Betriebskostenabrechnung, Mieterbund

Betriebskostenabrechnung: Laut Mieterbund ist jede zweite fehlerhaft

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lahr reduziert die Schmutzwassergebühr für 2026; zugleich zeigen Fälle aus mehreren Ländern die Folgen fehlerhafter Abrechnungen.
Ein Wasserzähler an einer Ziegelwand, der die Infrastruktur für kommunale Nebenkosten symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Nach der Feststellung von Überzahlungen bei kommunalen Dienstleistungen und Energieversorgern haben zahlreiche Verbraucher korrigierte Abrechnungen und Gutschriften erhalten. Ursachen für die fehlerhaften Bescheide reichten von technischen Pannen und behördlichen Neukalkulationen bis hin zu Übertragungsfehlern bei Zählerdaten.

In Deutschland beschloss die Stadt Lahr eine spürbare Entlastung bei den Abwassergebühren. Die Kommune senkte die Schmutzwassergebühr für das Jahr 2026 rückwirkend von 2,02 Euro auf 1,57 Euro je Kubikmeter. Dies entspricht einer Reduzierung um 45 Cent je Kubikmeter beziehungsweise rund 22 Prozent, die im Rahmen der anstehenden Jahresabrechnung berücksichtigt wird.

Die Niederschlagswassergebühr verbleibt unverändert bei 0,27 Euro je Kubikmeter. Wegen der großen Anzahl an Bearbeitungsvorgängen kann sich die Auszahlung der Erstattungen in Lahr verzögern. Die entsprechenden Bescheide sollen im Februar 2027 versendet werden, während die ersten Abschlagszahlungen für 2027 Mitte März 2027 fällig werden.

Internationale Fälle fehlerhafter Erfassungen

Auch im Ausland führten Abrechnungsfehler zu Korrekturen. In Schweden zahlten rund 40 Kunden des Anbieters Ystad energi über Jahre hinweg zu viel für die Netznutzung.

Betroffen waren Wohnungen an der Schottisgatan in Svarte, bei denen sich die Überzahlungen infolge eines Registrierungsfehlers beim Netzbetreiber auf mehrere tausend Kronen pro Kunde beliefen. Nachdem eine Rückerstattung zunächst verwehrt worden war, erfolgte bei der jüngsten Abrechnung eine Senkung der Gebühr.

In den USA fielen einem Hausbesitzer in Houston monatliche Stromrechnungen auf, die sich üblicherweise zwischen 200 und 300 US-Dollar bewegten und in einem Fall 400 US-Dollar erreichten. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die auf der Abrechnung angegebene Zählernummer um eine Ziffer von der am Haus montierten Nummer abwich.

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Zu Korrekturen kam es zudem in Russland: In Machatschkala strich die staatliche Wohnungsinspektion Dagestans nach einer Beschwerde der Bewohner eines Gebäudes in der uliza Amet-Chana Sultan eine unbegründete Stromforderung in Höhe von 172.296 Rubel.

In Stawropol wiederum wurde der Vertrag mit einem neuen Abrechnungsdienstleister gekündigt, nachdem dessen Algorithmus fehlerhafte Daten erzeugt und bei etwa 6.000 persönlichen Konten zu doppelten Abbuchungen geführt hatte. Bis Ende 2026 übernimmt dort wieder der vorherige Dienstleister den Versand der Abrechnungen, wobei alle Doppelzahlungen im Folgezeitraum als Guthaben verbucht werden.

Hohe Fehlerquote bei Betriebskosten

Grundsätzlich weisen Abrechnungen häufig Mängel auf. Wie der Deutsche Mieterbund feststellte, ist etwa jede zweite Betriebskostenabrechnung fehlerhaft. Beanstandungen betreffen vor allem Berechnungsfehler, unklare Postenbezeichnungen, falsch gewählte Verteilerschlüssel oder versäumte Fristen.

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Vermieter müssen die Abrechnung spätestens zwölf Monate nach Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums vorlegen; für das Kalenderjahr 2025 endet diese Ausschlussfrist am 31. Dezember 2026. Fehlt beispielsweise eine vorgeschriebene verbrauchsabhängige Warmwasserabrechnung, kommt nach Prüfung der konkreten Position ein Kürzungsrecht von 15 Prozent in Betracht. Zudem besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Belegeinsicht.

Ein Widerspruch muss schriftlich erfolgen und sowohl das Abrechnungsjahr als auch die strittigen Posten konkret benennen. Die Frist für Einsprüche liegt in der Regel bei zwölf Monaten nach Zugang des Schreibens. Mietrechtsexperten warnen vor eigenmächtigen Kürzungen laufender Zahlungen.

Bei der Prüfung von Heizkostenabrechnungen empfiehlt sich ein genauer Abgleich des Gesamtaufwands und des eigenen Kostenanteils. Bei den Verteilerschlüsseln sind Aufteilungen von 50 bis 70 Prozent nach tatsächlichem Verbrauch und 30 bis 50 Prozent nach Wohnfläche üblich. Auffälligkeiten sollten systematisch erfasst werden.

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