Habeck will mit Praxischecks und neuem Vergaberecht BĂŒrokratie abbauen
09.02.2024 - 16:28:55Die geplante Reform soll eine Vereinfachung und Beschleunigung der öffentlichen Beschaffung bewirken. Geplant seien unter anderem weitere Erleichterungen fĂŒr Start-ups und gemeinwohlorientierte Unternehmen sowie eine substanzielle Erhöhung der Wertgrenzen bis zu denen DirektauftrĂ€ge ohne Vergabeverfahren erlaubt sind, verlautete am Freitag aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne).
Sogenannter Praxischeck im Bundeswirtschaftsministerium
Das Ministerium hat demnach zudem einen "Praxischeck" entwickelt, um fĂŒr konkrete Investitionsvorhaben und Fallkonstellationen bĂŒrokratische Hemmnisse zu erkennen und Lösungen dafĂŒr zu entwickeln. Dieses Verfahren wolle man demnĂ€chst beispielsweise auch auf Vorschriften zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, zur WĂ€rmepumpen-Installation und zum Lebensmittelhandwerk anwenden.
Buschmann hatte Druck gemacht
Bundesjustizminister Marco Buschmann, dessen Haus die FederfĂŒhrung beim BĂŒrokratieabbau hat, hatte in einem Brief an Habeck nachgefragt, ob das Wirtschaftsministerium zu den im November vorgelegten Eckpunkten fĂŒr eine Reform des Vergaberechts inzwischen konkrete Regelungen erarbeitet habe "und welcher Zeitplan fĂŒr das Gesetzgebungsverfahren vorgesehen ist".
Zudem habe das Bundeswirtschaftsministerium wiederholt auf eine systematische ĂberprĂŒfung von Informationspflichten im eigenen ZustĂ€ndigkeitsbereich hingewiesen und in einem Schreiben vom 20. Dezember zudem angeregt, Ă€hnliche Prozesse in der gesamten Bundesregierung anzustoĂen. Ihn interessiere nun, welches Ergebnis diese Untersuchung in Habecks Ministerium ergeben habe. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieĂ es dazu, man habe bisher zu etwa 75 Informationspflichten Abbau- und EntlastungsmaĂnahmen identifiziert sowie zu 50 weiteren Informationspflichten "mögliche MaĂnahmen mit weiterem PrĂŒfbedarf herausgearbeitet".
Der Parlamentarische StaatssekretĂ€r im Bundeswirtschaftsministerium, Michael Kellner (GrĂŒne), sagte, die vergangenen Jahre mit zahlreichen Krisen seien nicht spurlos an den mittelstĂ€ndischen Unternehmen vorbeigegangen. "Deshalb braucht es zusĂ€tzliche Entlastungen und einen konsequenten Abbau unnötiger BĂŒrokratie. Daran arbeiten wir mit Hochdruck und bringen weiter VorschlĂ€ge dazu ein." Dem Vernehmen nach will das Ministerium unter anderem schauen, ob es bei den Vorschriften fĂŒr die Benennung von Beauftragten auch in kleineren Unternehmen Erleichterungen geben könnte.

