gründung der MediOne GmbH an. Das Unternehmen soll ein sicheres Kommunikationsnetzwerk für Akteure im Gesundheitswesen bereitstellen.

Steuerfreie Benefits als Trumpf

Neben direkten Gesundheitsangeboten nutzen Unternehmen verstärkt die betriebliche Krankenversicherung (bKV) als Benefit. Experten wiesen darauf hin, dass die bKV als steuerfreier Sachbezug genutzt werden kann – sofern die Freigrenze von 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter nicht überschritten wird. Solche Zusatzleistungen, die etwa Zahnersatz oder Sehhilfen abdecken, sind auch für Teilzeitkräfte und Minijobber möglich und für Arbeitgeber beitragsfrei in der Sozialversicherung.

Das aktuelle Arbeitsklima wird überwiegend positiv bewertet: Laut dem IW-Arbeitsklima-Index vom 29. Mai beurteilen 70 Prozent der Beschäftigten die Zusammenarbeit mit Kollegen als gut oder sehr gut.

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