Deutschland, Niederlande

Fahrrad-Gruppe stellt Insolvenzantrag

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 13:15 Uhr | dpa.de

Betroffen sind Marken wie Winora und Haibike. GeschĂ€ftsfĂŒhrung und Sanierer glauben jedoch an eine Zukunft.

Die Accell-Gruppe hat als Holding und fĂŒr ihre deutschen Töchter Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind Fahrradmarken wie Haibike und Winora (Archivbild).  - Bild: Oliver Berg/dpa
Die Accell-Gruppe hat als Holding und fĂŒr ihre deutschen Töchter Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind Fahrradmarken wie Haibike und Winora (Archivbild). - Bild: Oliver Berg/dpa

Ungeachtet eines anhaltenden Radfahr-Booms haben gleich drei renommierte Fahrradfirmen aus Bayern im Zuge der Schwierigkeiten ihrer niederlĂ€ndischen Mutter Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Schweinfurt bestĂ€tigte am Montag, dass mit Beschluss vom vergangenen Freitag Verfahren in Eigenverwaltung fĂŒr die deutsche Holding der niederlĂ€ndischen Accel-Gruppe sowie deren Tochtergesellschaft Winora Staiger GmbH, Ghost Bikes GmbH und Engelbert Wiener Bike-Parts GmbH angeordnet wurden. Als vorlĂ€ufiger Sachwalter sei der NĂŒrnberger Rechtsanwalt Stefan Debus eingesetzt worden. 

Bekannte Marken betroffen

Die Firmen mit Marken wie Haibike, Winora und Ghost beschĂ€ftigen nach Angaben von Accell an den Standorten Sennfeld bei Schweinfurt und Waldsassen (Oberpfalz) 370 Mitarbeiter und erzielten 2025 einen Umsatz von 340 Millionen Euro. Der GeschĂ€ftsbetrieb solle fortgefĂŒhrt werden, Löhne und GehĂ€lter seien ĂŒber das Insolvenzgeld zunĂ€chst gesichert. Ziel sei es, einen Investoren zu finden und die deutschen Unternehmen aus dem Geflecht der niederlĂ€ndischen Gruppe herauszulösen. Winora hat ein große Tradition - das Unternehmen war 1914 von dem Radrennfahrer Engelbert Wiener gegrĂŒndet worden. 

Accell Germany ist derzeit Teil der in den Niederlanden ansĂ€ssigen und in vielen LĂ€ndern Europas agierenden Accell Group, die mehrheitlich dem US-Finanzinvestor KKR gehört. Die Fahrrad-Gruppe steckt international in Schwierigkeiten und macht dafĂŒr ein Abflauen des Verkaufsbooms bei FahrrĂ€dern verantwortlich, der im Zuge der Corona-Pandemie seinen Höhepunkt erreicht und dann ĂŒberschritten habe.

Probleme in vielen LĂ€ndern

Der Versuch eines strukturierten Verkaufsprozesses fĂŒr die gesamte Accell Group sei zum Monatswechsel endgĂŒltig gescheitert. Infolgedessen habe die Accell Group weltweit in zahlreichen LĂ€ndern innerhalb und außerhalb der EuropĂ€ischen Union InsolvenzantrĂ€ge gestellt, darunter in den
Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, DÀnemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Ungarn. 

Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung hat die bestehende GeschĂ€ftsfĂŒhrung die Möglichkeit, den Sanierungsprozess in Abstimmung mit den GlĂ€ubigern selbst zu steuern. Der deutsche Fahrradmarkt sei ein solide Grundlage fĂŒr eine Sanierung, heißt es aus dem BĂŒro des vorlĂ€ufigen Sachwalters. Die Marken seien im Markt gut positioniert.

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