Wirtschaft in HÀngepartie - OECD erwartet abgeschwÀchtes Wachstum
29.11.2023 - 13:28:05Die IndustrielĂ€nderorganisation OECD rechnet im kommenden Jahr mit einem etwas schwĂ€cheren Wachstum der Weltwirtschaft. Nach einem Plus von 2,9 Prozent in diesem Jahr sei 2024 ein Zuwachs von 2,7 Prozent zu erwarten, teilte die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris mit. 2025 wird dann ein Anstieg von drei Prozent erwartet, da die Einkommen zulegen und die Leitzinsen sinken dĂŒrften. In Deutschland wird die Wirtschaft nach einem leichten Minus in diesem Jahr laut der OECD-Prognose 2024 um lediglich 0,6 Prozent und 2025 um 1,2 Prozent wachsen.
Sinkende Inflation und steigende Löhne werden die Einkommen und den privaten Verbrauch in Deutschland nach der Vorhersage der OECD stĂŒtzen. Hohe ZinssĂ€tze belasteten jedoch Wohnungsbauinvestitionen und dĂ€mpften die Exportnachfrage nach InvestitionsgĂŒtern aus Deutschland. Die ĂŒbrigen Investitionen ziehen nach EinschĂ€tzung der OECD jedoch allmĂ€hlich an. Die Exporte dĂŒrften sich langsam erholen, da die globale Nachfrage anziehe, heiĂt es in der OECD-Prognose.
Deutsche Wirtschaft schwÀchelt - Unsicherheit um Israel
Derzeit schwĂ€chele die deutsche Wirtschaft weiter, hieĂ es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) fĂŒr den November. "Die deutsche Wirtschaft kommt nur mĂŒhsam aus dem Tal heraus", sagte der DIW-Konjunkturexperte Timm Bönke. Hohe Zinsen und nur allmĂ€hlich zulegende Löhne belasteten die Wirtschaft. "Der positive Beitrag der AuĂenwirtschaft konnte dies bis zuletzt nicht kompensieren. Und nun haben sich die geopolitischen Unsicherheiten durch den Krieg im Nahen Osten noch betrĂ€chtlich erhöht." In Deutschland wird die Wirtschaft nach einem leichten Minus in diesem Jahr laut der OECD-Prognose 2024 um 0,6 Prozent und 2025 um 1,2 Prozent wachsen.
In der Eurozone hat sich die Wirtschaftsstimmung unterdessen etwas stĂ€rker als erwartet verbessert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 93,8 Punkte, wie die EuropĂ€ische Kommission am Mittwoch BrĂŒssel mitteilte.
FĂŒr die USA rechnet die OECD dieses Jahr mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, das sich 2024 auf 1,5 Prozent abschwĂ€cht, bevor es 2025 - unter dem Einfluss einer voraussichtlich gelockerten Geldpolitik - wieder leicht auf 1,7 Prozent anzieht.
Kaum Wachstum im Euroraum - viele Krisenherde weltweit
Der Euroraum wurde vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und vom Energiepreisschock vergleichsweise hart getroffen. Dort kalkuliert die OECD fĂŒr dieses Jahr mit einem Wachstum von 0,6 Prozent, das 2024 auf 0,9 Prozent und 2025 auf 1,5 Prozent steigen dĂŒrfte. In China wird im laufenden Jahr ein Wachstum von 5,2 Prozent erwartet, das sich 2024 voraussichtlich auf 4,7 Prozent und 2025 auf 4,2 Prozent verlangsamt.
Der Ausblick ist nach OECD-Angaben von Risiken ĂŒberschattet. Dazu gehören geopolitische Spannungen, die mit dem Angriff der Hamas auf Israel und der weiteren Entwicklung dieses Konflikts nochmals zugenommen haben. Wachstum und konjunkturelle Belebung könnten dadurch unter Druck geraten. Höhere Verbraucherausgaben könnten andererseits dem Wachstum Auftrieb geben, wenn die privaten Haushalte ihre seit der Coronapandemie gewachsenen Ersparnisse stĂ€rker ausgeben. Dies könnte allerdings auch dazu fĂŒhren, dass sich die Inflation weiter verfestigt.
Weltweit geht die OECD davon aus, dass das Wachstum in aufstrebenden Volkswirtschaften besser ausfallen werde als in IndustrielĂ€ndern. Das Wachstum in Europa werde im Vergleich zu Nordamerika und den groĂen asiatischen Volkswirtschaften relativ gedĂ€mpft sein. Der Anstieg der Verbraucherpreise in den fĂŒhrenden Industrie- und SchwellenlĂ€ndern (G20-Gruppe) werde weiter allmĂ€hlich zurĂŒckgehen. Bis 2025 werde die Inflation in den meisten groĂen Volkswirtschaften voraussichtlich wieder auf dem Zielpfad liegen.

